Kategorie: Sprezzatura

  • Was bringt dein 8-Jähriges Ich zum Heulen? Und warum der kleine Kerl mich oft auslacht?

    Was bringt dein 8-Jähriges Ich zum Heulen? Und warum der kleine Kerl mich oft auslacht?

    Irgendwann hat es angefangen. Ich weiß nicht mehr genau wann. Aber irgendwann hat irgendetwas die ganze Leidenschaft aus mir herausgepresst. Ich habe angefangen, Dinge zu tun, auf die ich keine Lust hatte. Manche davon habe ich sogar gehasst.

    Warum?

    • Weil ich Geld dafür bekommen habe
    • Weil ich gut darin war
    • Weil ich gelobt, belohnt oder bewundert wurde
    • Weil ich dachte, andere erwarten das von mir
    • Weil „man“ das eben so macht

    Uns wird beigebracht, dass der einzige Grund, etwas zu tun, darin besteht, dass wir dafür irgendwie belohnt werden.

    Ich konnte von Morgens bis Abends auf einem Lehmhügel in unserer Nachbarschaft spielen. Ich habe in Büchern gelebt und Stunden damit verbracht, auf der Straße irgendwelche Tricks auf irgendeinem Sportgerät zu üben. Nicht weil irgendjemand mir dafür Noten oder Geld gegeben hat. Auch nicht, um irgendjemanden zu beeindrucken. 

    … und dann, irgendwann, habe ich damit aufgehört.

    Ab und zu kommt er noch mal raus, der kleine 8-jährige in mir. Er sitzt irgendwo in meinem Herzen versteckt. Wenn er auftaucht, fragt er meistens Dinge wie:: „Warum spielst du nicht mehr?“ „Willst du das wirklich?“ „Warum tust du das?“

    Und ich antworte Ihm: 

    „Weil man damit kein Geld verdienen kann!“
    „Weil das Leben so ist“

    „Weil ich eine Verantwortung habe“

    Er runzelt dann meistens nur seine kleine Stirn oder rollt die Augen und fragt:

    „Stimmt das wirklich? Echt jetzt?“

    Schon klar, ich werde jetzt kein professioneller Skateboarder mehr. Und nur fürs spielen im Dreck wird mir niemand einfach so 100€ in die Hand drücken.

    Aber was steckt denn dahinter? Was hat mich dazu getrieben, den ganzen Tag mit meinem Board über ein kleines Holzbrett zu springen. Nur um es am nächsten Tag wieder zu versuchen. Freiwillig, 8 Stunden lang bei 30 Grad. Jeden Tag!!!

    Das Gefühl, es irgendwann zu schaffen.

    Dieser kleine Moment, in dem ich etwas dazu gelernt habe. Dieser Augenblick, in dem ich merke: 

    • Ich bin besser geworden.
    • Ich bin an meine Grenze gegangen.
    • Ich habe nicht aufgegeben.

    Es geht nicht um das Skateboard fahren oder irgendein anderes Hobby. Es geht um das TUN an sich. In etwas richtig gut zu werden. „Meisterschaft zu erlangen“

    Die pure Freude an etwas, bei dem ich besser und besser werde, und dem Gefühl, zu spielen.

    Am Anfang des Lebens ist alles nur ein Spiel. Wir denken nicht darüber nach, das es anders kommen könnte. Das irgendwann jemand kommt, und sagt:

    „Das Leben ist kein Spiel mehr“ „Du kannst das nicht alles auf die leichte Schulter nehmen.“ „Du hast eine Verantwortung zu tragen.“ „Das ist alles nicht so einfach, wie du dir das vorstellst“ „Wo kämen wir denn hin, wenn alle das Leben nur als Spiel sehen würden?“

    Ja, wo kämen wir hin.

    Keine Ahnung!

    Aber wo bin ich denn heute hingekommen? Mit Ernsthaftigkeit, Vernunft und Verbissenheit?

    Lass also wieder mal ein bisschen mehr spielen.

  • Ich habe absolut keine Ahnung, wie dieses Ding funktioniert

    Ich habe absolut keine Ahnung, wie dieses Ding funktioniert

    Mit dem Alter wachsen wir aus ziemlich vielen Dingen heraus.

    Schuhe, Kleidung, unser Kinderzimmer usw …

    Parties, die Nächte durchmachen, Pop, Punk, Rock.

    … aber auch unsere Ansichten, Einstellungen, Ziele und Visionen.

    Und auch die härteren Dinge. Beziehungen, Partner, Familienmitglieder und Freunde.

    Wir sind Meister im herauswachsen.

    Schließlich tun wir es unser Leben lang.

    Viele von uns sind aus Ihren Jobs herausgewachsen. Aus Ihren Karrieren, für die sie viele Jahre alles geopfert haben und plötzlich merken: Das ist es nicht mehr!

    Wir wachsen aus unseren Träumen und Sehnsüchten heraus. Aus unserem Bild vom Leben, unserem Sein.

