Kopf hoch

Mein lieber Freund,

eines Tages nimmst du den Kopf hoch und merkst, es ist nichts mehr so, wie es mal war. Aber es fühlt sich gar nicht schlecht an. Mehr sogar – das Alte – so wie du bisher gedacht hast, fühlt sich falsch an.

Wie?

Jeden Tag schaue ich nach meinem Selbstbewusstsein, richte hier und da mein Selbstvertrauen und schaue, das ich besser werde. Besser werde und Fähigkeiten entwickele, die mir Spaß machen.

Wir entwickeln uns jeden Tag. Das geschieht unabhängig davon, ob du dich bewusst dafür entscheidest oder nicht. Die meisten Menschen erfinden sich leider nur neu, indem sie sich immer mehr treiben lassen, hin zu verhärteten Hirnen und Herzen die nur einschränkende Überzeugungen hervorbringen.

Das Schöne ist, du kannst jederzeit den Kopf nach oben nehmen und dich neu entscheiden – neu anfangen – neue Dinge machen und alte sein lassen.

Leider sind die meisten von uns gerade damit beschäftigt, Angst vor irgendetwas zu haben, sich über irgendetwas aufzuregen, sich Sorgen zu machen oder sich mit jemand anderem zu vergleichen.

Wir kommen auch gar nicht mehr an den Angst und Sorgenmachern vorbei. An jeder Ecke stehen Sie, buhlen und schreien um unsere Aufmerksamkeit. Wut, Angst, Schrecken – schon morgens nach dem aufstehen. Der erste Griff auf unseren Nachttisch – 24/7 in der Hosentasche.

Hör auf damit. Es wird immer irgendwo ein Drama passieren. Es gibt immer irgendwo ein Leid, einen Skandal und Mord und Totschlag.

Hör auf damit. Es wird immer jemanden geben, der klüger, reicher, schöner, talentierter und erfolgreicher ist als Du. Immer. Aber es wird niemals einen anderen „Du“ geben.

Außerdem musst du DU sein. Dann kannst du doch auch genauso gut du selbst sein, oder?

Alle anderen gibt es ja schon.

„Thimo, du hast gut reden. Bei mir ist das nicht so einfach. Mir fehlt einfach (setze hier die Ausrede deiner Wahl ein)“

Wirklich?

Ich wurde im letzten Jahr 8 mal operiert.
Ich habe eine chronische Darmerkrankung.
Ich hatte mal „nur“ einen Hauptschulabschluss.
Ich bin Legastheniker.
Ich bin chaotisch.
Ich bin unstrukturiert.
Ich habe eine gebrochene Wirbelsäule.
Ich muss mich um meine Familie kümmern und trage die Verantwortung für drei Kinder, meine Frau und meine Mitarbeiter.
und und und

Das alles waren mal meine Ausreden. Je schlauer ich werde, desto besser werden meine Ausreden.

All die „schlimmen“ Dinge, haben mich aber auch zu dem (glücklichen) Menschen gemacht, der ich heute bin.

Warum?

Weil ich mich dafür entscheide. Jedes verdammt mal.
Ich entscheide mich, die Verantwortung für mein Leben und meine Entscheidungen zu übernehmen. Ich kauere mich nicht ängstlich in eine Ecke und warte was passiert.
Ich warte nicht auf irgendeinen „Retter“, der kommt und mir seine starke Hand reicht und mich erlöst.

Was sind deine Ausreden?
Auf was wartest Du?

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.