Wissen, wann es an der Zeit ist zu gehen – ist Weisheit Dazu in der Lage sein – ist Macht Sich Trauen – ist Mut und Eigenverantwortung Mit hoch erhobenem Kopf zu gehen – ist Würde
Aber das Problem mit den Entscheidungen ist. Unser Einsatz scheint immer hoch. Zeitverlust. Geldverlust. Verlust des Egos.
Und nicht zuletzt der Verlust des Selbstwertgefühls. Weil es sich beschissen anfühlt, falsch zu liegen.
Das kommt daher, das wir die meisten Entscheidungen als Einwegentscheidungen betrachten.
Aber die meisten unserer Entscheidungen sind eigentlich gar nicht so dramatisch, wie wir denken. Wir machen sie nur dazu.
Die meisten Entscheidungen können irgendwie Rückgängig gemacht oder zumindest abgemildert werden (wenn sie sich denn überhaupt als falsch heraus stellen).
Und was heisst den schon falsch.
Einige meiner falschesten Entscheidungen würde ich heute nicht mehr Rückgängig machen.
PS und wenn die Entscheidung doch mal schwerfällt, hat es doch auch sein Gutes. Es bedeutet ja, dass die Optionen in etwa gleichwertig sind. Also müssen wir uns auch keinen großen Kopf machen, welche Entscheidung wir treffen.
Es wird erwartet, dass du zu allem eine Meinung hast.
Meistens sind es sogar wir selbst, die meinen, zu allem – sofort – eine Meinung haben zu müssen.
Immer direkt zu reagieren. Sofort mit einer Antwort zu kommen. Die Lösung zu kennen.
Ohne sich die Zeit zu nehmen, darüber nachzudenken.
Alles andere wird als Schwäche oder wahlweise Dummheit, Ignoranz und Desinteresse ausgelegt.
Wir haben Angst davor, keine Meinung zu haben.
jemand stellt uns eine Frage
jemand klagt uns seine Sorgen
wir werden mit einer neuen Situation konfrontiert
jemand beschimpft uns
…
Wir haben mehr Meinungen als jemals zuvor aber haben weniger Verständnis.
„Die öffentliche Meinung ist die Dirne unter den Meinungen.“ — Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916),
Bevor ich eine Meinung habe, versuche ich mir die Zeit zu nehmen darüber nachzudenken.
„Before you act, listen. Before you read, think. Before you spend, earn. Before you criticize, wait. Before you pray, forgive. Before you quit, try.“ — Ernest Hemmingway
Before you hate, love Before you die, live — hearthunter
Und WIR?
Eigentlich wollen wir doch nur eine gute Zeit. Wir wollen ein paar Dinge auf die Reihe kriegen. Das es uns und unseren Lieben gut geht. Hier und da mal eine kleine Herausforderung, an der wir wachsen können. Einen netten Abend mit Freunden. Auch mal unsere Ruhe. Ein leckeres Essen. Ab und an mal über die Stränge schlagen. Mal verrückt sein und eine neue Frisur ausprobieren. Gesundheit und vielleicht ein paar Muskeln, die wir uns selbst und dem Partner stolz vor dem Spiegel zeigen können.
Deshalb stellen wir jeden Morgen aufs Neue die Beine neben unser Bett. Deshalb sind viele von uns auf der Suche. Deshalb tun wir, was wir tun und lieben was wir lieben.
Wir befinden uns jeden Tag in Situationen, in denen wir das Richtige tun können.
Das, was uns als das Richtige erscheint.
Und manchmal sind wir sogar dazu bereit das Risiko einzugehen. Zu glauben und zu hoffen, dass das, was wir tun, einen Unterschied macht. In unserem Leben und im Leben derer, die wir lieben.
„Ich bin verantwortlich für die Dinge, die mir passieren – immer.“
And so are you
Nur um im nächsten Moment aufzuwachen und zu denken:
„Mann, das Leben ist beschissen, so wie es gerade für mich läuft. Ich leide – mehr, als ich sollte. Mir geht es wirklich Mies, ich fühle mich Hundeelend und ich komme aus diesem Loch nicht raus. Was zum Teufel ist falsch mit mir? Womit habe ich das verdient?“
Und doch sind wir zu so viel mehr fähig.
And so are you
Wir müssen ja nicht so bleiben, wie wir gerade sind.
Ja, du leidest.
Ja, dir geht es wirklich schlecht.
Aber was, wenn du etwas dagegen tun könntest? Und wenn es nur kleine Dinge sind. Kleine Entscheidungen, die irgendwann zu großen werden?
Ich bin nicht annähernd der Mensch, der ich sein könnte.
And so are you
Ob du das glaubst oder nicht. Ob du mich dafür auslachst oder einfach nur den Kopf schüttelst.