    Hin und wieder wachsen wir sogar aus uns selbst heraus. Wir entwachsen der Person, die wir mal sein wollten. Dem Kerl mit dem coolen Anzug, dem großen Büro und dem Porsche vor der Tür. Mit einem Kalender voll mit so vielen Terminen mit irgendwelchen wichtigen Leuten, das wir einen Assistenten brauchen um den Überblick zu behalten.

    Und dann merkst du, dass du absolut Null Ahnung hast, wer dieses Bild in deinen Kopf gepflanzt hat. Wo diese Ziele überhaupt herkommen. Und was mit dir passiert, wenn du sie erreicht hast.

    Bis du eines Tages aufwachst und merkst, dass diese Flamme erloschen ist und sie nicht mehr der Grund ist, weshalb du am Morgen aufstehst.

    Ich bin jetzt 45, und eine Sache, die mich echt überrascht hat ist: Wie viel von mir selbst ich jeden Tag Neu entdecke, wenn ich danach Suche. Wenn ich offen bleibe und meinen Kalender nicht voll mit Terminen, Dingen und Aufgaben knalle, die ich eigentlich gar nicht mehr will.

    Da gibt es Teile in mir, die ich noch gar nicht kannte. Und diese Teile haben etwas zu sagen. Meine Aufgabe ist es nur hinzuhören.

    Wer hätte gedacht, dass da noch andere ICHs in mir leben.

    Das ist manchmal schön, manchmal traurig und manchmal beängstigend.

    Denn das Loslassen fällt mir nicht immer leicht. Meine Hände sind solange schon zu Fäusten geballt, dass sie das Gefühl des Entspannens erst noch lernen müssen.

    Und dann plötzlich merkst du, dass du dich von Dingen entfernt hast, die dir einst lieb und teuer waren. Bei denen du die Zeit und alles um dich herum vergessen hast. Das es da Menschen gibt, denen es egal ist, wie erfolgreich oder vielbeschäftigt du bist.

    Wenn sich also der ein oder andere darüber ärgert, was aus mir geworden ist, dann tut es mir wirklich leid.

    Ich bin zum ersten mal auf dieser Welt. Ich wachse und übe noch. Und ich habe noch absolut keine Ahnung, wie dieses Ding namens Leben überhaupt funktioniert.

  • Zurücklehnen statt immer nach vorne?

    Zurücklehnen statt immer nach vorne?

    Kennst du das Gefühl? Du wirst morgens wach und denkst dir:

    „Ha, cool. Heute ist dein Geburtstag. Und irgendwie hast du das Gefühl, es ist alles ok. Klar, hier und da gibt es immer ein paar Baustellen. Wenn ich lange genug danach suche, finde ich immer was. Aber alles in allem ist es doch eigentlich ein ganz nettes Ding – dieses Leben.“

    Was wäre, wenn der Weg zurück zu Freude und Sinn in unserem Leben nicht darin besteht, uns selbst neu zu erfinden und etwas anderes zu tun …? 

    Sondern einfach mal nichts tun, lange genug, um langsamer zu werden, um genau diese Freude und Sinn besser hören, sehen und fühlen zu können.

    Ich glaube nicht, dass es uns an Bedeutung und Sinn fehlt. Viel zu oft meinen wir, wir müssten was verändern, um glücklich und zufrieden zu werden.

    Was wäre, wenn wir in der Hektik unseres Lebens einfach den Überblick verloren und vergessen haben, was dieser Sinn ist? Was DEIN Sinn ist.

    Nicht der von irgendjemandem anderen. Nicht der, der in tollen schlauen Büchern steht und auf kleinen Zettelchen in chinesischem Gebäck.

    Zurücklehnen statt immer nach vorne hetzen.

    Wir wollen immer machen und handeln. Immer irgendwo hin oder von irgendwas weg. Es gibt immer ein neues ICH zu erreichen, zu dem wir werden wollen oder ein altes Ich das wir hinter uns lassen möchten.

    Was, wenn wir uns von Zeit zu Zeit bewusst zurücklehnen?

    Zurück mit einem Gefühl von warmer Gelassenheit und dem Gedanken „alles ist ok“. Wir müssen hier nichts beweisen.

    Alles kann, nichts muss.

    Das genau dieser Moment einfach ist, was er ist und nicht das, was er vielleicht sein könnte.

    Die Italiener haben dafür einen Satz:

    Il dolce far niente. Es bedeutet „die Süße des Nichtstuns“.

    Ich habe da ein Bild vor Augen: Die Art von Gefühl, das man empfindet, wenn man im ausgehendem Sommer in einem kleinen italienischen Dorf in einem Cafe sitzt, einen Kaffee schlürft und einfach den Tag und das Leben beobachtet. Das Zeitgefühl verlangsamt sich und du bewunderst einfach das Leben für seine Einfachheit und möchtest nur lächeln.

    Danke Mama und Papa

  • 🕺🏼 Über den Mut und die Courage – glücklich zu sein.

    🕺🏼 Über den Mut und die Courage – glücklich zu sein.

    „Mit dem Kerl stimmt doch was nicht. Der hat doch was genommen. Wie kann man denn in der aktuellen Lage glücklich sein?

