C’est la fucking vie (#508)


Tempus fugit – (die Zeit vergeht) und wir merken es oft zu spät

Diese Woche haben wir uns alte Bilder unseres ältesten Sohns angeschaut. Ein wenig wehmütig. Der kleine 12-Jährige war verschwunden. Für immer. Nächste Woche wird er 18.

Und ich frage mich: Wann genau ist das passiert? Wann war das letzte Mal, dass er mich gefragt hat, ob ich mit ihm spielen will? Wann war der Moment, in dem er nicht mehr meine Hand gehalten hat, ohne darüber nachzudenken?

Die größte Angst jedes Elternteils ist es, sein Kind zu verlieren. Und die schrecklich schöne Tragik der Elternschaft ist, dass wir unsere Kinder tatsächlich ständig verlieren. Tag für Tag für Tag. Nicht im wörtlichen Sinne, aber in dem Sinne, dass sie unaufhörlich wachsen, sich verändern, jemand anderes werden. Täglich, wenn nicht sogar stündlich.

Jeder Elternteil kennt dieses Gefühl. Doch es betrifft nicht nur die Familie. Es betrifft unser ganzes Leben, unser Business, unsere Entscheidungen.

Es passiert nicht auf einmal. Es passiert schleichend. Tag für Tag.

Wir verlieren ständig – Zeit, Chancen, Menschen. Die Kollegen, mit denen wir vor Jahren zusammengearbeitet haben, existieren so nicht mehr. Die Kandidaten, die gestern noch perfekt für eine Rolle waren, haben sich längst weiterentwickelt. Unternehmen verändern sich, Branchen wandeln sich, und wenn wir nicht aufmerksam sind, verpassen wir es.

Ich sehe es in meiner Arbeit als Headhunter, Mentor und Unternehmer: Die Menschen, die am meisten bereuen, sind nicht die, die Fehler gemacht haben. Sondern die, die zu lange gezögert haben. Die nicht den Mut hatten, zu handeln, als die Gelegenheit da war.

Die Frage ist nicht, ob sich etwas verändert – sondern ob du es erkennst, bevor es zu spät ist.

Die Zeit frisst alles.

Also, was verschwindet gerade aus deinem Leben, ohne dass du es bemerkst? Und was wirst du tun, bevor es zu spät ist?


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