#122 – Krank und hilflos und schwach

So etwas „erdet“ ungemein. Hilflos hustend, frierend, schwitzend und fantasierend im Bett zu liegen. Warten, das alles vorbei geht.

Schwach, hilflos auf der Seite liegend, auf andere angewiesen lasse ich nur noch geschehen.
Kraftlos und mit leerem Kopf. Arme und Beine zu einer Fötenposition angewinkelt – keine Bewegung zu viel.

Schmerzen kommen und gehen. Nur noch hin nehmend.

Meine Krankheiten, die mich immer wieder in diese Lage bringen.
Oft voller Selbstmitleid damit es jeder hört und sieht. Danach voller Dankbarkeit, es endlich überstanden zu haben.

Aber Selbstmitleid vernichtet Erkenntnisgewinn.

Neben den Leidensphasen  gibt es immer auch klare und extrem kraftvolle Momente.

Ich nutze diese klaren Momenten für wirkliches Erkennen. Nicht irgendwelche guten Vorsätze fürs neue Jahr die bei 95 von 100 Menschen nicht funktionieren.

Nutze jede Krankheit, jedes niederknien, jedes am Boden Liegen dafür, diese klaren Momente zu finden. Kleine „Wiederauferstehungen“ die wir leider allzu schnell wieder vergessen.

Es geht nicht immer darum, schnellstmöglich wieder aufzustehen.

* Was will dir diese Krankheit vielleicht sagen?
* Was will dein Körper dir damit mitteilen?
* Was kannst du anders machen damit es besser wird?

Hast du vielleicht in der Vergangenheit zu viele Kränkungen erfahren oder dich zu oft gekränkt gefühlt? Wie bist du damit umgegangen? Umschliesst du die Kränkungen und lässt sie in deinem Körper wohnen? Oder versuchst du dich vor Kränkungen zu schützen, durch Angriff, Flucht oder Starre? Oder bist du in der Lage diese Kränkungen durch dich hindurchfließen zu lassen?

Meine Krankheiten kommen immer dann, wenn mein Körper oder mein Geist keinen anderen Ausweg mehr sehen. In diesem Fall ist es mein Geist dem ich nicht zugehört habe. Es war nie Zeit, da ich ständig damit beschäftigt war zu lernen, wie ich meinem Geist besser zuhöre.

Damit drehe ich mich im Kreis.

Bei meiner „Sinn-Suche“ ergeht es mir ähnlich. Bisher sehe ich es als meinen Lebenssinn an, nach einem Lebenssinn zu suchen.

Das ist schwer zu verstehen, und genauso schwer zu erklären.
Bisher war ich glücklich, sobald ich mich mit etwas befassen konnte von dem ich glaubte, das es mir bei der Suche nach meiner Bestimmung hilf.

Meine Bestimmung ist, auf der Suche nach Bestimmung zu sein.

Für was bin ich gemacht und gedacht?
Was haben andere davon, das es mich gibt?

Thimo Müller im März 2018

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