Kennst du deinen Auslieferungszustand?

Kennst du deinen Auslieferungszustand?

Seit zwei Tagen bin ich 41.

 

Geburtstage, Urlaube, Weihnachten, Neujahr sind solche typischen Zeitpunkte, an denen ich versuche mich in meinen Werkszustand zu versetzen.

Kennst du deinen Werkszustand?

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Am ehesten kann ich ihn als das Gefühl beschreiben, das du hast, kurz bevor du einschläfst oder unmittelbar nach dem Aufwachen.Das Gefühl des „Nichtsdenkens“. Beim Sex oder den Zustand beim Laufen bei km 14, 24 oder 34. Der Zustand, in dem wir uns befinden, wenn noch keine anderen Gedanken in unserem Kopf herum eiern. Der Zustand direkt morgens, noch bevor wir auf das Display unseres Smartphones starren, um die Saufbilder der Clique der letzten Nacht, die „veganotarischen“ Frühstücksbilder von irgendwelchen Fitnessmäusen oder die „ich hasse meinen Job – Posts“ von irgendwelchen dauerunzufriedenen Egomanen anzusehen. Nur um mit Verachtung den Kopf über soviel Dummheit zu schütteln während wir munter weiter scrollen – zur nächsten Sensation und unser eigenes Frühstücksbild „Joghurt, Obst und Müsli“ zu posten um danach genüsslich in unser Salamibrötchen zu beißen.

Zu Selten

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Ich finde diesen Zustand nur sehr selten. Viel zu oft bin ich abgelenkt von Dingen, auf die ich mehr oder weniger Einfluss habe. Ich finde ihn manchmal morgens um 4:47 bei einer Tasse Kaffee auf meinem Lieblingssessel in eine Decke gehüllt. Oder beim Spaziergang mit meinem Hund wenn die Sonne aufgeht. Ich sehe ihn oft in meinen Kindern wenn Sie gedankenverloren tun, was sie gerade tun. Je öfter ich den Zustand suche, und ihn mit Achtsamkeit begegne, desto einfacher wird es.

Das Gefühl als würdest du am Boden eines angenehm kühlen Sees sitzen während du deine Gedanken, Sorgen und Nöte als Luftblasen nach oben verschwinden siehst. Das Gefühl, bei eisiger Kälte mit knarrenden Schritten langsam über dicken Schnee zu gehen.  Das Gefühl, kurz bevor ich meine Frau das erste mal geküsst habe. Das Gefühl, bei der Geburt unserer Kinder … aber auch das Gefühl beim Tod eines geliebten Menschen.

Thimo Müller

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