„N“ wie Narben

„N“ wie Narben und Verletzlichkeit

Was wäre, wenn all deine Narben dich zu genau dem gemacht haben, was du heute bist?

70cm …

sind meine Narben lang. Und das sind nur die sichtbaren.
Lange Zeit nach meinem Unfall habe ich Sie versteckt. Sowohl die äußeren, als auch die inneren. Oft verstellt und mich stärker gegeben als ich war. Ich zog mich häufig zurück oder habe meine Gefühle mit Aggressivität, ausgelassenem Feiern, Gleichmut oder Genervtheit übertönt.

Gebracht hat es mir wenig.

  • „Warum zum Teufel habe ich meinen Unfall überlebt?“
  • „Was sollte ich daraus lernen?“
  • „Für was war mein Unfall gut?“
  • „Was bringen mir die Einschränkungen nach meinem Unfall?“

Meine Narben …

  • zeigen mir, das ich gewonnen habe!
  • machen mich zu dem, der ich bin!
  • zeigen mir meine Verletzlichkeit!
  • erinnern mich mein Leben zu leben!
  • sagen: geh immer „all in“
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Zwei Monate nach unserem Unfall. Damals wog ich noch 56kg. Rechts oben – 20 Jahre später wieder auf 75kg 😉

Der erste Mensch dem ich alle meine Narben und mein wirkliches Ich gezeigt habe, war meine Frau. Ein befreiendes Gefühl, absolut ehrlich zu sein. Das eigene Schild komplett fallen zu lassen und genau so zu sein wie man ist. Was hält uns davon ab unsere Narben und unsere Verletzlichkeit zu zeigen?

Angst und Schamgefühl

“The wound is the place where the Light enters you.”
― Jalaluddin Rumi

Deine Narben sind nur Erinnerungshilfe um dir zu zeigen wie stark du sein kannst

“To show your weakness is to make yourself vulnerable, to make yourself vulnerable is to show your strength” — Criss Jami

Frag dich:

  • Wissen die Menschen, die du liebst, was dich verletzt?
  • Kennen Sie deine „Narben“
  • Weist du selbst, was dich verletzt?
  • Kennst du deine Narben?
  • Wann zeigst du dich verletzlich?

Meine größten Ängste und Verletzlichkeiten

  • Krankheit oder Tod meiner Frau und Kinder
  • Nicht genügend Geld zu haben
  • Das ich selbst handlungsunfähig werde
  • Das andere mich nicht mögen

Meine Definition von Verletzlichkeit: Meine Ängste und Schattenseiten, die ich mir selbst kaum eingestehe, jemandem gegenüber preiszugeben.

Thimo Müller

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5 Antworten auf “„N“ wie Narben”

  1. Hallo Thimo,
    ich hatte selber einen Autounfall und habe danach einige Operationen über mich ergehen lassen, die auch Narben mit sich getragen haben. Ich bin der Meinung, dass diese Narben einfach zu der Persönlichkeit und zur „neuen Identität“ gehören und man diese ruhig auch zeigen sollte.
    Ich habe selbst kein Geheimnis darum gemacht und bin immer offen zu den Menschen um mich herum gewesen. Auch was meinen Unfall betrifft, habe ich nicht gescheut, es anderen zu sagen. Denn wenn dir jemand sehr nahae geht, dann finde ich, sollte er auch über deine Vergangenheit bescheid wisssen.
    Meiner Meinung nach ist, wenn man seine Schwächen zeigt, gar nicht schlimm, sondern eher mutig und stark. Denn jeder hat seine Stärken und Schwächen. Aber diese zuzugeben, erfordert Mut. Und damit erscheinst du anderen Menschen offener und sympathischer.
    Ob Menschen dich mögen, erährst du nur, wenn du mit ihnen sprichst und dich „offenbarst“, dein Selbst zeigst. Gar nicht erst anzufangen, weil der Gedanke da ist, dass es sowieso nicht funktioniert, halte ich für keine Option. Probier es aus und wenn es nicht klappt, dann ist es auch okay. Aber du solltest dich niemals aufgeben wegen so etwas.
    Ich finde deine Weise, zu denken, sehr gut. Mach weiter so! Einen wunderschönen Abend noch
    Jona

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  2. Hi Timo,
    wer spricht schon über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens … In der Gesellschaft scheint oftmals kein Platz dafür zu sein.
    Es sei denn, man hatte ein aha Erlebnis und krempelt sein Leben um. Läuft sozusagen ab dann mit offenen Augen durchs Leben…. DAS ist eine riesen Chance die kaum jemand bekommt, also nutze sie und bleib am Ball….

    Auch ich habe eine Vielzahl von Narben. Allerdings kaum eine davon äußerlich. Ich wünschte manchmal sie wären sichtbar, damit andere Menschen verstehen, dass mich meine Verletzungen verändert haben. Dass es Momente gibt, in denen ich nicht das tun kann was ich will. Momente in denen die Auswirkungen meiner Verletzungen sichtbar werden. Nur versteht das keiner, da ich äußerlich unversehrt bin. In vielerlei Hinsicht reagiere ich anders, hauptsächlich wenn ich getriggert werde. Dann befinde ich mich in einer anderen Welt und wünschte andere könnten die tiefen Furchen in meiner Haut sehen.
    Ich lerne derzeit was ich bin, wer ich bin und wo ich bin und schätze meine Chance sehr. Die jahrelange Arbeit beginnt sich auszuzahlen und große vortschritte werden sichtbar. Die Buddhisten sagen, der Weg ist das Ziel und auch du gehst ihn bereits.

    Alles Gute
    Markus

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    1. Hallo Markus,

      Danke für deine Offenheit und deine Unterstützung.

      Manchmal sind die inneren Narben die, an denen wir am meisten zu knabbern haben. Sie machen uns aber erst zu dem, der wir sind.

      Liebe Grüße, Thimo

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