Ich habe gelernt:
“There is no normal/average. A „normal person“ is what is left after society has squeezed out all unconventional opinions and aspirations out of a human being.”
– Sylvia Path
„Normal“ gibt es nicht. „Normal“ ist die bequeme Abkürzung für: angepasst, glattgeschliffen, rundgelutscht, möglichst unauffällig.
Der „normale Mensch“ entsteht nicht einfach so von selbst.
Er wird gemacht. Kindergarten, Schule, Kollegen … Erwartungen, Regeln, Statusspiele. Durch tausend kleine Dinge, die dir flüstern:
Sei nicht zu laut. Sei nicht zu anders. Stell keine unbequemen Fragen. Träum nicht zu groß.
Und irgendwann bleibt nur noch das übrig, was durch jedes Raster passt. Nicht weil es besser ist, sondern einfrach weil es weniger Reibung erzeugt.
Die Gesellschaft belohnt selten das Ungewöhnliche. Sie lässt dich zu, solange du nützlich bist. Und sie bekämpft dich, sobald du störst.
Ich glaube: Viele verwechseln „normal“ mit „gesund“. Oder mit „gut und richtig“. Oder mit „sicher“. Dabei ist „normal“ oft nur das Ergebnis von Angst.
Angst vor Ablehnung. Angst davor, nicht dazuzugehören. Angst, sich lächerlich zu machen. Und Angst kostet mehr als jeder mutige Schritt, den man zu spät gemacht hat.
Wenn du dich also manchmal fremd fühlst, zu viel, zu direkt, zu unruhig, zu empfindlich, zu ambitioniert, dann ist das nicht automatisch ein Fehler.
Vielleicht bist du einfach noch nicht komplett weichgekocht worden. Vielleicht ist da noch ein Rest von dir übrig, der sich nicht in diese Form pressen lässt.
Die unbequemste Frage ist nicht: „Was ist normal?“
Die unbequemste Frage ist: „Was habe ich mir abgewöhnt, um einfacher, passender und gefälliger zu sein?“
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