Ich höre nicht auf!!! Der zu werden, der ich sein kann!!!
Ich schaue mich um in meinem (sehr kleinen) Einflussbereich.
Und ich frage mich jeden Morgen:
Was läuft hier – in meinem Leben – falsch?
Was von den Dingen in mir und in meinem Umfeld kann ich beeinflussen?
Ist etwas Reparaturbedürftig?
Und was kann ich heute tun, um mein Leben und das meiner Lieben besser zu machen?
Was davon kann ich und will ich wirklich HEUTE TUN…
… damit morgen früh vielleicht schon etwas ein klein wenig besser ist, als heute. Oder zumindest nicht schlechter.
Um es dann auch zu tun.
Um am nächsten Tag noch etwas mehr davon zu tun … und so weiter.
Und irgendwann wirst du anstatt nur die schlechten Dinge in deinem zu Leben zu reparieren, die guten Dinge finden. Die Dinge, die es lohnt zu tun, um dein Leben besser zu machen. Du wirst die kleinen Lichtblicke am Horizont finden. Die dich und dein Leben näher an das Heranbringen, was Du sein kannst.
Bis zu dem Tag, an dem das Leben uns vom Spielfeld nimmt.
Ich bin verletzlich. Voller Angst und Scham. Wütend, manchmal hilflos und überwältigt.
Trotzdem nehme meinen Schild runter. Lege meine Rüstung ab. Vertraue anderen, mir selbst und dem Leben.
Ich öffne mich und erzähle von mir.
Erfahrungen, Fehler, Gefühle, Ideen … Dinge, die mir wichtig sind.
Aus meinem Inneren.
Ein Stück ICH
Ich mache mich verletzlich und angreifbar.
Warum?
Um mir und anderen zu zeigen, dass es gar nicht so schwer ist.
Das LEBEN
Ich muss nicht immer die Fäuste oben behalten. Es ist ziemlich anstrengend, immer in „Hab Acht Stellung“ zu leben.
Sobald ich meine Verteidigung sinken lasse, passieren die schönsten Dinge. Ich werde jeden Tag überrascht. Nicht immer positiv. Aber selbst diese Dinge helfen mir auf meinem Weg.
„Ich betrete jeden Tag die Arena.
Jeden Tag stehe ich auf und gehe in die Dunkelheit.Ich stehe auf, ohne zu wissen was kommt.Ich entscheide mich – für diesen einen Tag.
Und ich lasse mich nicht von anderen abhalten.Nicht von denen, die nicht auf dem Spielfeld stehen.Die nur auf den Rängen sitzen und zuschauen. Und erst Recht nicht von mir selbst.“
… der immer noch in Angst vor Verlust, Verrat und Verletzung hat.
„Ich möchte immer noch Aufmerksamkeit und Bestätigung von anderen. Und mit Kritik kann ich bis heute schwer umgehen.„
Mein Vater war Beamter und meine Mutter ist bis heute Selbstständig. Zwei völlig verschiedene „Daseinsformen“ also. Und genau diese zwei Herzen schlagen in meiner Brust.
Meine Entscheidungen erwachsen entweder aus Angst oder aus Mut heraus. Die Angst und Vorsicht des Beamten und der Mut der Unternehmerin.
Kein falsch, kein richtig. Kein gut, kein schlecht.
Aber …
Wenn ich zu etwas Nein sage, dann meistens aus Angst.
Könnte ich damit jemanden verletzten?
Enttäusche ich irgendwen mir?
Was, wenn das nicht funktioniert?
Sie erwarten bestimmt etwas anderes von mir?
Was, wenn ich Pleite gehe?
Sie werden mich dafür hassen.
Ich werde alle meine Freunde verlieren.
…
Ich möchte immer noch die Aufmerksamkeit und Bestätigung von anderen. Ich habe immer noch Angst davor, was die Leute denken, wenn sie mich ansehen. Und jeden Tag wache ich mit dem Gedanken auf … hoffentlich klappt das alles.
Aber was wäre, wenn ich keine Angst mehr hätte? Wenn alles schon irgendwie gut geht? So wie immer?
Ich wachse ja weiter. Und bisher konnte ich mit den meisten Dingen ganz gut umgehen. Rückblickend ist das meiste in meinem Leben doch eigentlich ganz gut gelaufen.
Ich nehme jetzt öfter mal den kleinen 13-Jährigen bei der Hand und sage „vertrau mir – wird schon alles gut gehen“.
Ich wollte immer der Schlauste, Beste, Tollste im Raum sein. Der Schnellste, Stärkste oder zumindest der Witzigste.
War das falsch?
How knows?
Wie sieht mein Leben aus, von außen betrachtet?
