Lebenserwartung ist auch eine Entscheidung

Zwei Tage vor Weihnachten, ein paar Tage vor dem Jahreswechsel und mit dem Wissen, dass ich in einem halben Jahr 50 werde, merke ich, wie sich mein Blick verschiebt.

Mich interessieren gerade keine Ziele, keine Pläne und auch keine Vorsätze mehr.
Mich interessiert eine andere (viel unangenehmere) Frage:

Wie viele wirklich gute Jahre habe ich noch…
und was mache ich heute daraus?

Nicht mehr die Frage, was beruflich als Nächstes kommt oder welches Projekt noch Sinn macht, sondern viel grundlegender:

Wie viele wirklich gute Jahre habe ich eigentlich noch und was mache ich mit ihnen?

Ich habe über 30 Operationen hinter mir, und eine ziemlich lange Reise durch Krankenhäuser, Reha, Schmerz, Angst und Wiederaufbau. Ich lebe fast jeden Tag mit kleineren und größeren Schmerzen. Dadurch ist mir etwas sehr klar geworden, was ich früher zwar wusste, aber nie wirklich ernst genommen habe:

Zeit ist nicht nur theoretisch begrenzt, sie ist ganz konkret endlich. Und der Körper ist kein endlos belastbares System, sondern etwas, für das ICH Verantwortung übernehmen muss, jeden Tag.

Wir leben in einem Land, das unglaublich viel Geld für Gesundheit ausgibt und gleichzeitig dabei zusieht, wie die Lebenserwartung stagniert oder sinkt. Das ist kein genetisches Problem. Das ist ein Systemproblem. Und ein persönliches.

Wir verwalten Krankheit.
Wir delegieren Verantwortung.
Wir warten auf irgendeinen Heilsbringer

Und wundern uns dann, warum wir mit 40 müde sind, mit 50 ausgebrannt und mit 60 überrascht.

Ich sehe jeden Tag Leute, die beruflich funktionieren, abliefern, durchhalten und sich erzählen, dass später irgendwann Zeit für Gesundheit, Energie und Leben sein wird. Später nach dem nächsten Projekt. Später nach dem nächsten Karriereschritt. Später nach dem nächsten Jahresabschluss.

Später ist ein gefährliches Wort.

Mich treibt gerade eine einfache, aber unbequeme Frage um:

Wie viele gesunde Weihnachten habe ich noch
und was tue ich heute dafür?

Nicht morgen.
Nicht nächstes Jahr.
Nicht „wenn es ruhiger wird“.

Heute.

Ich habe keine Lust mehr auf Optimierung ohne Ehrlichkeit und Leistung ohne Leben. Und ich glaube nicht mehr daran, dass man seine Gesundheit an irgendjemanden oder irgendwas auslagern kann.

Du zahlst den Preis!

Vielleicht geht es gerade weniger um neue Ziele und mehr um Verantwortung. Für den eigenen Körper. Die eigene Energie. Das eigene Leben.

Wie viele gesunde Weihnachten glaubst du, hast du noch?


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Eine Antwort auf „“

  1. Hey Thimo mein Freund, so wie ich dich kennen und schätzen gelernt habe – wünsche ich dir von Herzen, dass du mit deinem „Turning Fifty“ gerade einmal, wenn überhaupt, „Peak Oil“ erreichst.

    Auf die (mindestens) nächsten 50 guten Jahre, stay brave, bold & beyond,
    Frank

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