Nur Mut

oder „erreicht – gelernt – überlebt“

In der letzten Woche bin ich zum siebten Mal in 12 Monaten operiert worden.

„Thimo, hast du keine Angst?“

Doch, jeden Tag.

„Aber wie gehst du mit damit um? Hast du nicht irgendwann die Schnauze voll?“

Was würde das ändern mein Freund?


Klar, es gibt Tage, da könnt eich schreien und heulen gleichzeitig. An Tagen, an denen ich denke: „warum immer Ich?“

Ich habe dann keine Ahnung, wie ich hier gelandet bin und warum ich so fühle.

Mein Bauch ist zu schnell für meinen Kopf. Ich versuche nachzudenken, eine kleine Pause einzulegen – jeden Tag etwas dazu zu lernen. Mein Bauch kapiert es einfach nicht so schnell. Warum das so ist? Weil er eben andere Belohnungen möchte als mein Kopf.

Der kennt nur ein paar Zustände: Angst, Freude und irgendwas Undefinierbares dazwischen.

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“
Viktor Frankl

Beispiel?:
Ich liebe Gummibärchen. Ohne nachzudenken, kann ich locker ne ganze Tüte wegmachen. Leider rächt sich das mindestens zwei Tage lang. Mein Körper kann durch meinen Unfall und meinen aktuellen Zustand diesen „Gummimist“ einfach nicht mehr vernünftig verarbeiten. Am Ende geht es mir zwei Tage lang beschissen. Das schlimme ist: Ich weiß das vorher“.

Wenn ich merke, dass mein Bauch die Führung übernimmt, versuche ich kurz zu pausieren. Nicht lange. Oft reicht eine Sekunde.

Für mich war das ein „Game Changer“. Wenn ich vor Entscheidungen stehe, mich überfordert fühle oder Angst habe – drücke ich meinen Pauseknopf und lehne mich innerlich zurück.

Seit ich pausiere und mir Bilder ansehe, hat sich meine Welt verändert.

Ich frage mich dann manchmal: „Thimo, wie würdest du reagieren, wenn du es besser wüsstest?“

Ein paar Bilder gefällig?

Meine „Pokale“ meine „Narben“ oder meine „Bücherwand“.

Meine Pokalsammlung steht für das, was ich in meinem Leben bereits erreich habe (zB unsere Kinder, eine glückliche Ehe, Ausbildungen, Erfolge, Gründungen, Firmen …)

Meine Bücherwand steht die Erfahrungen, die ich gesammelt habe. Dinge, die ich dazu gelernt habe. (Ausbildungen, Lehren, Bücher, Gespräche …) Alles das, was mir hilft besser in dem zu werden, was ich tue. Zu oft treffen wir Entscheidungen, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken. Wir vergessen das, was wir gestern gelernt haben und handeln, ohne nachzudenken.

Meine Narben stehen für die Scheiße, die ich erlebt und überlebt habe. Gerade in Zeiten, in denen ich Angst habe, oder mich überfordert fühle hole ich mir meine Narben hervor. Sie erinnern mich daran, was für ein harter Hund ich doch sein kann und welche Krisen und Tiefs ich durchgemacht und trotzdem überlebt habe. Und das ich im Anschluss „immer“ besser, glücklicher und stärker daraus hervorgegangen bin.

Wir lernen, erfahren und erreichen so viel in unserem Leben.
Warum lassen wir uns nicht von uns selbst helfen?

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