„J“ wie „JA“ #66

Es gibt zwei Arten von Ja´s für mich.

Ja: Das eine Ja nutze ich um meine Ruhe zu haben und damit alles harmonisch bleibt      (wir haben auch ein wenig Angst Nein zu sagen). Dieses Ja ist nicht immer ehrlich. An dieses Ja halte ich mich nicht immer. Diese Ja´s können wir gar nicht immer einhalten.

  1. Kannst du deine Sachen bitte wegräumen?
  2. Kannst du bitte den Rasen mähen?
  3. Bringst du bitte Milch mit?
  4. Spiel nicht so viel am Handy.
  5. Um 9 Uhr machst du bitte das Licht aus.
  6. Fahr nicht so schnell.

„All in Ja“: Dann gibt es noch die Ja´s, bei denen wir „all in“ gehen. Die Ja´s, bei denen wir wissen „das zieh ich jetzt durch“. Die Ja´s vor denen wir auch ein wenig Angst haben, da wir genau wissen, da gibt es jetzt kein zurück mehr. Manchmal schieben wir sie lange vor uns her. Wir wissen, das sie uns extrem weiter bringen würden, handeln aber nicht. Warum ist das so?

Ab heute …

  1. gehe ich 5 x in der Woche mindestens 30 Minuten laufen
  2. schreibe ich jeden Wochentag einen Artikel
  3. trinke ich jeden Tag 3l Wasser
  4. rufe ich jeden Tag einen Neukunden an
  5. trinke ich keinen Alkohol mehr
  6. mache ich jeden Tag 30 Liegestütze
  7. meditiere ich jeden Tag 10 Minuten
  8. trinke ich keinen Kaffee mehr
  9. höre ich auf zu rauchen
  10. stehe ich jeden morgen um 5 Uhr auf
  11. gehe ich 3 mal in der Woche ins Fitnessstudio
  12. fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit
  13. bearbeite ich vor 11 Uhr keine Emails
  14. lese jede Woche 3 Bücher (das geht)

Sie kennen alle diese Vorsätze. Was aber bringt uns dazu, hierzu Ja zu sagen und es auch so zu meinen? Und vor allen Dingen, was bringt uns dazu dabei zu bleiben? Wenn ich beispielsweise zu mir selbst sage: „Ab heute läufst Du jetzt jeden Tag mindestens 30 Minuten“, dann weiß ich bereits bevor ich den Satz fertig gedacht habe „da hältst du dich eh nicht dran“. Warum? Weil immer etwas dazwischen kommen kann. „jeden Tag“ ist auch echt oft. Und „ab heute“ ist ziemlich lang. Machen wir es etwas überschaubarer und messbarer: „ab heute laufe ich an mindestens 5 Tagen in der Woche für mindestens 30 Minuten“. Besser, aber auch noch nicht endgültig fertig.
„Ab heute laufe ich an mindestens 5 Tagen in der Woche, für mindestens 30 Minuten,    15 Wochen lang“ – fast perfekt. Was mache ich, wenn ich es nicht einhalte? Mir schweben jetzt gerade Regen, Kälte, Termine usw. durch den Kopf. Ich muss mich also verpflichten. Am besten so, das es mir richtig weh tut. „All In“ eben. Sagen wir mal, ich plane diese 5 Tage pro Woche 30 Minuten. Ich verpflichte mich also. Am besten jemand anderem gegenüber. Das muss nicht unbedingt ein nahe stehender Mensch sein. Das kann sogar eine „Blog Leserschaft“ oder ein „Facebook post“ sein. Wichtig ist: Mit was gehst du „All In“. Was ist dein Einsatz? Was tut dir richtig weh??? Die besten Erfahrungen habe ich mit Geld oder Wertgegenständen gemacht.

Wichtig: der Einsatz muss so hoch sein, das es richtig, richtig richtig weh tut, wenn du es nicht schaffst. Eigentlich muss dir mit Abgabe deines Einsatzes klar sein – „das  ziehst du jetzt durch, egal was da kommt“

Wie sieht das also bei mir aus?

