K wie kennen oder können

„Kenne ich schon“ ist vermutlich einer der häufigsten Sätze die ich zu hören bekomme. Unmittelbar nach „hab ich schon mal irgendwo gelesen“ und „das weiß ich“.

Alles schön und gut.

Aber nur weil ich schon mal jemanden gesehen habe, der 5m beim Stabhochsprung überspringt, heisst das nicht, das ich so etwas auch kann. Ich kenne Leute, die laufen jeden Tag 12 km und kommen dabei kaum ins schwitzen. Ich sehe nach 5km schon aus wie nach einem Marathon. Wir sollten zwischen „kennen und können“ unterscheiden „können“ 😉

Wann können wir etwas?

Es kommt immer darauf an, welchen Anspruch wir haben. Wie gut wollen wir in etwas sein? Haben wir ein Ziel, oder tun wir die Dinge einfach nur so? Welche Dinge möchten wir eigentlich gut können? Bei welchen reicht es, sie einfach zu tun? Welche Dinge möchte ich nicht tun? Ich schreibe mir in unregelmäßigen Abständen immer „Dinge Listen“. Diese Listen helfen mir mich zu fokussieren, und zeigen mir ob ich wirklich das tue was ich möchte und was mir Freude bereitet. Anbei einige Beispiele, wie solche Listen aussehen könnten:

Ideen für „Dinge Listen“

10 Dinge…

  1. die ich einfach tun möchte (ohne Anpruch auf „gut sein“):
  2. bei denen ich besser werden möchte
  3. von denen ich mehr machen möchte
  4. die ich öfter machen möchte
  5. die ich nicht tun möchte
  6. die ich tue, ohne das ich weiß weshalb ich sie tue
  7. die ich tue, weil andere Sie von mir erwarten
  8. die ich tue, weil ich denke das andere Sie von mir erwarten
  9. die ich tue, weil es sich gehört
  10. die ich lassen sollte
  11. die ich nur des Geldes wegen tue
  12. zu denen ich gezwungen werde
  13. bei denen ich ein schlechtes Gewissen habe
  14. die ich nicht lassen kann
  15. die andere von mir erwarten
  16. bei denen ich mich gut fühle
  17. bei denen ich mich schlecht fühle
  18. die ich tue ohne darüber nachzudenken
  19. die mir keinen Spaß mehr machen
  20. die mir Spaß machen
  21. die ich nicht mag
  22. die ich aus Liebe tue
  23. die ich tue, weil ich andere Liebe
  24. die ich tue um gemocht zu werden
  25. die ich aus Angst tue
  26. die ich tue weil mir langweilig ist
  27. die ich bereue
  28. von denen ich weiß, das sie nicht gut für mich sind
  29. bei denen ich vergesse zu essen
  30. bei denen die Zeit rasend schnell vergeht
  31. bei denen die Zeit gar nicht vergeht

einzelne Punkte kommen bei mir immer wieder vor. Andere stehen nur einmal drauf. Manche Dinge stehen dort ohne das ich weiß weshalb.

Ich stelle mir dann die folgenden Fragen:

  1. Welche Dinge möchte ich gerne besser können?
  2. Weshalb möchte ich einzelne Punkte besser können?
  3. Weshalb stehen die Dinge generell dort?
  4. Was wäre, wenn ich sie nicht mehr tun dürfte?
  5. Was, wenn ich nur noch eine Sache machen dürfte?
  6. Welche Sache wäre das?
  7. Welche 5 Dinge würde ich am liebsten tun?
  8. Bei welchen habe ich das Gefühl, ich sollte Sie lassen – tue es aber nicht?
  9. Aus welchen Gründen?

Bei der Beantwortung der Fragen lerne ich mich immer besser kennen. Meine Beweggründe, meine Motivation. Warum tue ich die Dinge, die ich tue?

Beispiel gefällig???

Der Warum Kreislauf

Ich trinke jeden morgen (jeden!!!) mindestens zwei Tassen Kaffee. Meistens eine im Bett und die andere im Büro an meinem Schreibtisch oder in meinem Sessel. Warum mache ich das? Woher kommt diese Angewohnheit? Was will ich damit bezwecken?

  • Um schneller wach zu werden (warum?)
  • Um leistungsfähiger zu sein (wofür?)
  • Um bessere Ergebnisse zu erzielen bei dem was ich tue (warum?)
  • Um meiner Familie und mir ein angenehmes und sicheres Leben zu ermöglichen (warum?)
  • Um an einen Punkt zu kommen bei dem ich vollkommen unabhängig bin und jederzeit entscheiden kann was ich tue (warum?)

Das kann zugegebenermaßen als relativ egoistisch rüber kommen. Allerdings „in welchen Augen egoistisch?“. In anderer Leute Augen? Damit gebe ich die Macht gleich wieder ab an Andere. In dem Moment, an dem ich denke „das ist aber egoistisch von dir“ bin ich schon wieder im Außen. Ich lege einen Maßstab an „der sich eben so gehört“. Ich überlege mir, „was denken die anderen, wenn sie das lesen? Sie glauben bestimmt, du bist egoistisch“. Wobei wir dann wieder am Anfang eines „Warum Kreislaufs“ wären:

Warum stört es dich, wenn andere dich für egoistisch halten?

  • Ich möchte anderen gefallen (warum?)
  • Ich möchte ein harmonisches Leben und keine Konflikte (warum?)
  • Ich mag es nicht, wenn mich andere Leute kritisieren (warum?)
  • Ich glaube, das ich damit erfolgreicher bin (warum?)

Zu einem Ende komme ich in den seltensten Fällen bei diesem Fragekreislauf. Das ist auch nicht mein Ziel. Was ich damit erreichen möchte, ist eine andere Sicht auf die Dinge zu bekommen. Nichts mehr als einfach gegeben hinnehmen, sondern hinterfragen und besser verstehen, weshalb ich die Dinge tue. So kommt man beispielsweise vom Kaffee trinken über ein angenehmeres Leben zu Konfliktvermeidung und Erfolg.

 

PS: Denk daran:
  • Dieser Atemzug kann Dein letzter sein.
  • Deinen Kindern ist es egal, weshalb du schlecht gelaunt bist und welchen Stress du gerade hast.
  • Der richtige Tag kommt nie. Entweder sind wir zu jung oder zu alt.
Thimo Müller
Headhunter – Career Mentor
Dein Leben – Dein Spiel – Deine Regeln
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