Das Leben ist zu kurz, um vielbeschäftigt zu sein

Lesezeit: 5 Minuten

Der Faulpelz fürchtet das Bett – des Aufstehens wegen.
Sprichwort – Verfasser unbekannt

Was ist das allererste, an das Sie nach dem wach werden denken?

Sind es gute oder schlechte Gedanken? Denken sie über privates oder den Job nach? Oder denken Sie nur „Herr, lass mich einfach liegen bleiben“. Geht es Ihnen morgens bereits schlecht beim Gedanken an den Tag? Oder stehen Sie mit Freude auf und können es gar nicht erwarten was der Tag bringt?

Zwei Fragen dazu:

  • Wie fühlen Sie sich wenn Sie diese Gedanken denken?
  • Wie fühlen Sie sich jetzt, wenn Sie aus einer anderen Perspektive darüber nachdenken?

Bei meinem jüngsten Sohn sind es morgens meist folgende Überlegungen „was kann ich als nächstes malen?“, „wo sind meine Lego Figuren von gestern Abend?“, „als was verkleide ich mich als nächstes, Fledermaus oder Ninja?“ Gut gelaunt, rennt er durchs Haus und freut sich auf alles was ihm in die Quere kommt. Bei den beiden Älteren sehen die Gedanken bereits anders aus (Schule).

Woran liegt das?fullsizeoutput_4b6b

Wie oft in meinem Leben, wurde ich morgens mit dem ersten Gedanken wach: „was habe ich heute noch im Job zu tun?“; „welche Aufgaben stehen heute an“; „zu welchen Meetings muss ich?“; „wen rufe ich am besten schon auf dem Weg zu Arbeit an?“, „wer erwartet heute welche erledigten Aufgaben von mir?“, „Wen oder was habe ich gestern vergessen und brennt deshalb heute an?“.

Als Unternehmer sind es nun andere Gedanken: „Wo kommen die nächsten Aufträge her?“, „was, wenn ich meine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen kann?“, „die Fixkosten fressen uns auf?“, „auf diesen Kunden habe ich überhaupt keine Lust!“, „hoffentlich können wir Kunde X zufriedenstellen“, „kommende Woche haben wir eine Steuerprüfung“…

Die meisten Sorgen treten zwar nie ein und sind völlig unbegründet – aber trotzdem vorhanden.

Vielleicht sind wir glücklicherweise morgens auch einfach noch zu müde, um uns Gedanken über den Tag zu machen. Spätestens nach dem ersten Kaffee ist unser Geist offen für diese „Morgenfurcht“.

Wie bekommen wir aber die Macht über unseren Morgen, unseren Tag, unser Leben zurück. Und wie erkämpfen wir uns unsere Gedankenfreiheit wieder?

Wir haben jederzeit die Wahl:
– liegen zu bleiben
– heute nicht zur Arbeit zu fahren
– die Rechnungen nicht zu bezahlen
– ihre Kinder heute nicht in den Kindergarten zu bringen
– den Hund nicht raus zu lassen
– Schokolade zum Frühstück zu essen
– den ganzen Tag im Morgenmantel zu verbringen
– usw.

Sie glauben mir nicht?
Natürlich finden wir 100 Gründe, weshalb das jetzt gerade nicht geht. Weshalb das gerade für uns nicht passt.

Wer hat in unserem Leben die Macht oder „Wem“ geben wir die Macht über unser Leben?

„Den Verpflichtungen, anderen Leute, dem Chef, den Kollegen, unseren Kindern, unseren Eltern, den Umständen“ …

Tun Sie mir einmal den Gefallen, und denken ein paar Sekunden darüber nach…

Wer hat in Ihrem Leben die Macht?

Wer zwingt Sie aufzustehen?

Niemand!!!

Natürlich hat all unser Handeln oder nicht Handeln einen Preis.
Bleiben wir liegen, müssen wir den Preis dafür zahlen. Wie immer der auch aussieht. Unsere Kinder müssen womöglich ohne Frühstück in die Schule. Der Hund verrichtet seine Notdurft im Wohnzimmer. Die Kollegen müssen unsere Arbeit mit erledigen und dem Chef müssen wir begründen, weshalb wir nicht gekommen sind.(Obwohl wir, konsequent nachgedacht, auch hier entscheiden können, ob sie wir das tun).

