Website-Icon Nicht jeder Zweifel ist ein Problem

Vom reden, nicht Luft holen und nicht zuhören (#202)

Ich sitze gerade Abends zum Essen in einem Hotel.
Am Tisch hinter mir sitzt ein Freund von Franz Beckenbauer, der mehr als 10 Oldtimer besitzt, zwei gescheiterte Ehen hinter sich hat, allergisch gegen Nüsse ist und gerade zum 3.!!! mal einen Zahnstocher beim Ober bestellt hat. Er sammelt Lego Figuren. Er erzählt seine Geschichte. Den Rest des 2 stündigen Monologs mit seinem Tischnachbarn erspare ich Ihnen.

Es gibt Menschen, die nehmen dir die Luft zum Atmen.

Sein Tischnachbar konnte nur nicken, essen und trinken. Ich kann mich nicht erinnern, mehr als ein paar Worte von ihm gehört zu haben.

Bin ich genauso?

Höre ich mich auch so gerne reden?

Wer hört mir überhaupt zu?

Was wollen wir mit unserem Gelaber erreichen?

Wir hören zu, nur um auf die Lücke im Gespräch zu warten, Die Lücke für unseren Senf.

Du kannst nicht für andere da sein bevor du nicht für dich da bist

„Lieber Freund, ich höre dir jetzt seit einer Stunde zu. Deine Ausführungen sind sehr interessant. Allmählich fange ich aber an, mich zu langweilen. Möchtest du auch etwas von mir erfahren?“

Wie oft habe ich mir diese Sätze vorgesagt.

Ich sage Sie nicht…

aus Angst vor … vor was eigentlich?‘?

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