Bewegungslose Verantwortungslosigkeit (#170)

Welche Vorbilder sind eigentlich dicke Eltern, die rauchend und Cola trinkend ihre Kinder unangeschnallt und ohne Kindersitz gehetzt an der Kita rauswerfen und sie dabei antreiben als ginge es um Leben und Tod?

Das wird wahrscheinlich ein etwas anderer, etwas emotionalerer Beitrag. Es geht um Eltern, Kinder, Verantwortung, Bewegung, Zukunft, Erziehung und vielem was mir dazu eingefallen ist.

Nicht falsch verstehen, aber was hindert uns am Bewegen? Wir sind zur Bewegung geboren. Es ist etwas selbstverständliches. Wenn in einem kleinen Ort, in dem man in 10 Minuten von überall nach überall gelaufen ist, 3/4 aller Eltern ihre Kinder mit dem Auto in den Kindergarten fahren, möchte ich manche einfach nur schütteln. Die gleichen Eltern stehen dann beim Arzt und möchten irgendwelche Beruhigungsmittel für die Kleinen verschrieben haben, da sie zu wild sind.

Bewegung lässt uns wahrnehmen, spüren und uns einsehen das sie nötig ist.

Bewegt euch einfach mal mehr, dann müsst ihr eure Kinder nicht mit irgendwelchen Drogen vollpumpen damit Sie ruhiger werden. Macht es Ihnen einfach vor. Es wird euren Kindern (und euch) gut tun.

„Aber es regnet“
„Der Weg ist zu gefährlich“
„Ich nehme die Kleinen nur auf dem Weg zur Arbeit mit“
„Ich war zu knapp dran“
„Der Kleine will einfach nicht laufen“
„Es ist zu kalt, die Kleine holt sich doch den Tod“

(Selbst)Verantwortung

Wenn ihr den „Kleinen“ bis zum Schulabschluss ihre Sachen hinterhertragt und Zucker in den Ar… blast, braucht ihr euch nicht zu wundern wenn Sie später nichts auf die Reihe kriegen. Wir übernehmen jede Kleinigkeit für sie. Räumen Ihnen jedes Hindernis aus dem Weg. Springen sofort, wenn sie rufen. Lesen Ihnen jeden Wunsch von den Lippen ab. Fahren sie jederzeit durch die Weltgeschichte und umschwirren sie wie kleine Motten eine große Straßenlaterne. Und wehe, dem Kleinen wird einmal Unrecht getan. Wir gehen auf die Barrikaden und kümmern uns natürlich um den kleinsten Konflikt. Wir übernehmen jeden Job.

– Es gibt Streit mit der Freundin? Wir telefonieren mit Ihren Eltern.
– Eine schlechte Note? Ein Gespräch mit der Schulleitung.
– Im Fussball nur Ersatzspieler? Den Trainer bedrängt und genötigt.
– Die Hänselei auf dem Schulhof? Sofort zum Schulpsychologen.

Leute, wenn wir nicht aufpassen ziehen wir hier eine Generation von Menschen heran, die keine Konflikte kennen. Denen alles aus dem Weg geräumt wird. Die keinerlei Probleme kennen. Denen für nichts die Verantwortung überlassen wurde. Die zwar auf die Welt gekommen sind, aber immer noch beschützt wie in Mamas Bauch leben.

Das große Erwachen kommt spätestens beim ersten Job. Da sitzen junge Erwachsene mit Mama oder Papa (oder beiden) in Bewerbungsgesprächen. Die Gespräche werden von den Eltern geführt. Der Sohn/die Tochter schaut betreten nach unten. Maximal ein Nicken nach Aufforderung der Eltern „nicht wahr, das war doch schon immer dein Traumjob?!!!“

Unsere Kinder rennen, wenn wir Sie in die Freiheit entlassen gegen eine Wand. Von heute auf morgen beginnt die harte Realität auf die Sie niemand vorbereitet hat. Während wir damit beschäftigt waren ihnen Zucker in den Ar…. zu blasen und alle Probleme aus dem Weg zu räumen, ändert sich gerade Ihre ganze Zukunft.

Und wenn die Kleinen dann doch mal etwas entscheiden, kommen die folgenden Wünsche dabei heraus. Aber bitte den Erfolg immer über Nacht.

Das Ziel unserer Kinder ist es nicht, zu erfolgreichen Erwachsenen zu werden, genauso wenig, wie es das Ziel eines Gefangenen ist, ein erfolgreicher Gefängniswärter zu werden. Ziel eines Kindes ist, ein glückliches Leben zu Leben

Die Top Jobwünsche aus 2017

  • Youtuber
  • Superstar
  • Model
  • Influencer
  • „Harzer“
  • Fussbalprofi
  • „Irgendwas mit Medien“

Das Problem ist  … Arbeit und Anstrengung sind trotzdem nötig.

Um über Nacht erfolgreich zu werden braucht es manchmal 30 Jahre

Was passiert denn mit den Kleinen wenn der Tagesablauf so oder ähnlich aussieht? Wie selbstständig und selbstbewusst werden Sie?

  • wecken bzw. geweckt werden
  • nochmal geweckt werden
  • Frühstück vorbereitet bekommen bzw. vorher noch nach den Wünschen fragen
  • Kakao machen (oder ein Getränk der Wahl)
  • Beim Frühstück helfen
  • Auf die Uhrzeit hinweisen
  • Das Kind antreiben
  • Frühstück für die Schule vorbereiten (nach Wünschen fragen)
  • Kleider rauslegen
  • Beim Waschen, Zähneputzen helfen
  • Beim Anziehen helfen
  • Ranzen packen
  • Schnell noch die Hausaufgaben kontrollieren (ggf. verbessern)
  • An Ranzen, Frühstück, Geld, Handy, Kleider, Jacke, Mütze, Schal, Handschuhe, Sonnencreme, Helm, Sportsachen … denken
  • Beim Einsteigen ins Auto und beim Anschnallen helfen
  • Zur Schule fahren
  • bis zum Klassenraum bringen (den Ranzen tragen)
  • Den vergessenen Turnbeutel (bzw. die Kunstsachen) schnell zu Hause holen
  • Den Klassenlehrer abpassen und nach der Begründung der letzten Note fragen
  • Mit ihm diskutieren
  • Evtl. zum Rektor gehen (und diskutieren)
  • … und am Nachmittag der gleiche Ablauf andersrum.

Erziehen wir sie zu mutigen und eigenverantwortlichen Menschen oder zu fremdgesteuerten Befehlsempfängern auf deren Grabstein im Alter geschrieben steht „er war ein guter Arbeiter“?

Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel
Johann Wolfgang von Goethe

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