„Thimo, genau so fühlt es sich an. Ich laufe nur noch hinterher. Jeder zieht an mir. Und am Ende weiss ich nicht mal, was ich geschafft habe. Fünf Chats offen, Slack, WhatsApp, Teams, Mail, LinkedIn. Drei Browser mit verschiedenen KI-Programmen. Neben mir mein iPhone und iPad. Ich habe das Gefühl, ich explodiere gleich, aber gleichzeitig frage ich mich, ob ich dafür überhaupt noch Energie habe.“
Viele rennen so durch ihre Tage mit einem unsichtbaren Halsband. Einer fremden Fernbedienung. Ein Ping links, ein „Kannst du kurz?“ rechts, und die eigene Energie läuft ab wie Wasser aus einem Loch im Eimer.
Ich sehe das seit zwanzig Jahren Recruiting und Beratung. Menschen, die stark wirken wollen und am Ende nur noch funktionieren.
Sie reden von Verlässlichkeit, leben aber Verfügbarkeit.
Verlässlich heißt: du stehst.
Verfügbar heißt: du kippst, sobald jemend deine Trigger drückt.
Dieser Unterschied baut Karrieren oder beendet sie. Ich habe genug gute Leute fallen sehen. Fachlich stark. Charakter fest. Aber ihre Tage bestehen aus Reaktionen. Keine Führung. Nur Reaktion.
Daten dazu?
Die Uni Sussex zeigt, dass schon der Gedanke an mögliche Erreichbarkeit die Stresswerte hochzieht.
Die Humboldt-Uni belegt, dass echte Offline-Zeiten das Gehirn reparieren, als würdest du einmal hart rebooten.
In meiner Arbeit erkenne ich die starken Kandidaten sofort. Nicht am Titel. Nicht an Rhetorik. Sondern an ihrem Umgang mit Ihrer Energie. Du siehst es den meisten menschen an, wenn du ihnen ins Gesicht und auf den Körper schaust. Die Besten sagen nicht ständig ja. Sie sagen klar, wann sie da sind und wann nicht.
Das wirkt stabil.
Das wirkt souverän.
Das wirkt wie jemand, der sich selbst gehört.
Ich sehe, höre, lese täglich von Menschen, die sich verausgaben, ohne es zu merken. Sie halten Erschöpfung für normal. Glauben, „der Markt“ sei das Problem. Der Chef. Die Kunden. Die „Anderen“ eben. Aber die Wahrheit ist …
Sie sind süchtig nach Reaktion. Und verlieren doch ihre Richtung.
Und dann habe Menschen gesehen, die nur durch eine Tat wieder aufgestanden sind. Eine klare Entscheidung: „Ich bin nicht mehr immer da.“ Und plötzlich greifen Fokus, Energie, Haltung wieder.
Praktisch heißt das:
Du entscheidest, wann du antwortest
Du entscheidest, wann du nicht antwortest
Du atmest, bevor du reagierst
Du fragst dich: „Diene ich oder renne ich?“
Simpel: JA.
Leicht: NEIN
Wenn dich dieser Text trifft, dann weil du wahrscheinlich genau dort stehst. Du funktionierst. Aber führst nicht. Du gibst. Aber spürst nicht, ob es noch deins ist.
Ein letzter Hinweis:
Deine Verfügbarkeit ist selten das Problem.
Die Angst, sie zu verlieren, ist es.
Wenn die Angst fällt, fängt etwas Neues an.
Thimo
📍 Folge mir, wenn es dir Richtung gibt
✍️ Schreib, wenn eine Frage offen bleibt
🧭 Teil, wenn es jemandem Klarheit schenken könnte
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