Er hat eigentlich alles. Gesundheit. Beziehung. Der Laden läuft. Viel Zeit für sich.
Und doch reagiert er seit Wochen nicht. Auf Anrufe. Auf Sprachnachrichten. Auf Mails. Sogar einen Brief habe ich ihm geschrieben.
Und er bezahlt mich sogar dafür.
Heute versuche ich es mal via Linkedin:
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Hey mein lieber.
Ich hoffe, es geht dir gut.
Seit meiner letzten Nachricht kam nichts zurück. Keine Nachricht. Kein Lebenszeichen.
Letztes Jahr, nach wieder mal etlichen OPs, hatte ich ähnliche Momente.
Ich wollte einfach nur meine Ruhe. Keiner sollte mich anrufen, keiner was von mir wollen. Einfach alles hinschmeißen.
Folgendes hab ich mir damals als Brief an mich selbst aufgeschrieben- vielleicht hilft es dir:
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Hey Thimo,
mir geht’s echt dreckig. Schmerzen, Rastlosigkeit, Leere.
Kein klarer Gedanke. Kein klares Ziel. Nur ein Gefühl:
Ich steh mir selbst im Weg. Und ich bewege mich keinen Millimeter.
Die Firma läuft „ok“. Das reicht, um nicht zu handeln.
Ehe und Family läuft ja auch.
Gesundheit? Muss ich halt durch. Oder?
Bullshit.
So redet jemand, der aufgibt
aber sich noch zu viel schämt, es zuzugeben.
Ist mir „OK“ genug?
Und was ist mit denen, die ich Liebe?
Ich hab zwei Optionen. Punkt.
1. Ich bleib liegen.
Warte. Jammere. Tu so, als wär das Leben schuld.
Sammle Argumente, warum es gerade nicht geht.
Spiel das Opfer, das seinen Schmerz pflegt.
Langsam sterben. Jeden Tag ein bisschen mehr.
2.Ich steh auf.
Nicht weil ich Lust hab, sondern weil ich’s satt hab.
Ich nehm den Schmerz. Die Müdigkeit. Die Wut.
Ich mach sie zu meiner Energie.
Zur Superkraft, die keiner kaufen kann.
Klar. Radikal. Ohne Ausreden.
Denn wer stillsteht, stirbt.
Nicht sofort. Erst der Kopf. Dann das Herz. Dann das Warum.
Ich sterbe in jedem „vielleicht morgen“.
In jedem „geht schon irgendwie“.
In jedem „ich warte noch ein bisschen“.
Ich bin nicht hier, um zu überleben.
Ich bin hier, um zurückzukommen.
Um zu bewegen!
Um zu verändern!
Um mir und anderen zu zeigen: Da geht noch was!!!
Und weißt du was?
Ich hab mich entschieden.
Und ich entscheide mich jeden verdammten Tag neu.
IAuch wenns weh tut. Vor allem dann.
Beweg dich. Oder du wirst bewegt.
Wart weiter, und das Leben tritt dir irgendwann immer weiter in die Fresse.
Und am Ende?
Stirbst du sowieso.
Die Frage ist nur:
Warst du bis dahin lebendig – oder nur anwesend?
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Melde dich doch bitte
Hinschmeißen, wegsehen, aussitzen … ist okay.
Aber dann lasst mich auch klar sagen: Die Verantwortung in dieser Zusammenarbeit liegt nicht nur bei mir.
Du hast dich bewusst für diese Zusammenarbeit entschieden.
Das heißt: aktiv einfordern, mitgehen, raus aus dem Reagieren.
Ich will dich nicht becoachen. Ich will dich bewegen.
Dafür brach ich deine Bereitschaft.
Ich lasse dich nicht allein, aber auch nicht in Ruhe 😇💪
Liebe Grüße
Thimo
Bitte antworte doch mal (#519)