Für die kommenden 15 Wochen verplichte ich mich 4 mal in der Woche mindestens 20 Minuten zu laufen. Ich poste nach jedem Lauf ein Bild auf meinem Strava Account (https://www.strava.com). Ja, ich weiß. Weiter oben schreibe ich „5 mal“ und „30 Minuten“.  Nach Rücksprache mit meiner Frau habe ich das ganze etwas reduziert. Womit wir auch bei den zu beachtenden Punkten sind:

a) Machbarkeit: Beachte, das dein Vorhaben machbar bleibt. Spiele es in Gedanken durch und sei ehrlich zu dir selbst. Es bringt nichts, wenn du es bereits nach drei Tagen beendest. In meinem Fall ist 4 mal und 20 Minuten einfach „machbarer“. Und mehr machen kann ich ja immer noch.

b) Messbarkeit: Minuten, Anzahlen, Entfernungen, Dauer … Alles was irgendwie messbar ist hilft. Konkret werden heisst hier das Zauberwort.

c) Motivation: Weshalb tust du, was du tust? Das laufen tue ich a) um gut auszusehen; b) leistungsfähiger zu werden c) meinen „Bauchspeck“ loszuwerden d) länger zu leben e) mehr essen zu können f) gut vor meiner Frau und den Kinder dazustehen

d) Verpflichtung:  „all in“ gehen. Brenn die Boote hinter dir ab, nachdem du an einem fremden Strand landest!!!

e) Visualisieren: Wie sieht dein Zukünftiges Ich aus? Wie fühlt es sich an, nachdem du es erreicht hast und immer wieder erreichst?

f) Automatisieren: Alles was dich abhält oder stört (Eliminate. Simplify. Automate. Delegate. The Four Steps to Freedom! – Tim Ferris)

g) Vereinfachen: (Siehe oben)

h) Belohnen

i) Starten: Schnell starten, anfangen, einfach loslegen. Nicht lange überlegen.

j) Klein starten: Keine zu großen Ziele setzen. Siehe auch Erreichbarkeit

k) Erreichbar: Einfache Ziele setzen

l) Zwischenziele setzen

m) Mitstreiter suchen

n) Publik machen („all in“)

o) Planen: Nichts ist schlimmer als zu merken, dass wir beispielsweise eine OP haben oder irgendetwas anderes das erreichen des Ziels unmöglich macht. Bei mir ist es beispielsweise ein Termin beim Hautarzt der evtl. eine Muttermalentfernung nach sich zieht.

p) Terminiere: Trage dir die Termine in den Kalender ein

q) Keine Ausreden zulassen

r) Schmerzen: Die Verpflichtung soll weh tun. In meinem Fall spende ich 1.000€ an das Familienzentrum für krebskranke Kinder. Sie bieten Eltern und Geschwistern von Kindern in Behandlung ein Heim auf Zeit. http://www.familienzentrumgiessen.de.         Da diese Spende eigentlich etwas Gutes hat, möchte ich gerne noch etwas tun, das mir wirklich weh tut. Ich schwanke gerade zwischen „mein Handy für 4 Wochen nicht benutzen“ und „keinen Kaffee trinken für 8 Wochen. (Eigene Anmerkung: Jetzt gerade kommt bei mir der Moment, an dem ich merke „es wird Ernst“. Mein Hirn sucht gerade fieberhaft Ausreden und Auswege. ). Da ich mir aber sicher bin, das ich das schaffen werde, ist es sowieso egal, welche Verpflichtungen ich eingehe.

„Stop Moaning, Start Owning“

Start heute: 8w*4d*20m (minimum)

 

Thimo

 

PS: Denk daran:
  • Dieser Atemzug kann Dein letzter sein.
  • Deinen Kindern ist es egal, weshalb du schlecht gelaunt bist und welchen Stress du gerade hast.
  • Der richtige Tag kommt nie. Entweder sind wir zu jung oder zu alt.
Thimo Müller
Headhunter – Career Mentor
Dein Leben – Dein Spiel – Deine Regeln
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2 Antworten auf “„J“ wie „JA“ #66”

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