Ihr elenden Schwächlinge

Lesezeit: 3 Minuten

Heute möchte ich mit einer kleinen Bitte starten.

Ich möchte, das ihr alle einen kleinen Moment inne haltet, ihr elenden Schwächlinge, und die Bilanz eures traurigen Daseins zieht.

Das war der Rat, den St. Bendedikt seinen verdutzten Gefolgsleuten im 5. Jahrhundert gab.

Es war rückblickend auch dieser Rat, den ich elender Schwächling seit einigen Monaten zu befolgen versuche (Klassischerweise mit 40, verheiratet, 3 Kindern und Hund). Dazu aber an anderer Stelle/später mehr…

Weshalb treffe ich im Privatleben meine eigenen Entscheidungen und überlasse das im Berufsleben anderen?

Wir entscheiden uns für unseren Partner, unsere Freunde, unseren Wohnort, unsere Hobbies …

Im beruflichen Kontext dagegen entscheiden wir uns vielfach nur einmal (Wobei ich mir nicht einmal da sicher bin.)
Ich zumindest, habe rückblickend keine wirklichen Entscheidungen getroffen sondern meistens nur reagiert.

“Wir arbeiten in Jobs die die uns keinen Spaß machen, an Aufgaben die uns nicht erfüllen, für Leute die wir hassen, um Geld zu verdienen das wir noch nicht haben, um Dinge zu kaufen die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren die wir nicht mögen” (Provokant abgewandelt aus dem Film Fight Club)

Die wenigsten Menschen, am Übergang zwischen Schule und Universität/Beruf wissen, wofür sie sich da entscheiden. Daraus folgt, dass aktuell fast jeder dritte Student sein Studium und Berufsanfänger ihren Job abbrechen. Für alle anderen heißt es ab dann, „Durchhalten“.
Durchhalten, in einem Job, für den ich mich entschieden habe, als meine Interessen ganz andere waren, und ich maximal bis zum kommenden Wochenende denken konnte. Durchhalten, in einem Job, den wir des Geldes wegen gewählt haben. Durchhalten, in dem erstbesten Job, den ich bekommen habe. Durchhalten in einem Job mit einem coolen Titel. Durchhalten, in einem Job der uns zu Depressionen, Burn-Out oder sogar zu einem Selbstmord(versuch) führt.

„Many of us are clearer on how to build an external career than on how to build inner character.“
David Brooks

Ich habe die Schnauze voll vom Durchhalten in irgendetwas.

– ca. 4 Mio. Menschen in Deutschland leiden aktuell unter Depressionen.
– 80% der Menschen haben schonmal über einen Selbstmord nachgedacht.
– Etwa alle 53 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben.
– Alle 5 Minuten, schätzen Fachleute, versucht es jemand.
– In Deutschland sterben mehr als doppelt so viele Menschen durch Selbstmord als durch einen Verkehrsunfall.
– Bei den 15- bis 35-Jährigen ist der Suizid als Folge einer Depression die zweithäufigste Todesursache.

Wie die 20-jährige Bekah Miles, die vor einem Jahr sehr viel Zuspruch bekam, als sie auf Facebook ihre Gedankenwelt öffentlich machte:

“Für mich zeigt sich Depression an den Tagen, an denen ich traurig bin, ohne einen Grund zu haben.
Depression zeigt sich an den Tagen, in denen ich es nicht schaffe, aufzustehen.
Depression heißt zu viel oder zu wenig schlafen.
Depression ist die Hausaufgabe, die ich nie fertiggestellt habe, einfach weil ich nicht das Gefühl hatte, dazu imstande zu sein.
Depression sind meine Zusammenbrüche, für die es keine Erklärung gibt.
Depression heißt, zuviel oder zu wenig zu essen.
Depression sind die Nächte, in denen ich weine, weil ich mich so überwältigt fühle, obwohl alles in Ordnung ist.
Depression sind die 50 Pfund, die ich ständig in meiner Brust herumtrage.”
Der typische Redner auf einer Schul/Uni-Abschlussfeier erzählt den frischgebackenen Absolventen immer etwas in der Richtung:

– Folgt eurer Bestimmung
– Lebt nach euren Werten
– Seid ehrlich zu euch selbst
– verstellt euch nicht
– Ihr könnt alles erreichen

… wir haben das alle schon gehört.

Diese Aussagen hören sich gut an. Näher betrachtet, sagen sie leider nichts aus. Das alles sind Gedanken, die bei uns beginnen und bei uns enden.
Solange, wie wir nicht wissen, um was es sich bei unserer Bestimmung oder unseren Werten handelt. Solange wir nicht sagen können, wer die Person im Spiegel ist, kommen wir nicht weit.

Sollten wir nicht lieber fragen „Was erwartet das Leben von mir?“
Wie kann ich mein tiefstes Inneres mit den Erwartungen der Welt in Einklang bringen?

Das Leben kann so einfach sein, warum machen wir es uns so schwer?

Wir werden nie bei unseren Zielen im Außen ankommen, weil es immer noch etwas mehr zu erreichen gibt.

„Der Mensch komponiert sein Leben nicht dadurch, dass er besser ist als andere, sondern indem er besser ist als sein früheres Ich.“
Verfasser: ich weiß es wirklich nicht mehr

PS: Es würde mich freuen wenn Sie „Gefällt mir“ drücken,“kommentieren“ oder den Artikel teilen. Danke

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