Der Blick von oben, und was er mit dir macht (#148)

Kein Mensch ist so beschäftigt, dass er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist.
Robert Lembke

In der stoischen Philosophie gibt es eine Übung, die sich „Der Blick von oben nennt“. Es geht um Wünsche, Begierden, und Abneigungen.
Ziel der Übung ist es, sich klar zu machen, was tatsächlich Wert hat und was in unserer Kontrolle liegt. Dass das, was mich gerade so enorm aufregt, eigentlich nichts ist, worüber es sich aufzuregen lohnt.

Sie hilft mir, wenn ich die Übersicht verloren habe, oder mir mal wieder alles zu viel wird. Am besten funktioniert das ganze unter freiem Himmel.

Ich nehme gerne eine Position über den Wolken ein also mit Abstand und Objektivität, sodass man selbst nicht mehr Teil der Situation ist (Dissoziation). Grenzen verschwimmen und Kriege werden klein. Es gibt keinerlei Hektik, dringende Aufgaben und Deadlines. Keine klingelnde Smartphones und läutende Maileingänge. Kein Getöse im Strassenverkehr , keine Unfreundlichkeit, kein Stress oder Hektik. Niemand dem Sie gefallen müssen oder nach dessen Nase Sie tanzen. Ruhen Sie sich aus und blicken auf eine friedvolle, ruhige und liebende Erde. Atmen Sie – tief und ruhig. Lassen Sie ihre Gedanken bewusst mit den Wolken weiterziehen.

Nichts muss – alles kann

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Ziel ist es nicht,  alle Probleme klein zu denken. Das alles Egal ist und wir einfach weitermachen wie bisher. Uns Gegenseitig umbringen und die Natur nach und nach zerstören. Von hier oben haben wir die Möglichkeit zurückzutreten. Ein neues Verständnis zu gewinnen. Die Einzigartigkeiten unserer Welt und unseres Lebens zu erkennen. Uns neu einzunorden.

Bedenke unter anderem, daß wir nur die gegenwärtige Zeit leben, die ein unmerklicher Augenblick ist; die übrige Zeit ist entweder schon verlebt oder ungewiß. Unser Leben ist also etwas Unbedeutendes, unbedeutend auch der Erdenwinkel, wo wir leben, unbedeutend endlich der Nachruhm, selbst der dauerndste, er pflanzt sich fort durch eine Reihe schnell dahinsterbender Menschenkinder, die nicht einmal sich selbst kennen, geschweige denn jemanden, der längst vor ihnen gestorben ist, kennen sollten.
Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, 3.10

Wir sind ein Teil dieses klumpen Materie der sich Erde nennt. Die um einen durchschnittlichen Stern in einem kleinen Sonnensystem kreist, das Teil einer Milchstrasse ist die sich in einer Galaxis befindet. Diese Scheibe, unsere Galaxie, besteht aus mehreren hundert Milliarden Sternen. Selbst unsere Galaxie ist keineswegs etwas Besonderes, sondern nur eine mittelgroße Galaxie unter vielen Milliarden im Universum.

Millionen Dinge können und werden passieren. Die Frage ist auch nicht ob Sie geschehen. Die Frage ist „Wollen Sie glücklich sein, egal was passiert“?
Wir sind doch nicht auf diesem kleinen Staubkorn, das sich Planet nennt, mitten im nirgendwo, um zu leiden. Wenn wir schon hier sind, können wir doch auch genauso gut glücklich sein.

Wir leben mit einer unendlichen Vergangenheit und einer unendlichen Zukunft doch nur in einem winzig kleinen Moment. Der Blick von oben gibt mir einen Blickpunkt auf die Unendlichkeit. Wenn wir ihn zulassen können wir das schöne in allem sehen. Mich bewegt dieser Blick auf zwei Arten.
Er zeigt mir das die meisten Dinge nicht so wichtig und dringend ist wie wir es denken.
Zum anderen macht er mich demütig gegenüber einem großen ganzen das ich nie erfassen werde.

Der Mensch von heute: das dümmste Lebewesen, das die Erde hervorgebracht hat: Er kriecht mit seinem Auto in der Großstadt wie eine Schnecke, nimmt die Umweltgifte in sich auf wie ein Staubsauger und ist obendrein noch stolz auf das, was er zustande gebracht hat.
John Boynton Priestley

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