Was hörst du gerade? Ich meine wirklich alles. Hör ganz genau hin.
Klar, zuerst das Standard-Zeug: Autos, Vögel zwitschern, der Wind heult und die Blätter rauschen …
Aber immer, wenn ich genauer hinhöre, sind da noch andere, neue Geräusche. Manchmal das Schließen einer Autotür oder ein paar Bauarbeiter weiter entfernt. Manchmal höre ich sogar die Bundesstraße, die 2km entfernt ist oder ganz leise ein Flugzeug am Himmel. Ab und zu kann ich sogar meinen Körper hören. Ein leises Bauchgrummeln, der Atem, der durch meine Nase geht oder den Herzschlag im Ohr.
Je genauer ich hinhöre, desto mehr Dinge fallen mir auf.
Sie sind immer da gewesen, aber ich hatte nie lange genug innegehalten, um Sie zu hören.
Zu meditieren ist ähnlich, aber mit Gefühlen statt mit Klängen.
Denn sobald eine Sache auf die Kette bekommen hast, stellst du fest, dass es da schon wieder eine neue Sache gibt …
(Hinweis: Das nennt sich Leben)
Aber das sollte uns jetzt erst mal nicht deprimieren – es sollte befreien.
Denn wenn wir erst einmal verstanden haben, dass dieses Spiel kein Ende hat, können wir uns entspannen und es einfach genießen.
(Zweiter Hinweis: Es gibt doch ein Ende)
Eigentlich ist das Leben also relativ einfach.
Iss vernünftig, bewege dich, hör auf dein Herz und deinen Verstand, umgib dich mit deinen Lieben, tue ein paar gute Dinge …
Und wir??? Wir geben mehr Gewicht in die Meinungen und Erwartungen von anderen Leuten, als in unsere eigenen.
Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen oder die wir uns nicht leisten können, um Leute zu beeindrucken, die uns nicht mal kennen oder denen wir scheißegal sind. Wir lassen uns Brustmuskeln oder Hinterteile implantieren, um auszusehen wie Menschen, die 20 Jahre jünger sind und jeden verdammten Tag dafür trainieren. Wir machen Dutzende Selfies, nur um das schönste davon auf Social Media zu posten und hoffen auf Applaus von Menschen die das gleich tun…
Der Kommentar von „Rosiebosie73“ wird dann wichtiger als unser Eigenes denken und fühlen. Die Meinung von „nudie_8“ ist uns genauso wichtig wie die Meinung deiner Mutter. Wir glauben „CrazySteffen55“ mehr als unserem eignen Herzen und den Erfahrungen, die wir gemacht haben.
Wir geben völlig unbekannten Leuten die Macht über unser Leben. Und wundern und dann, wenn wir es nicht auf die Reihe bekommen (das Leben). Und wir meckern sogar noch darüber, dass es nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen.
Manchmal müssen wir einfach die paar Menschen zusammenbekommen, die uns wichtig sind und ihnen sagen „ich Liebe dich, aber es ist mir egal, was du über das denkst, was ich tue, wie ich es tue und warum ich es tue“.
Versteh mich nicht falsch. Es ist mir nicht „scheißegal“, was andere denken. Und es ist mir Erstrecht nicht scheißegal, was die Menschen denken, die ich liebe.
Aber:
Ich bin nicht bereit, mein Leben so zu leben, wie du es für richtig hältst.
Und eins noch bitte: Glaub nicht alles, was ich und andere schreiben. Es ist mein Denken, Fühlen und Glauben. Mach deine eigenen Erfahrungen.
Irgendwann hat es angefangen. Ich weiß nicht mehr genau wann. Aber irgendwann hat irgendetwas die ganze Leidenschaft aus mir herausgepresst. Ich habe angefangen, Dinge zu tun, auf die ich keine Lust hatte. Manche davon habe ich sogar gehasst.
Warum?
Weil ich Geld dafür bekommen habe
Weil ich gut darin war
Weil ich gelobt, belohnt oder bewundert wurde
Weil ich dachte, andere erwarten das von mir
Weil „man“ das eben so macht
Uns wird beigebracht, dass der einzige Grund, etwas zu tun, darin besteht, dass wir dafür irgendwie belohnt werden.