Es liegen schon über 16.000 Tage hinter mir. Und je weniger ich weiß, wie viele noch kommen, möchte ich lieber einfach mal Neues suchen und machen, meine Lieben lieben und es mir gut gehen lassen.
Ich möchte ein Liebender Neugieriger sein, oder ein neugierig Liebender.
Mir geht es darum, alles zu tun für die Menschen die ich liebe – UND für mich. Es geht darum, mir Zeit an einen zufälligen Dienstag zu nehmen, um meiner Frau Kaffee ans Bett zu bringen, einkaufen zu gehen oder meinen Kids was vorzulesen.
Ich brauche keine großartige Vision meiner Zukunft. Alles was ich brauche, sind die nächsten 5 Minuten. Und die nächsten. Und die danach. Und so weiter.
„Wenn ich einen coolen Tag hatte, dann bin ich zufrieden“
Und wenn ich das an den meisten Tagen meines Lebens sagen kann, ist es, glaube ich, kein schlechtes Leben.
Wie die meisten anderen möchte ich auch Erfolg haben und ich möchte, dass meine Arbeit einen Sinn hat. Ich möchte viel Geld verdienen, um mir und uns Dinge zu gönnen und ein bisschen vermeindliche Sicherheit. Aber damit das passiert, ist es viel besser, wenn ich mich zu 100 Prozent darauf konzentriere, wer oder was direkt vor mir liegt, anstatt mich von allem um mich herum ablenken zu lassen.
Dieser eine nächste, beste Satz, den ich schreibe in den nächsten 5 Minuten
Das kurze Gespräch in voller Aufmerksamkeit mit meiner Frau
Diese Email
Das Streicheln meines Hundes, in diesem Moment.
Meinen Kindern so gut wie möglich zuhören die nächsten 5 Minuten
…
Die Leute sagen immer, „du kannst dir nicht immer nur das beste raus suchen“
Wer sagt das?
Natürlich nehme ich mir immer das Beste raus.
Weshalb sollte ich mir die beste Erdbeere für zum Schluss aufheben. Wer weiß, ob ich mich dann nicht schon überfressen habe.
Keiner von uns kann sagen, was morgen ist. Aber ich verwette meinen Hintern darauf, dass jede Welt, in der wir morgen leben, von denen entworfen wird, die die Disziplin haben, nicht bei jedem DingDong, Bing, Tweet und Post zu springen und zu rennen.
Gehen wir zum lachen und lieben in den Keller? Vergraben wir uns in dem Bewusstsein, eh nichts ändern zu können? Sonnen wir uns in unserem Nichtwissen? Verschließen wir uns zu Hause in unserer Ignoranz?
Oder nehmen wir mal die alte Regenjacke namens Neugier, gehen vor die Tür und riskieren nass zu werden? Die Jacke und die etwas zu klein gewordenen Stiefel namens Mut.
Kein Wunder, das sie nicht mehr so gut passen. Wir hatten die Sachen zuletzt als Kinder an.
Denk daran: Regen tut nicht weh und du bist Wasserdicht
… aber ich sehe es gar nicht ein, dass ich durch das alles, was hier gerade passiert, so gar nichts dazu lerne.
Ein „interessantes“ Jahr mit viel Raum fürs jammern, beschweren, wütend und traurig sein.
Ich reihe mich jetzt aber nicht in die Schlange derjenigen ein, die meinen, ihr Brot falle immer nur auf die Butterseite.
Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, in allem Gutes, Sinnvolles und Positives zu suchen.
Hat es funktioniert?
… zum Teil.
Was ist mir dieses Jahr leichter gefallen? Was ist besser gelaufen?
„Nein“ sagen ist (nicht) leicht
Für eins ist eine solche Pandemie gut. Wir können leichter „Nein“ sagen. Wir können Corona als Ausrede hernehmen. Als Grund, ohne schlechtes Gewissen Nein zu sagen. Richtig oder falsch – Gut oder schlecht. Stress entsteht hauptsächlich dadurch, dass ich versuche, zu viele Dinge zu tun, und dann nicht zufrieden bin, wenn ich sie nicht gut hinbekomme. Oder wenn ich Dinge tue, die ich eigentlich gar nicht tun will. Um das zu ändern, muss ich lernen, Nein zu sagen. Und das geht nunmal besser, mit einem Grund. Um meine beste Arbeit abliefern zu können, muss ich meine Aufmerksamkeit auch darauf richten können.
