Das Leben ist zu kurz um Zuschauer zu sein

Lesezeit 4 Minuten (Plus 5 Minuten zum Augen schließen und Gedanken aussortieren)

Tun wir überhaupt noch relevante Dinge?
Wir sind zu erschöpft, da unser tun Nicht relevant ist?
Arbeiten wir in unserem Bürojobs überhaupt noch?
Produzieren wir etwas greifbares?
Was tun wir, für was und für wen sind wir verantwortlich?
Unser beschäftigt sein, dient uns als Rückversicherung, Als Waffe gegen die Leere in uns.

Wir führen ein beschäftigtes Leben. All die Besorgungen, E-Mails, Meetings, Gespräche, Fahrten von A nach B, all die privaten Termine mit Menschen, die wir teilweise gar nicht sehen wollen. Die TV Sendungen von den wir uns berieseln lassen. All das wirrt in unserem Kopf herum und sorgt für … ja für was eigentlich? Wir nehmen uns nicht mehr die Zeit nachzudenken. Kurz anzuhalten um innezuhalten. Die Vielbeschäftigung kommt uns gerade recht. Sie ist unsere Waffe, unsere Waffe im Kampf gegen die Leere im Kopf. Wir beschäftigen uns mit so vielen Dingen im außen, um uns vor dem Blick in unser Inneres zu schützen. Der Benediktiner Pater Anselm Grün, dem ich gestern zuhören durfte sagte: „Wir leben in einer Zuschauergesellschaft“. Wir nehmen nur noch auf: Nachrichten, Videos, Bilder, Filme, Artikeln, Bücher etc. Ich vergleiche das gerne mit dem Essen. Wir nehmen unsere Nahrung nur noch auf. Wir denken kaum noch darüber nach, was und wie viel wir zu uns nehmen. Der einzige Vorteil gegenüber der Informationsaufnahme und Berieselung ist, dass unser Körper zumindest in der Lage ist zu verdauen und überflüssiges wieder auszuscheiden.
Was passiert aber mit den ganzen Informationen die wir den Tag über zu uns nehmen? Dazu kommt, dass die meisten Informationen einen negativen Charakter haben, Zeitdruck verursachen oder uns Angst machen. Wir sind heute in der Lage, jede Nachricht, von jedem Kontinent der Erde zu jeder Zeit präsentiert zu bekommen. Ob wir wollen oder nicht. Meine vor kurzem gestorbene Großmutter hat einmal gesagt: „Früher wussten wir nicht, das eine Scheune im Nachbardorf angebrannt ist. Heute sind es 100 Scheunen, die an einem Tag brennen.“ Was macht das mit unseren Köpfen und den Köpfen unserer Kinder? Wenn sie heute „Tot“ bei Google eingeben bekommen sie 633 Mio Ergebnisse. Leben bringt es lediglich auf 326 Mio.

Haben sie mal versucht für ein paar Minuten nichts zu tun? Einfach mal sitzen, die Augen schließen, nichts tun, ihre Gedanken kommen und gehen lassen. Ohne zu werten, ohne sich schlecht dabei zu fühlen (Was könnten die Kollegen denken wenn ich hier mit geschlossenen Augen rum sitze?) Probieren Sie es doch mal aus. Ich wette, Sie finden einen „guten“ Grund, weshalb das gerade jetzt nicht geht. Vielleicht sind Sie ja gerade zu „vielbeschäftigt“ dafür.
Ich für meinen teil, nehme mir jetzt die 5 Minuten Zeit und schließe meine Augen. Tun Sie sich auch den Gefallen. Stellen Sie ihren Wecker am Handy auf 5 Minuten, stellen es auf Flugmodus und schenken Sie sich diese 5 Minuten — wir lesen uns gleich wieder — na los!!

Weshalb nehmen wir uns die Zeit den Dschungelkönig zu suchen oder mit dem nächsten deutschen Superstar mitzufiebern? Die Zeit Clash of Clans oder Candy Crush zu spielen. Und weshalb nehmen wir uns NICHT die Zeit, uns nur 5 Minuten mit uns selbst zu beschäftigen? Wir putzen uns doch auch jeden Tag die Zähne. Weshalb reinigen wir nicht auch jeden Tag unsere Gedanken?

In diesem Sinne
Thimo Müller

PS: Es würde mich freuen, wenn Sie „Gefällt mir“ drücken, kommentieren oder den Artikel teilen. Danke.

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  1. Ich habe mir zwar noch nicht die 5 Minuten genommen, aber schöne Gedanken! Ja, uns stehen so viele Informationen zur Verfügung, dass es schwierig ist, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Vielleicht schauen wir so viel Blödsinn im Fernsehen, weil man da wirklich mal nicht nachdenken muss, aber ist das so sinnvoll? Bequem ist mal auf jeden Fall. Einfach mal nichts zu machen oder unseren Gedanken freien Lauf zu lassen, dazu müssen wir uns wohl echt mal öfter zu ermahnen. Danke fürs Dranerinnern!

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