„A“ wie „Atme“

„A“ wie „Atme“
Ich stehe an unserer Haustür als er einfach aussetze. Ganz kurz nur. Aber lang genug um mir Adrenalin durch den Körper zu pumpen und den Schweiß ins Gesicht zu drücken. Lang genug um meine Gedanken kreisen zu lassen. Ängstlich, verunsichert, hilflos …
Alles ist genauso schnell wieder vorbei. Irgendwie stand mein Herz kurz still – machte einen kurzen Sprung. Einen Sprung der mich dazu bewegt diese Zeilen zu schreiben. Einen Sprung um mich zu erinnern …

… zu leben und einen Scheiß auf anderer Leute Meinung und Erwartungen zu geben.

Solche Situationen sind es, die mich wieder in das hier und jetzt zurück holen. Die mich das Leben auskosten lassen. Solange es eben geht. Das tun und lassen, nach was mir der Sinn steht.

Wach werden, aufstehen, waschen, rasieren, anziehen, frühstücken, zur Arbeit fahren, arbeiten, arbeiten, arbeiten, Essen, Arbeit, Arbeit, Arbeit, nach Hause, Essen, Couch, Fernsehen. Dazwischen ab und zu Sex, Einkaufen, Urlaub, Wochenende, ein paar Hobbies …

– thats it!!!??? – 90% der Menschen verbringen 90% Ihrer Tage so

Zurück zum Atem:

Wir haben Ihn nicht unter Kontrolle.
Er ist ein Teil von uns.
Kein Atemzug gleicht dem anderen.
Wir atmen so lange wir leben.
Und tun es doch meist unbewusst
Es passiert von selbst, ohne unser zutun und ohne das wir darüber nachdenken.
Kommen und gehen, lachen und weinen
Leben und Tod, Tag und Nacht, Ebbe und Flut.
Alle Dinge in unserem Leben haben zwei Seiten. Meistens nehmen wir sie nicht war.
Wir tun es den ganzen Tag. Erst wenn wir es uns bewusst machen, spüren wir ihn. Wir spüren wie flach er eigentlich ist. Als würden wir uns nicht trauen ihn auszukosten. Als hätten wir Angst zu atmen. Als wollten wir es still und heimlich tun, damit es niemand merkt.

Wir atmen flach – wir leben flach, wir lieben flach, wir arbeiten flach, wir fühlen flach. Selten, das wir unser Leben tief und intensiv leben. Wann haben wir das eigentlich verlernt?

Als Kinder kannten wir das gar nicht anders. Irgendwann im Laufe unseres Lebens, ganz schleichend, wird unser intensives Kinderleben und Erleben flacher und „vernünftiger“. Wir beginnen nach anderer Leute Regeln zu spielen. Wir leben & fühlen durch die Augen der anderen.Wir passen uns an. Vorstellungen, Vorgaben, Vorurteile – die nicht unsere sind. Wir legen plötzlich mehr Wert auf die Meinungen und Erwartungen Anderer als auf unsere eigenen. Wir kennen unsere meist nicht einmal. Viel einfacher ist es, die Werte, Meinungen und Erwartungen der Anderen zu übernehmen. Eigenes Denken ist anstrengend, deshalb vermeiden wir es tunlichst. Das ist auch der Grund weshalb so viele Leute Google um Rat fragen „Was soll ich anfangen mit meinem Leben“ … uvm.
Wir beginnen, anderer Leute Gefühle über unsere zu stellen. Wir messen die Menschen die uns begegnen an deren Gehalt, Status oder Aussehen und stellen uns darunter.

„Atmen durch die Nase ist vor allem deshalb so gesund, weil man dabei den Mund hält.“

© Markus M. Ronner
(*1939), Schweizer Theologe, Autor und Aphoristiker

Fangen Sie wieder an zu atmen. Übernehmen Sie die Macht über Ihren Atem. Bewusstes, tiefes ein- und ausatmen ist der Startschuss, die MAcht über unser Spiel zurück zu erlangen. Wir erstellen die Regeln. Wir sind verantwortlich ob wir weiterhin flach atmen oder unser Leben neu, tief und mit allem genießen was wir haben. Holen Sie alles aus Ihrem Leben raus. Jeder Atemzug ist einzigartig und im nächsten Moment vorbei. Sie müssen niemanden Rechenschaft über ihr Atmen ablegen. MAchen Sie sich bewusst, das dieser Atemzug gerade ihr letzter sein kann.

Irgendwo auf der Welt, gibt es in diesem Moment jemanden, der gerade zum letzten mal ein- und ausatmet.

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