Fokus ist (nicht) leicht
Wir leben in einer Welt mit mehr Ablenkung als jemals zuvor. Mit dem Smartphone und unseren Aktivitätstrackern tragen wir die Ablenkungen sogar mit uns herum. Die Goldfisch-Aufmerksamkeitsspanne beträgt 9 Sekunden. Wir liegen seit einigen Jahren bei 8. Ich habe das Gefühl, das es mir in dieser Zeit leichter fällt, mich zu konzentrieren. Viele unwichtige Dinge ausblenden. Mehr Zeit für mich und meine Lieben. Früher aufstehen. In den 2-3 Stunden am frühen Morgen bekomme ich mehr geschafft als früher an einem ganzen Tag.
Geduld ist (nicht) leicht
– „Bestelle vor 17:00 Uhr und bekomme deinen Scheiß schon am nächsten Tag geliefert.“ – „Schlucke das hier, für sofortige Besserung“. – „Klicke hier und alles wir sofort gut“ … Ich will alles, sofort und gleich.
Liebe … braucht Zeit – Erfolg … braucht Zeit – Besser werden … braucht Zeit
„Talent ist die Fähigkeit zu üben.“ – Malcolm Gladwell
Wir fangen nicht damit an, brillant zu sein. Wir beginnen bei „mittelmäßig“. Dann gehen wir zu „nicht schlecht“. Dann zu „OK“. Irgendwann werden wir „gut“. Bis wir eines Tages dann bei „ausgezeichnet“ ankommen. Und gelegentlich sind wir „großartig“.
Gesundheit ist (nicht) leicht
Es gab kein Jahr, in dem ich mich mehr bewegt habe. Mehr Spaziergänge, mehr Kilometer, mehr Kalorien, mehr Höhenmeter …
5. Liebe ist (nicht) leicht
„Ich liebe, was ich tue.“ Aber um herauszufinden, was ich liebe, muss ich eben auch Dinge tun, die ich vielleicht (noch) nicht liebe. Bevor ich etwas oder jemanden geliebt habe, gab es ja auch immer eine Zeit, in der noch keine Liebe war.
Bevor ich zum Beispiel meine Frau geliebt habe, gab es ja auch eine Zeit, in der ich Sie noch nicht geliebt habe. Früher habe ich das Schreiben gehasst. Meine Orthographie und Grammatik haben sich nie davon erholt ;-). Heute liebe ich das schreiben und was es mit mir macht. Wenn mir vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, das ich morgens um 5 gerne und gut gelaunt aufstehe um zu schreiben …
Das ist nicht immer einfach und leicht. Das hat niemand gesagt. Etwas zu lieben kostet auch Schweiß, Dreck und Tränen. Wut gehört genauso dazu wie manchmal zu leiden.
“ The object of life’s journey is not to arrive at the grave safely, in a well-preserved body, but rather to skid in sideways, totally worn out shouting holy shit, what a ride.” — Mavis Leyrer.
6. Leben ist (nicht) leicht
An ein paar Dingen möchte ich noch weiter arbeiten.
Viele von uns benehmen sich so, als wären Sie in Ihrem letzten Kapitel angekommen ohne zu wissen wieviele Seiten ihr Buch eigentlich hat. Dann gibt es andere, die lesen (leben) die gleiche Seite ihres Buches jeden verdammten Tag – wieder und wieder. Manche lesen sich sich die alten Seiten wehmütig durch – wieder und wieder oder grübeln darüber nach, was auf den folgenden Seiten geschrieben wird.
Dann gibt es einige wenige, die nehmen ihr Buch in die Hand, übergießen es mit Öl und werfen es ins Feuer. Sie befreien die anderen Insassen und erschießen die Wärter.
Und wenn das Feuer heiß und hoch und für alle zu sehen brennt, ziehen Sie sich nackt aus und tanzen johlend um die Flammen.
Manchmal musst du bereit sein, dein Leben, das du geplant hattest, loszuwerden, um das Leben zu leben, das auf dich wartet. Zumindest hat uns das Joseph Campell gesagt.
Tief in dir, weißt du, was zu tun ist. Du denkst den lieben langen Tag darüber nach. Deine Gedanken gehen vor und zurück, nach links und nach rechts. Du kaust alle möglichen Folgen durch. Stellst dir deine Zukunft vor –
wie sie wäre, wenn sein würde, was sein könnte.
Jetzt liegst du in deinem Bett und es ist Zeit, schlafen zu gehen. Und passiert ist – Nichts.
Du hast den ganzen Tag gewartet. Auf diesen einen Moment. Diesen Augenblick des Mutes. Deine ganze Energie des Tages explodiert in dieser einen Sekunde.
Eine Entscheidung
Und wir?: „NaJa, morgen ist ja auch noch ein Tag. Und wenn nicht morgen, dann aber bestimmt nächste Woche oder an Neujahr.
Aber dann wirklich“
Du merkst schon, eigentlich spreche ich hier von mir. Ich bin ein „Serien Grübler“ der viel öfter nackt um die Flammen tanzen würde.