Das alles ist richtig und sind Gründe.
Aber konsequent und ehrlich darüber nachgedacht, zwingt uns niemand zu irgendetwas.

Ihre Rechnungen müssen wir nicht zahlen.
Auch das hat eine Konsequenz. Wir werden die ein oder andere Mahnung erhalten. Evtl. kommt ein Mahnbescheid und im Anschluss ein Gerichtsvollzieher. Unter Umständen erhalten Wir einen negativen Schufa Eintrag und gehen für ein paar Wochen oder Monate ins Gefängnis. Zwingen zu zahlen, kann uns niemand.
Es gibt heute tausende Menschen in Deutschland die ihre Rechnungen nicht zahlen (obwohl sie es könnten). Wenn sie jetzt denken, „ins Gefängnis muss ich aber“ ist das auch nur bedingt richtig. Sie können z.B. verhandeln und frei bleiben. Sie können vorher das Land verlassen oder untertauchen.

Wer hat in Ihrem Leben die Macht?

Ich glaube, das wir aus Faulheit anderen Menschen oder den Umständen die Macht einfach überlassen.

Wir sind zu faul nachzudenken.
Wir sind zu faul die Verantwortung zu übernehmen.
Wir sind zu faul, die Dinge anders zu tun.
Wir sind zu faul, die Konsequenzen unserer Handlungen anzunehmen.

Es ist so einfach, nicht nachzudenken, was zu tun ist, wenn einem jemand sagt was man tun soll.
Es ist so einfach, Dinge zu tun „weil man es eben einfach so macht“, und nicht darüber nachzudenken, die Dinge einmal anders zu tun.

Der gleiche Urlaub, die gleichen Klamtotten, die gleichen Freunde, der gleiche Job, das gleiche Auto, der gleiche Weg zur Arbeit, das gleiche Essen …

Manchmal sehne ich mir meine Zeit bei der Bundeswehr zurück.
Die Grundausbildung war komplett geregelt. Es gab Tage an denen musste ich mich nur entscheiden ob ich nachdem Aufstehen eine Zigarette rauche (ich habe dort auch aufgehört zu rauchen ;-)).
– Aufstehen: Festgelegt. Das Wecken übernahmen andere.
– Körperpflege (stand sogar auf dem Dienstplan).
– Essensausgabe (Man wurde als Rekrut sogar zum Essen geführt und abgeholt).
– Der Tagesablauf war durchstrukturiert.
– Dienstschluss (raus aus der Kaserne durften wir noch nicht).
– Licht aus 22:00 Uhr.

Problematisch wird es nur, wenn solche Zeiträume zu lange dauern. Bei der Bundeswehr nannte man solche Leute „Zivilversager“. Stellen Sie sich vor, sie machen das über Jahre.
Viele Menschen hatten es nach Ihrer aktiven Zeit beim Militär echt schwer im „Zivilleben“.
Es gibt auch heute noch Firmen, die so agieren. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Wie geschrieben: es ist Ihre Entscheidung.

Ich bitte Sie:
Wenn Sie aus diesem Text nichts mitnehmen, denken Sie bitte über die folgenden beiden Punkte nach:

  1. Hinterfragen Sie öfter mal „Wer hat in diesem Moment die Macht über Ihr Leben?“
  2. „Sie sind verantwortlich für Ihr (Nicht) Handeln!“

„Frühmorgens im Bett auf dem Rücken zu liegen, die Hände unter dem Nacken verschränkt, und ernsthaft zur Stubendecke hinaufzublicken, ist eine fruchtbringende und anstrengende Tätigkeit.“
(Heiner Geißler)

PS: mir ist bewusst, dass das alles leichter geschrieben als getan ist. Ich bin, was diesen Text angeht, selbst mein bestes Beispiel. Je häufiger ich selbst darüber nachdenke, desto häufiger denke ich „ich bin verantwortlich“ und tue die Dinge bewusst mal anders.

In diesem Sinne

Dein Leben – Dein Spiel – Deine Regeln
http://www.thimo-mueller.com

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