    Du hast gefälligst zu leiden, wir alle anderen auch. Oder nimmt wenigstens etwas mehr Rücksicht und behalt deine komische Zufriedenheit für dich...“

    Der Mut, glücklich und zufrieden zu sein beinhaltet leider ab und zu auch den Mut, nicht gemocht zu werden.

    Und es wird immer Menschen geben, die dich das was du tust oder wie du es tust, nicht mögen.

    Es gibt zwei Wege, glücklich zu sein.

    Eigentlich gibt es nur einen.

    1. Du „wirst“ glücklich: Du probierst Dinge aus. Du denkst nach und fühlst in dich hinein. Wie haben es andere gemacht? Du rennst herum und versuchst mit aller Gewalt „Glücklich zu werden“. Muss ja irgendwann klappen.
    2. Oder du „bist“ jetzt einfach mal glücklich: Du entscheidest dich einfach schon jetzt glücklich zu sein (egal ,was du tust). Einfach mal ausprobieren. Du kannst es ja jederzeit wieder sein lassen.

    „Jaja Thimo. Du und deine komischen Ideen. Wenn es doch nur so einfach wäre“

    Und du hast ja recht. Ich habe absolut keine Ahnung, ob das für irgendjemanden anderen funktioniert. Deswegen will ich ja nur, dass du es mal ausprobierst. Was soll schlimmstenfalls passieren?

    Nur mal angenommen, du würdest mir für einen Tag glauben. Du stehst morgen früh aus deinem Bett auf. Du setzt einen Fuß nach dem anderen auf den Fußboden. Du streckst dich und schaust aus dem Fenster. Und plötzlich fällt dir irgendetwas ein. Ein Gedanke, manchmal eine Sorge oder etwas, das du noch erledigen muss, aber keine Lust darauf hast.

    Du hast jetzt zwei Möglichkeiten.

    In dem Moment, in dem du deine Füße auf den Boden aufsetzt, triff einfach eine Entscheidung.

    1. Weitermachen wie bisher
    2. Die kleine Entscheidung treffen: Ich übernehme jetzt mal die Verantwortung über mein Leben und treffe die Entscheidung: Glücklich sein – mehr ist es wirklich nicht.

    PS Deine Sorgen, Ängste, Nöte usw werden mit Sicherheit nicht weniger. Aber dir geht es mit Sicherheit besser dabei.

    PPS Für die, die nicht bis morgen früh warten wollen. Du kannst es auch jetzt ausprobieren.

  • Von dem kleinen Junge, der versucht, dass Leben jeden Tag aufs Neue zu lieben.

    Von dem kleinen Junge, der versucht, dass Leben jeden Tag aufs Neue zu lieben.

    Eine Erinnerung an mich selbst

    Lieber Thimo,

    weißt du noch … es gab mal eine Zeit, in der du dir über nichts und niemanden Gedanken gemacht hast.

    Du lebtest voller Vertrauen einfach in den Tag hinein.

    Aufwachen -> LEBEN -> Einschlafen -> und wieder von vorne

    Je älter du wurdest, desto mehr Gedanken hast du dir gemacht. Obwohl du gelernt hast, dass die meisten Dinge eigentlich nie so schlimm gekommen sind (wie du dir dachtest).

    Hinter dem Menschen, zu dem du geworden bist, dem Leben, das du bisher gelebt und den Tränen der Freude und Schmerzen, die du vergossen hast, steht immer auch der kleine Junge, der sich in das Leben verliebt hat.

    Der kleine Junge, der versucht, dass Leben jeden Tag aufs Neue zu lieben.

    Der kleine Junge in dir denkt im Moment sehr viel nach – und das ist ok.

    Solange du die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben nicht aus den Augen verlierst.

    DU, Deine FAMILIE, Die ZUKUNFT

    Nimm den kleinen Jungen an die Hand.
    Gib ihm das Vertrauen, das er jetzt benötigt.
    Die Zuversicht, dass am Ende doch alles GUT wird – irgendwie.

    Manchmal funktioniert es … manchmal nicht.

    Tu es für Ihn
    Gib NIE auf

  • Die 13 schwersten Aufgaben in meinem Leben

    Die 13 schwersten Aufgaben in meinem Leben

    Ich stolpere immer wieder über die gleichen „Probleme“. Irgendwann habe ich angefangen, sie aufzuschreiben. Nur um sie nicht zu vergessen. Meistens denke ich dann, dass ich der Einzige auf der Welt bin, der sich damit herumschlägt. Aber ich glaube, wir alle haben so unsere Päckchen zu tragen.

    Das hier sind meine:

    A) Mich jeden Tag daran zu erinnern, glücklich zu sein. Millionen Dinge können passieren. Die Frage ist nicht, ob sie passieren werden. Die eigentliche Frage ist, ob ich glücklich sein möchte, unabhängig davon, was passiert. Merkspruch: Was sollte schlimmstenfalls passieren?

