Weshalb du das Leben nicht so Ernst nehmen solltest

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Weshalb du das Leben nicht so ernst nehmen solltest

Wer hat eigentlich gesagt, das wir alles so ernst nehmen sollen? Wer bringt uns bei, wie wir in welchen Situationen zu reagieren haben? Weshalb habe ich manchmal das Gefühl, dass anderer Leute Zeit, knapper und wertvoller ist als meine?

Vor ein paar Wochen habe ich gemerkt, das ich morgens zuerst mein Handy und danach erst meine Frau ansehe. Das ich mehr Zeit mit Gedanken über geschäftliche Dinge verbringe als über Gedanken an Freunde und Familie. Das ich 90% des Tages sitzend verbringe und viel zu wenig lache. Das ich, bevor ich Dinge tue, oft zuerst denke was andere über mich denken könnten.

Dann sterben nahestehende Menschen … ich bin wieder ein paar Tage „geerdet“ bevor alles wieder seinen gewohnten Lauf nimmt.

Dazu bin ich nicht mehr bereit!

Drei Dinge die mich um- und antreiben

  1. Ich möchte glücklich sein, bei allem was ich tue, egal was ich tue
  2. Ich suche nicht mehr nach Dingen die mich glücklich machen, sondern siehe 1)
  3. Ich nehme alles so locker und einfach wie möglich.

Warum:

  1. Weil genau dieser Atemzug mein letzter sein könnte.
  2. Weil diese Zeile, die du in diesem Augenblick liest, das letzte sein könnte, was ich schreibe.
  3. Stell dir vor, das die nächste Person die du siehst, die letzte sein könnte die du sehen wirst.
  4. Weil es meinen Kindern egal ist, weshalb ich schlecht gelaunt bin und welchen Stress ich gerade habe.
  5. Weil ich nicht geliebt werden will  nur weil ich einen guten Job mache oder Kohle nach Hause bringe.
  6. Wir sollten nicht leben als wäre es der letzte Tag in unserem Leben. Wir sollten leben als wäre es der erste Tag in unserem Leben.
  7. Wie würdest du küssen, wenn dein nächster Kuss dein letzter sein würde?
  8. Denk daran, es gibt keine Tätigkeit auf der Welt, bei der noch niemand gestorben ist.
  9. Auf meinem Grabstein soll nicht stehen „er war ein guter Arbeiter“.
  10. Es gibt nie den richtigen Tag. Die eine Hälfte unseres Lebens sind wir für die Dinge zu jung, die andere Hälfte unseres Lebens sind wir für die Dinge zu alt.
  11. Am Ende hätte James Bond das Paradies behalten, den Apfel gegessen, Eva vernascht und die Schlange gekillt. Schuld wäre niemand gewesen. (Hermann Scherer)

PS: Wie kommen wir eigentlich auf den Gedanken: „Das Leben wäre nicht gut so, wie es ist?“

Was sind unsere Antworten auf die Frage: „wie gehts/wie war dein Tag“- „geht so“

– „es muss ja“
– „ok, und selbst?“
– „war schon mal besser“
– „und dir?“
– „immer weiter“
– „ganz gut“
– …

Wir sehen den Tag als etwas an, was wir „herum gebracht“ haben.
Wir gehen mit dem Leben um, als wäre es ein Kampf. Noch dazu einer, den wir am Ende hundertprozentig verlieren.

Ich habe in einem Buch von Michael A. Singer „Die Seele will frei sein“ eine sehr interessante Passage gefunden.
Hier der Link dazu

Nachdenken über den Tod.

„Wenn jeder Atemzug der letzte sein kann, möchte ich mein Leben auf die bestmögliche Art verbringen. Ich höre auf, die Menschen zu ärgern, die ich liebe. Ich werde ab jetzt mein Leben aus dem tiefsten Teil meines Seins leben.“
So sinngemäß Michael A. Singer.

„Was machst du mit deinem Leben?“
Das ist, was der Tod dich fragt.

Und wenn er sagt, er holt dich morgen, wie reagierst du?

Versuchst du, noch eine Woche rauszuschlagen?
Um noch alles Wichtige zu erledigen?

Er wird dir sagen:
„Wofür brauchst du diese Woche noch?
Du hattest doch allein in diesem Jahr bereits 50 Wochen?
Was hast du denn da gemacht?
Nichts Wichtiges?“

Wenn du noch eine Woche hättest, dann kommen deine unerfüllten Wünsche hoch und du sagst dir: Das sollte ich wohl schnell noch machen…Und du wirst finden: Das ist nicht die Lösung. Es ist dein Versuch, noch bestimmte Erfahrungen zu machen.

Leben ist nichts, was du bekommst. Du kannst das Leben erfahren. Das Leben „passiert“, egal ob du da bist oder nicht, und das seit Millionen von Jahren.

Der Tod macht das Leben so wertvoll.

Wenn wir hier ewig leben würden, würden wir jede Sekunde (weiter) verschenken.
Die meisten Menschen glauben, der Tod nehme ihnen etwas weg.
Der weise Mensch stellt fest, dass der Tod ihm ständig etwas schenkt.
Der Tod schenkt seinem Leben Bedeutung.
Und deshalb ist der weise Mensch jederzeit bereit, zu sterben.

Der Tod bringt dich dazu, auf den Moment zu achten.

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