Ankommen ist überschätzt. Orientierung nicht (#538)

 

Stephen King schreibt, dass niemand beschreiben kann, was zwischen der Person passiert, die du warst, und der Person, die du wirst. Keine Karten. Keine Wegweiser. Man taucht auf der anderen Seite wieder auf oder eben nicht.

Stark. Aber aus meiner Erfahrung nur halb richtig

Veränderung fühlt sich oft einsam an. Unordentlich. Hart. Schmerzhaft. Unlogisch. Nicht erklärbar. Das stimmt.
Aber dass es keine Orientierung gibt, ist bequem. Und falsch.

Es gibt Karten, Pfade, Hinweise. Sie sind grob. Persönlich. Unvollständig. Aber es gibt sie

Ich kann dir nicht erklären, wie sich mein Weg innerlich angefühlt hat (und immer wieder anfühlt). Nicht sauber. Nicht vollständig. Aber ich kann dir zeigen, was bei mir Wirkung hatte. Wann und warum ich alles hinschmeissen wollte. Was mir ein „inneres Fest“ war usw. Und das reicht oft, um jemanden einen Schritt zu ersparen oder Mut zu machen, weiterzugehen.

Hier sind meine Karten und Orientierungspunkte, die mir immer wieder bei Veränderungen den Weg weisen.

  • Andere Sonderlinge wie dich finden. Lange habe ich geglaubt „ich bin irgendwie falsch“. Bis ich gemerkt habe, es gibt noch viel mehr solcher Typen. Durch radikale Offenheit. Wer sichtbar wird, findet seine Leute. Wer sich versteckt, bleibt allein.
  • Immer wieder scheitern. Gesundheitlich, beruflich, menschlich. Scheitern sammelt Material. Erfolg verwertet es. (Kleiner Hack: Du selbst entscheidest alleine, was „scheitern“ bedeutet.)
  • Medizin und Biologie ernst nehmen. Kraft und Ausdauertraining. Schlaf. Ernährung und Ergänzung, bewusst und verantwortungsvoll eingesetzt. Wenn du glaubst Veränderung ist nur eine Frage von Mindset, hast die Rechnung ohne deinen Körper gemacht (Glaub mir).
  • Männlichkeit leben. Ja, ich weiß, heute ziemlich verpönt. Aber mich haben Gefühle wie Ehre, Treue, Kraft, Stolz, Kampf, den Ar/&%$ gerettet. Genauso wie Krafttraining, Ausdauer und immer wieder an die eigenen Grenzen gehen.
  • Verantwortung tragen. Eine meiner schwersten Lektionen. Hier scheitere ich immer wieder.
  • Spirituelle Bücher lesen. Bücher die schräg sind. Und solche, die es nicht sind. Wahrheit taucht selten dort auf, wo man sie erwartet, aber fast nie dort, wo alle nicken.
  • Eine Beziehung nicht „zerdenken“, wenn sie richtig ist ist sie richtig. Erkennen. Entscheiden. Bleiben.

Aber Achtung:
Das hier ist keine Anleitung. Und kein Versprechen.
Es ist eine offene Liste von Dingen, die bei „mir“ etwas verschoben haben.

Der Punkt ist nicht, dass du das Gleiche tun sollst. Der Punkt ist, dass du deine eigene Liste schreiben kannst… und solltest.

Zwei Minuten reichen. Schreib auf, was dich geformt hat. Menschen. Entscheidungen. Brüche. Fehler. Zufälle. Körperliche Realitäten. Bücher. Begegnungen.

Du wirst Muster sehen. Du wirst Verantwortung spüren. Und vielleicht merkst du sogar, dass du gar nicht so orientierungslos bist, wie du denkst

Es gibt keine perfekte Landkarte der Veränderung. Aber es gibt Hinweise


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