    B) Meine eigene Seltsamkeit akzeptieren. Ich bin vollkommen ok so wie ich bin. Statt Energie aufzuwenden, damit mich andere mögen, nutze ich sie, um mich selbst zu mögen. Frage: „Was wäre, wenn ich bereits OK wäre, so wie ich bin? Könnte es nicht sein, dass alles bereits OK ist?“

    C) Mir öfter die Frage stellen: Wie würde es aussehen, wenn es einfach wäre? Look for a way to roll a rock downhill.

    D) Daran zu denken, dass ich niemanden verändern kann. Genauso habe ich keine Kontrolle darüber, was andere Menschen über mich denken, warum sich also darüber Sorgen machen? 

    E) Das nur ich alleine verantwortlich bin für mein Denken. 

    F) Das es sein kann, das ich heute Abend das letzte Mal die Augen schließe.

    G) Das mein Gestern keine Rolle mehr spielt und keinen Einfluss auf mein Heute hat. Das ich mich in jedem einzelnen Moment dazu entscheiden kann, mich zu ändern. Und wenn ich das nicht tue, ich mich trotzdem verändern werde.

    H) Ich nicht alles glaube, was ich denke.

    I) Daran zu denken, das es etwas in mir gibt, das mit allem ein Problem haben kann (wenn ich es zulasse).

    J) Wenn ich mal wieder zweifle oder Angst habe, mir die Frage zu stellen: „Was ist das schlimmste, das passieren kann“? Und „welche Möglichkeiten habe ich, das zu verhindern?“ und dann: „was kann ich tun, sollte das schlimmste wirklich passieren?“

    K) Am I hunting antelope or field mice? Nachzulesen hier. Sprengt sonst den Rahmen http://www.michaeldmcgill.com/2018/07/12/prioritize-your-time-like-a-lion-hunt-antelope-do-not-chase-mice/

    L) Ich muss nicht von allen gemocht werden. Ich muss es nicht allen Recht machen (mein persönlicher weißer Wal)

    M) Daran denken, das es meinen Kindern egal ist, ob ich vielbeschäftigt bin.

  • „Da machst du es dir aber leicht“

    „Da machst du es dir aber leicht“

    … nehme ich mittlerweile als Kompliment und bedanke mich. Ist nämlich gar nicht so einfach.

    Nur mal angenommen, mein Leben wäre wirklich einfach? Wie würde es aussehen?

    Wenn ich mich nicht genügend anstrenge, ist es das dann nicht wert?

    Wenn ich nicht auf Anschlag fahre?

    Wenn mich etwas keine Überwindung kostet?

    Kann ich mein Leben nicht locker und einfach nehmen?

    Könnte ich doch mal ausprobieren, oder? 

    Wenn es mit „locker und einfach“ nicht funktionierten sollte, kann ich immer noch die harte und verbissene Tour wählen.

    Das schöne daran: Wenn ich Dinge locker nehme habe ich mehr Energie übrig. 

    • Für die Schläge, die mir das Leben ab und zu austeilt
    • Für die wirklich wichtigen Sachen
    • Um mehr Dinge noch lockerer zu nehmen

    Und wenn ich dann noch tue, was mir Spass macht, bekomme ich Energie sogar „for free on top“.

    Warum also nicht das ganze einfach mal eine Woche ausprobieren?

    Mein Problem: ich bin so mit der Anstrengung „verdrahtet“ das ich vergesse, das es auch einfach gehen könnte.

    Klingt verrückt …

    … aber es ist anstrengend, die Dinge leicht und locker zu nehmen. Zumindest am Anfang.

    Es fällt mir einfacher, beschäftigt zu sein. Von Projekt zu Projekt hetzen und von Aufgabe zu Aufgabe.

    Aber es funktioniert doch oft genug, das ich einfach locker bleibe. Oft genug, um es noch was länger auszuprobieren.

    Mein Ziel: Je älter ich werde, desto einfacher möchte ich es mir machen.

    Warum?: Weil es dem Leben/meinen Kindern/meiner Frau … egal ist ob ich „vielbeschäftigt“ bin.

    Weil das Leben zu kurz und zu schön ist, um verbissen und einfach nur vielbeschäftigt zu sein.

    Mein Leben hat es verdient, belohnt zu werden.

    Mein Leben hat es verdient, gelebt zu werden. 

    Ob ich es verbissen oder locker sehe, ist ihm herzlich egal.

    Das tolle: Ich kann jederzeit entscheiden.

    Ob mir etwas schwer fällt oder nicht, liegt nicht immer in meiner Macht, das ist mir auch klar.

    Es leicht zu nehmen schon.

    Das heißt nicht, das ich mich vor den unangenehmen Sachen verstecke.

    Auch nicht, das ich mir alles Rosarot anmale.

    Aber es gibt da so einen Punkt. Einen kleinen Moment, in dem ich mich entscheiden kann …

    „Nimms locker“

    Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus, proportional zu meiner Einstellung dazu.

    Erfolg soll sich an der Anzahl der unangenehmen Gespräche und Tätigkeiten messen lassen die man bereit ist, auf sich zu nehmen.

    Das bedeutet aber nicht, das ich diese Dinge krampfhaft angehen muss, oder?

