Meine Angst, Schmerzen und Leid

Seit ĂŒber 25 Jahren habe ich Schmerzen. Lange Zeit habe ich darunter gelitten.

Wir alle erleben Verluste, EnttĂ€uschungen, UnfĂ€lle oder Krankheiten. Schmerz ist eine universelle Erfahrung, die jeder von uns kennt. Im Körper erleben wir ihn Druck oder dumpfes Pochen, Ziehen oder Stechen, heißes Brennen oder als beißenden Schnitt in unsere verletzliche Seele. 

Mittlerweile entscheide ich mich immer öfter gegen das Leid.

Schmerzen haben eine Warnfunktion. Sie sagen uns: “Ändere etwas” Sie sollen signalisieren: „Halt! Vorsicht!“ Das Problem: Solange wir abgelenkt sind, bemerken wir die schmerzhaften Belastungen oft nicht. Was nicht bedeutet, dass sie nicht da sind. Wir mögen die Schmerzen nicht. Sie machen uns angst und deshalb wollen wir sie unter Kontrolle halten oder sie loswerden.

Ich stelle mir meine Schmerzen als Pfeil đŸč vor. Einen Pfeil, gegen den ich nicht viel unternehmen kann. Ich kann den Schmerz nicht vermeiden. Er kommt ab und zu – ob ich will oder nicht. Aber ich kann mich best möglich vorbereiten.

Mein Leiden kommt mit einem zweiten Pfeil. Hierbei habe ich alle Optionen in der Hand. 

“Mein Leiden ist freiwillig.”

So kopfschĂŒttelnd das fĂŒr den ein oder anderen klingen mag. Aber gegen mein Leiden kann ich mich vorbereiten. Gegen das Leiden kann ich mich entscheiden. Und das schöne … ich kann es sogar tun “wĂ€hrend” ich noch leide. Ohne Übung gelingt mir das kaum. Je lĂ€nger ich “trainiere”, dem Schmerz mit SelbstmitgefĂŒhl zu begegnen und ihn zu akzeptieren – desto einfacher und schneller gelingt mir das. Ich hatte immer eine ablehnende Haltung gegenĂŒber meinem Schmerz. Ich habe diese Haltung nie hinterfragt, weil es mir nur so richtig erschien. Doch genau damit habe ich selbst den zweiten Pfeil abgefeuert.

“Wie kann ich an den Punkten, die schmerzhaft sind, weicher werden und sie akzeptieren?”

Schmerzen, ob körperlich oder seelisch, sagte Buddha in der “Pfeil Sutra”, sind wie ein Pfeil, der dich trifft. Es ist der erste Pfeil, mit dem du den Schmerz einfach wahrnimmst. Oft folgt auf diesen ersten Pfeil ein zweiter Pfeil, der einen zusĂ€tzlichen Schmerz verursacht. Dieser zweite Pfeil ist getrĂ€nkt durch deine Bewertung, deine Ablehnung und deinen innerlichen Kampf gegen den Schmerz des ersten Pfeils. Der zweite Pfeil lĂ€sst dich verkrampfen und anspannen. Er vergrĂ¶ĂŸert und verlĂ€ngert deinen Schmerz.

Indem du dich in den ersten Pfeil hinein entspannst und ihn ohne Bewertung und ohne Ablehnung annimmst, weil er ja ganz einfach da ist, erst dann kannst du verhindern, dass dich der zweite Pfeil trifft.

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