Warum ich aufhören werde, Menschen (ver)ändern zu wollen

Was für eine Enttäuschung: 72 Prozent aller Deutschen glauben an ihre „Bestimmung“, aber nur 28 Prozent halten Ihr Leben für wirklich glücklich. Können wir nicht, oder wollen wir nicht, zufrieden sein mit dem Leben das wir leben?

Fast jeden Tag habe ich mit Menschen zu tun, die in irgendeiner Form, von irgendetwas oder irgendjemandem die Schnauze voll haben (Kollegen, Chef, der Arbeit, dem Fahrtweg, dem Leben, sich selbst …). Wir wollen dann schnell von diesen Problemen zu irgendwelchen Aktionen übergehen (jammern, essen, beschweren, auf Stepstone nach einem neuen Job suchen, kündigen …).
Handeln für sich genommen, ist erst einmal auch nicht die schlechteste Lösung. Manchmal handeln wir allerdings zum falschen Zeitpunkt, es wird zu viel oder zu wenig gehandelt, oder einfach nur das Falsche getan. Denn wenn diese (Handlungs)-kräfte an der falschen Stelle, zum falschen Zeitpunkt oder unüberlegt zum Einsatz kommen, landen wir oft nicht da wo wir eigentlich hin wollen (und merken es zu spät oder gar nicht).

„Der Macher ist uns näher als der Denker“
– Matthias Kolbusa

In den meisten Fällen gibt es mindestens eine einfachere Lösung. Einen besseren Weg. Wir sehen Ihn nur noch nicht klar. Warum ist das so?

Wir sind oft zu faul um nachzudenken. Wir handeln lieber in alle möglichen Richtungen, in der Hoffnung, das schon eine gute Lösung dabei sein wird. Wir verfallen in den sprichwörtlichen wilden Aktionismus und fühlen uns gut dabei. Es wird ja etwas getan. Dann kommen Aussagen wie: „Ich bin eben ein Bauchmensch“, „Ich bin authentisch und handle aus dem Bauch“ oder „Ich höre auf meine innere Stimme“, „Ich kann doch nicht einfach dasitzen und nichts tun“.

Denken ist anstrengend. Darum unterlassen es viele.
– Walter Ludin

Unser negativer Stress und unsere gefühlten Belastungen entstehen immer dann, wenn unsere innere Welt mit der äußeren Welt nicht zusammenpasst“.

Aber wie sieht es überhaupt in meiner inneren Welt aus?Photo_by_Andrew_Loke___Unsplash

  • Möchte ich wissen, wie es dort aussieht?
  • Und wenn ich weiß, wie es dort aussieht, kann ich etwas ändern?
  • Muss ich eigentlich etwas ändern?
  • Was, wenn dort nicht aufgeräumt ist?

„Du musst dein Ändern leben“
– Peter Sloterdijk

Der erste Schritt – zur Veränderung – muss also das Denken sein. Aus diesem Grund, bitte ich die Menschen mit denen ich arbeite um eine schriftliche Einschätzung ihrer aktuellen Situation.
Es gibt hilfreiche Werkzeuge die uns dabei unterstützen können, zu verschriftlichen, was wir denken und fühlen. Wir gebieten dem Aktionismus Einhalt und nehmen uns die Zeit nachzudenken. Das geht am besten auf einem Blatt Papier und mit ein paar Fragen, die ich für mich selbst, ehrlich beantworte. Solange ich hier keine Klarheit habe und nicht mehrere verschiedene Möglichkeiten auf dem Papier stehen habe – handle ich nicht.

Es gilt, sich die Mühe zu machen, und nachzudenken. Wer hierzu nicht bereit ist, will eigentlich auch nichts verändern, sondern nur jammern.

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  1. Gut gesprochen Thimo. Das einzige was wir wirklich ändern können, ist uns selber, unsere Sicht auf die Dinge und unser Handeln. Das gibt uns die macht, anders in Beziehung zu treten. Aber ist ist nicht immer einfach das zu akzeptieren 😉

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