Das Ende

Was haben wir nicht alles schon gehört, gelesen und gesehen. Im Leben geht´s immer um das Ende.

Kindheit, Schule, Job, Beziehung, Freundschaft … Leben?

Wenn im Film der Held seinen Helm ablegt. Der Gegner ist besiegt. Die Welt ist gerettet. Der Abspann läuft.

Wir schauen nur auf die epischen Übergänge – mit Pauken und Trompeten. Menschen erfinden sich neu. Starten in ein neues Leben. Sie lassen alles hinter sich. Erblühen, gehen auf, ein neuer Stern …

Nicht mehr und nicht weniger als ein neues ICH.

Solche Übergänge wollen wir sehen. So etwas wollen wir auch. 

„Bitte hier 5 Euro einwerfen und eines der neuen Leben auswählen – vielen Dank.“

Was ist mit den kleinen Enden, die das Leben mit sich bringt?

Wenn wir einen Job erledigt haben. Wir nach dem Joggen die Schuhe ausziehen und uns wohlig erschöpft unter die Dusche stellen. Den Kunden gewonnen oder den Auftrag geholt haben. Mit unseren Kindern gelacht und mit unserem Partner getanzt haben. 

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Wenn wir einen tollen Abend mit Freunden ausklingen lassen. Wir stehen gemeinsam in der Küche, machen den Abwasch und sind der Meinung, dass wir das viel öfter machen sollten.

Wenn wir jemanden in den Arm nehmen. Oder einfach mal sagen „Danke Mama, Papa“.

Ich möchte viel mehr die kleinen Dinge feiern. Die Momente, die früher unbemerkt an mir vorbei gegangen sind. Die ich als selbstverständlich hingenommen habe. Die mir kaum aufgefallen sind – auf meiner Jagt nach den großen Zielen.

Anstelle der großen Events, die eh nur alle paar Jahre auftauchen, bin ich lieber stolz, glücklich und dankbar wie Bolle – für jeden einzelnen kleinen Tag. So beschissen, wie er manchmal auf läuft – irgendwas Gutes ist doch immer dabei gewesen.

Zumindest habe ich ihn überlebt und morgen kommt hoffentlich ein neuer.

Ein Ende, das auch meist ein Anfang ist.

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