    Anders gesprochen: Mein Leben besteht zu 1/3 daraus, mich selbst und meine Erfüllung zu suchen und zu 2/3 mich selbst und meine Erfüllung zu erschaffen. Und zu 100% daraus, die Dinge nicht zu Ernst zu nehmen.

    Es ist nie zu spät dafür. Ich kann jeden Tag wieder neu damit anfangen.

  • Diese Dinge nehmen den ganzen Raum in meinem Gehirn ein.

    Diese Dinge nehmen den ganzen Raum in meinem Gehirn ein.

    • Die Gesundheit und das Wohlbefinden meiner Familie
    • Jeden Tag zu schreiben
    • Das es meinen Freunden und meinen Lieben gut geht
    • Meine körperliche Gesundheit
    • Menschen durch meine Arbeit bei Veränderungen zu helfen
    • Jeden Tag neue Dinge lernen
    • Das Leben nicht allzu Ernst zu nehmen und niemals damit aufzuhören, glücklich zu sein
    • Meine emotionale, kreative und geistige Gesundheit
    • Auf mich selbst aufzupassen ist der beste Weg, auf andere aufzupassen
    • Ein freundlicher und liebevoller Mensch zu sein (Mein Anteil, die Welt ein bisschen besser zu machen.)

    (Nicht immer in dieser Reihenfolge.)

    Aber diese Dinge beschäftigen mich und sind mir wichtig.

    Alles andere kann warten.

  • Nackt um die Flammen

    Nackt um die Flammen

    Du kennst das vielleicht.

    Viele von uns benehmen sich so, als wären Sie in Ihrem letzten Kapitel angekommen ohne zu wissen wieviele Seiten ihr Buch eigentlich hat. Dann gibt es andere, die lesen (leben) die gleiche Seite ihres Buches jeden verdammten Tag – wieder und wieder. Manche lesen sich sich die alten Seiten wehmütig durch – wieder und wieder oder grübeln darüber nach, was auf den folgenden Seiten geschrieben wird.

    Dann gibt es einige wenige, die nehmen ihr Buch in die Hand, übergießen es mit Öl und werfen es ins Feuer. Sie befreien die anderen Insassen und erschießen die Wärter.

    Und wenn das Feuer heiß und hoch und für alle zu sehen brennt, ziehen Sie sich nackt aus und tanzen johlend um die Flammen.

    Manchmal musst du bereit sein, dein Leben, das du geplant hattest, loszuwerden, um das Leben zu leben, das auf dich wartet. Zumindest hat uns das Joseph Campell gesagt.

    Tief in dir, weißt du, was zu tun ist. Du denkst den lieben langen Tag darüber nach. Deine Gedanken gehen vor und zurück, nach links und nach rechts. Du kaust alle möglichen Folgen durch. Stellst dir deine Zukunft vor – 

    wie sie wäre, wenn sein würde, was sein könnte.

    Jetzt liegst du in deinem Bett und es ist Zeit, schlafen zu gehen. Und passiert ist – Nichts.

    Du hast den ganzen Tag gewartet. Auf diesen einen Moment. Diesen Augenblick des Mutes. Deine ganze Energie des Tages explodiert in dieser einen Sekunde. 

    Eine Entscheidung

    Und wir?: „NaJa, morgen ist ja auch noch ein Tag. Und wenn nicht morgen, dann aber bestimmt nächste Woche oder an Neujahr.

    Aber dann wirklich“

    Du merkst schon, eigentlich spreche ich hier von mir. Ich bin ein „Serien Grübler“ der viel öfter nackt um die Flammen tanzen würde.

  • Das hier könnte alles verändern

    Das hier könnte alles verändern

    Ich überlege jeden Tag

    • Um was geht es?
    • Wozu bin ich hier?
    • Was fange ich mit meiner Zeit an?
    • Was sind meine Aufgaben auf dieser Welt?
    • Was tue ich – was lasse ich?
    • Worüber denke ich nach?
    • Was fühle ich?
    • Wozu bin ich gemacht?
    • Mit wem bin ich noch hier?
    • Wer und Was ist das wichtigste in meinem Leben
    • Wie möchte ich mein HEUTE verbringen?
    • Was kommt noch?

    Ich glaube, ich habe das schönste Leben der Welt.

    Und dann wieder …

    • Angst vor dem Unbekannten
    • Selbstzweifel
    • Wut
    • Das Denken der „Anderen“
    • Unsicherheit

    Lohnt sich das überhaupt jetzt noch mal was Neues anzufangen?
    Wer weiß, was alles noch passiert? Ich grabe mich lieber noch ein bisschen tiefer ein, in der Hoffnung, das niemand mich findet.

    Ich warte zu lange – bis mein Körper mich dazu zwingt, endlich einen Schritt zu machen.

    Und dann geht plötzlich alles ganz einfach.

  • Eigentlich weißt du doch, dass das hier nicht gut für dich ausgeht, oder?

    Eigentlich weißt du doch, dass das hier nicht gut für dich ausgeht, oder?

    Wir lieben Heldengeschichten. Es gibt keinen Ausweg, und trotzdem schafft es unser Held irgendwie. Er kommt heil aus der Sache raus. Sogar stärker. Manchmal sogar mehrmals.

