Du kannst überall mitlaufen und nirgendwo hineinpassen

Kannst du dich an deine Angst auf dem 3-Meter Brett erinnern, als du das erste mal hochgestiegen bist? Damals kursierte die Geschichte, das ein Junge zu nah an den Beckenrand gesprungen ist und sich den Kopf aufgerissen hat.  Ich habe diese Angst noch heute. Jedesmal wenn ich den „Publish Button“ drücke und einen Artikel versende.

Wie reagieren die Menschen?
Sind alle Fehler korrigiert?
Soll ich nicht doch noch einmal drüber lesen?
Liest das überhaupt jemand?
Was hast du schon zu sagen?
Wer lacht oder schüttelt mit dem Kopf?

Manchmal ist es einfacher, anzuecken und herauszustechen als ständig um Erlaubnis zu fragen. Sich trauen, um hervorzutreten aus der Menge. Schneller zu sein als die eigene Unsicherheit und der eigene Kritiker.

Vortreten; melde dich und geh an die Tafel; was soll schlimmstenfalls passieren?

„Nur keine Panik, so schlimm wird es nicht!
Mehr als deinen Kopf reißt man dir nicht weg!
Komm und sieh nach vorn!“
DIE TOTEN HOSEN – „Steh auf, wenn du am Boden bist“

Steh jeden Tag einmal mehr auf und sag, was du zu sagen hast.

Vertrauen gewinnt man durch das Einhalten von Versprechen, nicht durch ständiges Nicken und „Ja“ sagen.

Halte ich immer, was ich zusage. Nein. Ich versuche jeden Tag etwas mehr einzuhalten.

Aber

Lass dich auch mal treiben und ziehen von den Strömungen. Manchmal ist quer besser als gerade. Pack deine Sorgen und Gedanken in Luftballons und lass sie steigen. Lass den Wind deines Lebens die Arbeit übernehmen. Setz dich hin und warte ab bis die Sonne wieder scheint. Meistens kannst du sowieso nichts anderes tun.

Schreibe alles aus dir raus. Deine Gedanken, Glück und Sorgen müssen raus aus Kopf, Herz und Bauch. Lass sie den Weg finden über deine Hand auf Papier. Ich kenne keinen besseren Zuhörer als das Blatt Papier welches gerade vor mir liegt. Es hat etwas reinigendes an sich. Ähnlich dem Beten. Du vertraust deine Gedanken und Gefühle einem anderen Medium an. Du wandelst sie um. Früher waren es die Gespräche mit Gott. Heute ist dort eine Lücke entstanden.

Es geht mir nicht um einen bestimmten Glauben an einen bestimmten Gott zu einem bestimmten Zweck. Es geht darum, sich wieder über die eigenen Gedanken klar zu werden. Die Verantwortung für das eigene Denken zu übernehmen. Nicht nur vorgefertigte Gedanken zu übernehmen und der Herde zu folgen.

„Er war ein guter Arbeiter“
– Spruch auf einem Grabstein

Indem ich über mein Inneres schreibe, tue ich mehr als die meisten Menschen. Ich beschäftige mich mit mir. Vieles verliert seinen Schrecken beim Denken und Schreiben. Ich bringe es zu Papier, kann zurücktreten und es mir in Ruhe aus allen Richtungen ansehen.

a) Es nimmt die Dringlichkeit
b) Wenn ich schreibe, denke ich
c) Ich nehme mir Zeit
d) Mein Herzschlag verlangsamt sich und ich komme zur Ruhe
e) Die Angst, etwas zu vergessen, ist weg
f) Ich höre mir selbst zu
g) Ich kann es lesen so oft ich möchte
h) Es wird klein
i) Ich übernehme die Macht
j) und die Verantwortung
k) Ich kann schreiben was ich will
l) Es kann niemanden verletzen
m) Ich muss niemandem Gefallen
n) Ich kann jederzeit etwas Neues denken
o) Ich kann alles sein und tun
p) Es gibt hier kein falsch
q) oder richtig
r) Ich kann es einrahmen oder
s) Ich kann es verbrennen
t) Ich kann es zeigen oder verstecken
u) Ich kann Bettler oder König, jung oder alt sein
v) Habe immer recht
w) darf lügen
x) Ich kann jederzeit damit aufhören …

 

 

Thimo Müller – Mittwoch morgen – 20.09.2017

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