Alles anders? (#532)

In 28 Tagen beginnt ein neues Jahr. Alle reden wieder darüber, was sie „anders“ machen wollen. Die meisten meinen es nicht mal ernst.

Die meisten wiederholen nur das letzte Jahr mit neuen Worten.

Also stelle ich mir eine andere Frage:

Was werde ich nächstes Jahr nicht mehr ignorieren?

Dieser Text ist eine Erinnerung für mich selbst.

Damit ich nicht vergesse, warum ich so funktioniere, wie ich funktioniere.

  • Warum ich immer wieder Neues anfange.
  • Warum ich schreibe.
  • Warum ich weitergehe, auch wenn der Weg nicht klar ist.
  • Warum ich mich lieber verändere als festhalte.

 

Ich habe oft versucht, meine „Brüche“ in irgendein stimmiges Konzept zu pressen.

Etwas, das man erklären kann. Das ICH mir erklären kann.

Etwas, das Sinn ergibt, wenn man es sauber durchdenkt, aufschreibt, erkennt….

Aber Sinn entsteht nicht durch irgendeine perfekte Formulierung. Er entsteht durch das, was übrig bleibt, wenn ich all den Mist weglasse

Ich habe früh gesehen, wie schnell ein Leben endet. Mein Bruder war sieben, ich war zwölf. Und in diesem Alter verstehst du zum ersten Mal, dass „morgen“ kein Versprechen ist. Es ist nur eine Möglichkeit.

Mit neunzehn stand ich mehrmals selbst an dieser Grenze. Jeder Tag eine Mischung aus Kampf und Kompromiss.

Das ist meine Geschichte, die ich mir erzähle, aber nicht die Erklärung.

Die Erklärung liegt tiefer.

  • Sie erklärt, warum ich ständig beginne.
  • Warum ich mich immer wieder neu erfinde.
  • Warum ich unruhig werde, wenn Dinge zu stabil werden.
  • Warum ich Räume brauche, in denen ich denken kann.
  • Warum ich Energie daraus ziehe, wenn etwas chaotisch ist und eine neue Richtung braucht.

 

Das ist kein „Suchen“ im klassischen Sinn. Es ist der Versuch, dem Leben gerecht zu werden, das mir geblieben ist.

Wenn ich ehrlich bin, gibt es ein paar Sätze, die mich leiten, ohne dass ich sie bewusst gewählt habe:

  • Ich will später nicht dastehen und mir vorwerfen müssen, meine Zeit vergeudet zu haben.
  • Ich will Dinge schaffen und bauen, einfach weil ich schon gesehen habe, wie schnell alles zerbrechen kann.
  • Ich will herausfinden, wie viele Leben eigentlich in einem einzigen Platz haben, wenn man sich traut, neu anzufangen.
  • Ich arbeite und lebe in Wendepunkten, weil mein eigenes Leben fast nur aus Wendepunkten bestanden hat.

 

Vielleicht berührt es andere, vielleicht auch nicht.

Aber für mich ist es eine Art innerer Kompass.

Eine Erinnerung daran, dass meine Identität nicht aus Rollen besteht, sondern aus dem, was übrig blieb, nachdem das Leben ein paarmal richtig hart zugeschlagen hat.

Und genau von dort mache ich weiter


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