Es steht mir ja nicht zu, aber …

Ich will dich ja nicht belehren, aber …

Ich will dir ja nicht sagen was tu tun sollst, aber …

An deiner Stelle würde ich …

Ich habe ja eigentlich kein Recht dir etwas vorzuschreiben, aber …

Ich weiß, du willst das jetzt nicht hören, aber …

Bitte versteh mich nicht falsch, aber …

Was sollen denn …xyz… denken?

Ich wollte es dir eigentlich nicht sagen, aber …

Ich weiß es steht mir eigentlich nicht zu dich zu kritisieren, aber …

Weißt du, was ich an deiner Stelle machen würde?

Das kannst du doch nicht machen. 

Stell dir mal vor, alle würden so denken wie du?


„Du hast dich ganz schön verändert“ – sagte vor einigen Wochen eine frühere Schulkameradin aus der Grundschule zu mir. Meine erste gedankliche Reaktion war „Verteidigung“.
Ich soll mich verändert haben? Ich bin doch immer noch der gleiche. Warum denke ich sofort an eine negative Veränderung und weshalb gehe ich in den Verteidugungsmodus?

Ich habe mich dann nach kurzem nachdenken bei ihr bedankt und sie gefragt, wie sie das meint.

Ihre Antwort: „Naja, mit deinen Artikeln und was du so schreibst und so … du weißt schon …“

Es gibt immer jemanden der eine (gutgemeinte) Meinung zu deinem Verhalten hat.                  Ich bin selbst mein bestes Beispiel. Zu fast allem und jedem – zu jedem Verhalten und jedem gesprochenen Wort habe ich meinen Senf, den ich dazugebe (gedanklich oder auch verbal). Oft weiß ich es sogar besser (meine ich) und habe die Weisheit morgens schon dick auf meinem Brot liegen.

Ich habe Jahre gebraucht, um festzustellen das meine Frau glücklich „ist“ so wie sie ist.                   Einfach glücklich mit allem. Das Sie nicht auf alles was sie mir sagt eine Antwort oder einen Ratschlag von mir haben möchte. Das Sie sich manchmal einfach nur „mitteilen “ möchte, sonst nichts. Wir Männer haben da so ein Helfersyndrom, das immer anspringt, sobald uns jemand von seinen „Problemen“ (oder was wir dafür halten) erzählt. Wir kommen dann sofort mit irgendwelchen Lösungsvorschlägen um die Ecke, ohne nachzudenken ob das überhaupt gewollt wird.

„Thimo, hör mir doch einfach nur mal zu. Du musst mir nicht immer irgendwelche Lösungen präsentieren. Es ist alles gut“

So geht es mir oft. Sobald jemand etwas sagt oder tut, läuft in mir ein Automatismus ab.           Ich muss unbedingt etwas tolles dazu sagen.

  • Was halte ich davon
  • Wie kann mein Gegenüber etwas besser machen
  • Was würde ich an seiner Stelle tun
  • Was sehe ICH als die Lösung an

Manchmal falle ich sogar Leuten ins Wort um Ihnen meine Meinung ins Gesicht zu „spucken“. Was soll das???

Gestern Abend habe ich mit einem Mentee telefoniert und mir fest vorgenommen IHN reden zu lassen. Es hat fast 10 Minuten gedauert, bis ich ihn nach seinem „Hallo“ habe zu Wort kommen lassen. OK, im Mentoring werde ich für meine Meinung bezahlt, trotzdem vergesse ich immer wieder das zu einem Gespräch ja zwei Personen gehören.

Zuhören und miteinander reden fängt an, wenn wir uns keine Gedanken mehr über unser nächstes Wort machen. Wenn es nicht mehr nur unsere Meinungen und Ratschläge sind die wir uns gegenseitig mitteilen. Wenn wir vor dem andern nicht mehr nur gut dastehen wollen.

Zuhören und verstehen wollen ist meiner Ansicht nach einer der schwersten Einstellungen die es gibt. Unmittelbar danach kommt, das Gesagte wertfrei zu akzeptieren und zu schätzen. 

Das sind aber, wie immer, nur meine Gedanken….

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