    Und DU???

    Du wirst deine Familie nie wieder sehen. Keinen Blick mehr in die Sonne werfen können. Kein einziger Atemzug mehr.

    Irgendwann kommt der Moment.

    Und soviel ich weiß, gilt das für uns alle …

    Irgendwann!

    Wir werden sterben.

    Kein „Sieg“ wird uns retten.
    Kein Akt der Gnade des Feindes.

    Das Leben lässt hier nicht mit sich handeln.
    Wir können keine Zugeständnisse machen, die uns doch noch vom Haken lassen.

    Wir kommen hier nicht lebend raus.

    Und trotzdem stelle ich mir jeden Tag die Frage:

    „Was werde ich tun?“

    Nicht nur: „Wie werde ich meinen letzten Momenten begegnen? Wie werde ich sterben? Werde ich jammern und heulen oder einfach abtreten im Wissen gut gelebt zu haben?

    Sondern auch:

    Was werde ich in der Zwischenzeit tun? Wie werde ich zwischen „heute und bald“ leben? Was für ein Mensch werde ich sein?

    Wer kann ich noch alles sein und werden?

    Ist es meine Lebensaufgabe, Emails zu beantworten und Todo Listen zu führen?

    Wenn ich nicht aufpasse, wird es immer etwas geben, das wichtiger ist…

    • als mit meinem Sohn die Hausaufgaben zu machen.
    • als meiner Tochter zuzuhören, welche Pferde sie toll findet.
    • als unserem ältesten beim Fußball zuzusehen.
    • als mich auch um mich selbst zu kümmern.
    • als meinen Eltern einfach mal „Danke“ zu sagen („Danke Mama und Papa“).
    • als meiner Frau zu sagen, „Ich liebe dich“.

    Solange ich lebe.

    Was hast du in Kopf, Herz und Bauch? Welchen Plan im Herzen, welchen Wunsch im Kopf, welches Ziel vor Augen?

    Wenn du nicht aufpasst, bleibt es dabei. Urplötzlich ist es vorbei.

    Schreib doch einfach noch mal Geschichte.

    Deine alte ist eh vorbei.

    Wenn du Glück hast, ist noch genügend Tinte im Füller.

  • Das Ende

    Das Ende

    Was haben wir nicht alles schon gehört, gelesen und gesehen. Im Leben geht´s immer um das Ende.

    Kindheit, Schule, Job, Beziehung, Freundschaft … Leben?

    Wenn im Film der Held seinen Helm ablegt. Der Gegner ist besiegt. Die Welt ist gerettet. Der Abspann läuft.

    Wir schauen nur auf die epischen Übergänge – mit Pauken und Trompeten. Menschen erfinden sich neu. Starten in ein neues Leben. Sie lassen alles hinter sich. Erblühen, gehen auf, ein neuer Stern …

    Nicht mehr und nicht weniger als ein neues ICH.

    Solche Übergänge wollen wir sehen. So etwas wollen wir auch. 

    „Bitte hier 5 Euro einwerfen und eines der neuen Leben auswählen – vielen Dank.“

    Was ist mit den kleinen Enden, die das Leben mit sich bringt?

    Wenn wir einen Job erledigt haben. Wir nach dem Joggen die Schuhe ausziehen und uns wohlig erschöpft unter die Dusche stellen. Den Kunden gewonnen oder den Auftrag geholt haben. Mit unseren Kindern gelacht und mit unserem Partner getanzt haben. 

    ????

    Wenn wir einen tollen Abend mit Freunden ausklingen lassen. Wir stehen gemeinsam in der Küche, machen den Abwasch und sind der Meinung, dass wir das viel öfter machen sollten.

    Wenn wir jemanden in den Arm nehmen. Oder einfach mal sagen „Danke Mama, Papa“.

    Ich möchte viel mehr die kleinen Dinge feiern. Die Momente, die früher unbemerkt an mir vorbei gegangen sind. Die ich als selbstverständlich hingenommen habe. Die mir kaum aufgefallen sind – auf meiner Jagt nach den großen Zielen.

    Anstelle der großen Events, die eh nur alle paar Jahre auftauchen, bin ich lieber stolz, glücklich und dankbar wie Bolle – für jeden einzelnen kleinen Tag. So beschissen, wie er manchmal auf läuft – irgendwas Gutes ist doch immer dabei gewesen.

    Zumindest habe ich ihn überlebt und morgen kommt hoffentlich ein neuer.

    Ein Ende, das auch meist ein Anfang ist.

  • „Also dann finde mal deine Bestimmung“ (Oder „gehts noch“?)

    „Also dann finde mal deine Bestimmung“ (Oder „gehts noch“?)

    Ein guter Rat, aber wo suchen oder wen fragen? Wir laufen durch die Gegend, hören hier und schauen da. Nehmen da ein wenig Facebook hier ein bisschen Instagram und garnieren das mit dem Erfolgspodcast und einem Buch über Produktivitätsyoga.

    Wir schnüffeln bisschen an der Oberfläche, schauen mal kurz draußen nach und tasten uns so voran. Wird alles schon schiefgehen. Tut’s dann ja auch meistens.

    Das ist wie, als würdest Du auf eine Party kommen die schon ein paar Stunden läuft. Du kommst rein, schaust dich bisschen um … und stellst dich dann irgendwo dazu. Und denkst dir dann, du hast deine Bestimmung (für den Abend oder im Leben) gefunden.

    „Aber was ist dann mein Anliegen?“

    Bin ich „nur“ Headhunter? (Also ich, Thimo) Oder bin ich im Business „Machen wir es für alle mega-einfach, die richtigen Menschen zusammen zu bringen“

    Was ist deine/meine Backstory?

    Mein ganzes Leben habe ich neue Dinge ausprobiert. Hobbys, Sportarten, Essen, Gründungen, Ausbildungen, Bücher, Jobs, Beziehungen, Autos, Herausforderungen, …

    Es gab immer einen Auslöser für den Start von etwas Neuem: 

    Menschen

    Menschen sind immer der „Ur-sprung“ und „Ur-Sache“ für etwas Neues.

    Gemeinsam mit anderen Menschen hat sich etwas entwickelt. 

    • Ein kleiner Funke, der zur fixen Idee und schließlich zum Unternehmen wurde.
    • Ein treffen auf einer Party oder der Spaziergang mit dem Opa, der zum neuen Job führte.
    • Ein kurzer Blick, der zur Partnerschaft und schließlich zur großen Liebe und Familie gewachsen ist.

    Es waren immer kurze Augenblicke, deren Zukunft noch gar nicht vorhersehbar war. Und trotzdem entstanden daraus Erfolge, Erfahrungen, Liebe und Leben. Nicht nur Gutes, aber was heisst schon „gut“ und wer weiß, wie wir morgen darüber denken.

    Das liegt halt an unserer Bauart. In unserer Betriebsanleitung steht geschrieben, dass wir soziale Wesen sind. Wir können ohne andere Menschen und Gruppen nicht gut überleben. Wir wollen machen und tun, erschaffen und kreieren. Wir suchen Anerkennung und Zugehörigkeit, Lust und Liebe.

    Und was machen wir daraus???

    Wir setzten die Leute in Großraumbüros und nennen Sie „Humankapital“.

    Wir sitzen dann im allmorgendlichen Stau oder in der überfüllten Bahn und meinen das uns ein Hörbuch aus der Reihe „finde deine Bestimmung“ den Weg zeigt (Wohin auch immer).

    Wir geben unsern Kindern vor, welche Schriftgröße Sie in Powerpoint Präsentationen verwenden sollen (und benoten sie danach) oder fahren als Lehrer mit dem Auto hinter Ihnen her, während Sie zu Fuß auf dem Weg zum wöchentlichen Schulschwimmen sind (beides passiert).

    Das alles führt dann zu …. ja was denn eigentlich????

    Entweder zu einer tiefen Resignation, dem eigenen Leben und Tun gegenüber. Oder eben zu solchen Ausbruchsmomenten, wie wir sie immer wieder sehen. Momente, in denen wir sagen „ach du Scheiße, schau der den mal an“ und denken: „der macht richtig, wenn ich mich auch mal trauen würde“.

    Ich habe mir gemerkt: „Jede Entscheidung ist einfach, wenn du deine Werte kennst.“ (Roy Disney – Walts großer Bruder)

    Und jetzt? Was machen wir mit dem tollen Kalenderspruch?

    Als erstes Fragen wir uns, welche Fragen kann ich mir stellen, damit ich zu meinenAntworten komme?

    Und dann müssen wir leider etwas dafür tun. Nämlich nachfühlen und nachdenken. Mit Hirn, Bauch und Herz und allem anderen, was wir so zum Fühlen nutzen. Wenn wir das dann für uns parat haben, sind wir schon mal einen Schritt weiter. Am besten schreiben wir es auf. Und bitte nicht in irgendwelchen Stichwortelisten als ToDo oder Powerpoint. Sondern in Prosaform. Wie früher in der Schule, als eine Art Aufsatz des Lebens.

    Ich mache sowas ziemlich jeden Morgen. Ich schreibe mir meine Gefühle und Gedanken aus dem Körper und Geist. Sie fließen durch meine Arme zu meinen Fingern und wahlweise in Tastatur oder Stift auf Papier.

    Freu dich aber jetzt nicht zu früh. Einmal hinsetzen und bisschen schreiben reicht nicht. Du kannst dir deine Erfüllung nämlich nicht so einfach suchen bzw. schreiben. Du wirst von Ihr gefunden. Dafür musst du als Erstes offen und ehrlich mit dir selbst und dem Leben sein. Du musst dich bereit halten. Irgendwann schlägt dir deine Muse auf die Finger. Dann musst du reagieren. Dann musst du handeln. Dann musst du deine kleine Delle ins Universum hauen.

    Komme ich selbst denn irgendwann an? Ich denke und hoffe nicht.

  • Er verbrennt deine Tage

    Er verbrennt deine Tage

    „Flow bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit, die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder auch Funktionslust“ Wikipedia

    Es gibt da einen hässlichen Cousin des „Flows“. Von dem wird nicht so oft gesprochen. Und doch kommt dieser dunkle Verwandte öfter zu Besuch. Auf einmal steht er vor der Tür und kommt hinein – ohne anzuklopfen.

    Er hält dich ständig beschäftigt mit seinen Terminen, Alarmen und Erinnerungen. Er hat youtube, twitter, Facebook und Co. erfunden.

    Seine einzige Aufgabe ist es, deine Tage zu verbrennen.

    Er hält dich davon ab, dein Projekt zu beenden. Dein Bewegungsziel für den Tag zu erreichen. Die wichtigsten Aufgaben des Tages zu erledigen.

    Er wiegt dich in Sicherheit und sagt dir, dass alles gut ist, wie es ist und das du die Dinge ruhig mal schleifen lassen kannst. Und plötzlich wirst du wach, und 10 Jahre sind vergangen.

    „und ich sehe Ihn tanzen und lachen – er ernährt sich von deinen Jahren – und du merkst es nicht mal“

    Sein Motto:
    Bloß nicht den Moment und dadurch dein Leben genießen.

    Unser Leben ist echt kurz – glaub mir.
    Eben waren unsre Kinder noch im Kindergarten, oder wurden gerade eingeschult. Und morgen sagen sie dir, das Sie ausziehen oder schreiben dir auf Twitter, das du ein Arschloch bist. (wie gerade die Tochter von Trump Beraterin Conway auf Twitter )

    Was mir hilft?

    Ich habe eine Superkraft: Ich kann meine Zeit verlangsamen.

    „Aber du kannst dich doch hier nicht hinsetzen und die Augen zu machen. Was sollen den die anderen (dein hässlicher Cousin) denken“.

    Während ich hier sitze und schreibe, kann ich meine Zeit verlangsamen. Einfach, indem ICH mich dafür entscheide. Es klappt nicht immer und ich kann sie auch nur ein bisschen verlangsamen – aber ich bekomme es hin – immer öfter.

    …wenn ich entscheide, jetzt zum Hörer zu greifen und meine Frau und die Kinder anzurufen, um Ihnen zu sagen, das ich Sie liebe.

    …wenn ich das nächste Mal mit meinen Eltern zusammen bin.

    …wenn ich sitze, wenn ich stehe oder gehe.

    Dann kann ich fühlen, dass ich alles aus diesen Momenten herausgeholt habe.


    Bild unslplash Caleb Shong@yourmatecaleb

  • Sprezzatura

    Sprezzatura

    „Ich mag ja eine unkomplizierte Vorgehensweise. Aber das wäre wirklich etwas zu einfach und schnell, oder? ;-).“

    Die Worte eines meiner Lieblingskunden haben mich dazu gebracht, über das Thema „Leichtigkeit“ nachzudenken.

    Ist das Talent, Arbeitsscheue, Hochstapelei, Kunst … oder was steckt dahinter?

    „Manchmal dauert es viele Jahre,
    um eines Tages über Nacht erfolgreich zu sein.“
    (Willy Meurer)

    Die Italiener nennen das Sprezzatura

    Sie sind Erfinder und Großmeister dieser Disziplin, die Engländer tun so, als hätten sie nie davon gehört und die Deutschen denken an italienisches Gebäck.

    SPREZZATURA – DIE KUNST, SCHWIERIGE DINGE EINFACH AUSSEHEN ZU LASSEN

    Der Begriff soll auf Baldassare Castiglione, Graf von Novilara, Höfling, Diplomat und Schriftsteller in der Zeit der Renaissance zurückgehen.

    Eigenschaft eines perfekten Höflings und empfiehlt stets „eine gewisse Art von Lässigkeit anzuwenden, die die Kunst verbirgt und bezeigt, dass das was man tut oder sagt, anscheinend mühelos und fast ohne Nachdenken zustande gekommen ist“.

    „Zur Anmut gehören Beiläufigkeit, Ungekünsteltheit, Nonchalance, Sprezzatura; und wenn sie in Begleitung ihrer Schwester, der Demut, auftritt, ist sie unbesiegbar.“

    Was nach Selbstbewusstsein & Leichtigkeit aussieht, hat oft eine lange Geschichte.

    Der geschulte Beobachter sieht Sprezzatura als Zeichen, dass jemand seinen Job kennt und kann. Er hat ein solches Maß an Meisterschaft erreicht, dass er Anstrengung verbergen und schwierige Dinge einfach aussehen lassen kann.

    Für das ungeübte Auge ist er einfach talentiert oder faul oder beides.

    Beide Beobachter sehen das selbe. Aber jeder mit einer anderen Interpretation.

    Wenn du also das nächste Mal jemanden siehst, der seinen Job mit aller Leichtigkeit vollführt, denk daran, das er wahrscheinlich viele Jahre Dreck, Staub, Schweiß und Blut investiert hat – nur damit es einfach aussieht.

    Ich für mich, habe ich endlich ein Wort gefunden, das mich und meine Wesenszüge etwas beschreiben hilft.