Ich konnte von Morgens bis Abends auf einem Lehmhügel in unserer Nachbarschaft spielen. Ich habe in Büchern gelebt und Stunden damit verbracht, auf der Straße irgendwelche Tricks auf irgendeinem Sportgerät zu üben. Nicht weil irgendjemand mir dafür Noten oder Geld gegeben hat. Auch nicht, um irgendjemanden zu beeindrucken.
… und dann, irgendwann, habe ich damit aufgehört.
Ab und zu kommt er noch mal raus, der kleine 8-jährige in mir. Er sitzt irgendwo in meinem Herzen versteckt. Wenn er auftaucht, fragt er meistens Dinge wie:: „Warum spielst du nicht mehr?“„Willst du das wirklich?“„Warum tust du das?“
Und ich antworte Ihm:
„Weil man damit kein Geld verdienen kann!“ „Weil das Leben so ist“ „Weil ich eine Verantwortung habe“
Er runzelt dann meistens nur seine kleine Stirn oder rollt die Augen und fragt:
„Stimmt das wirklich? Echt jetzt?“
Schon klar, ich werde jetzt kein professioneller Skateboarder mehr. Und nur fürs spielen im Dreck wird mir niemand einfach so 100€ in die Hand drücken.
Aber was steckt denn dahinter? Was hat mich dazu getrieben, den ganzen Tag mit meinem Board über ein kleines Holzbrett zu springen. Nur um es am nächsten Tag wieder zu versuchen. Freiwillig, 8 Stunden lang bei 30 Grad. Jeden Tag!!!
Das Gefühl, es irgendwann zu schaffen.
Dieser kleine Moment, in dem ich etwas dazu gelernt habe. Dieser Augenblick, in dem ich merke:
Ich bin besser geworden.
Ich bin an meine Grenze gegangen.
Ich habe nicht aufgegeben.
Es geht nicht um das Skateboard fahren oder irgendein anderes Hobby. Es geht um das TUN an sich. In etwas richtig gut zu werden. „Meisterschaft zu erlangen“
Die pure Freude an etwas, bei dem ich besser und besser werde, und dem Gefühl, zu spielen.
Am Anfang des Lebens ist alles nur ein Spiel. Wir denken nicht darüber nach, das es anders kommen könnte. Das irgendwann jemand kommt, und sagt:
„Das Leben ist kein Spiel mehr“„Du kannst das nicht alles auf die leichte Schulter nehmen.“„Du hast eine Verantwortung zu tragen.“„Das ist alles nicht so einfach, wie du dir das vorstellst“„Wo kämen wir denn hin, wenn alle das Leben nur als Spiel sehen würden?“
Ja, wo kämen wir hin.
Keine Ahnung!
Aber wo bin ich denn heute hingekommen? Mit Ernsthaftigkeit, Vernunft und Verbissenheit?
Mit dem Alter wachsen wir aus ziemlich vielen Dingen heraus.
Schuhe, Kleidung, unser Kinderzimmer usw …
Parties, die Nächte durchmachen, Pop, Punk, Rock.
… aber auch unsere Ansichten, Einstellungen, Ziele und Visionen.
Und auch die härteren Dinge. Beziehungen, Partner, Familienmitglieder und Freunde.
Wir sind Meister im herauswachsen.
Schließlich tun wir es unser Leben lang.
Viele von uns sind aus Ihren Jobs herausgewachsen. Aus Ihren Karrieren, für die sie viele Jahre alles geopfert haben und plötzlich merken: Das ist es nicht mehr!
Wir wachsen aus unseren Träumen und Sehnsüchten heraus. Aus unserem Bild vom Leben, unserem Sein.
Hin und wieder wachsen wir sogar aus uns selbst heraus. Wir entwachsen der Person, die wir mal sein wollten. Dem Kerl mit dem coolen Anzug, dem großen Büro und dem Porsche vor der Tür. Mit einem Kalender voll mit so vielen Terminen mit irgendwelchen wichtigen Leuten, das wir einen Assistenten brauchen um den Überblick zu behalten.
Und dann merkst du, dass du absolut Null Ahnung hast, wer dieses Bild in deinen Kopf gepflanzt hat. Wo diese Ziele überhaupt herkommen. Und was mit dir passiert, wenn du sie erreicht hast.
Bis du eines Tages aufwachst und merkst, dass diese Flamme erloschen ist und sie nicht mehr der Grund ist, weshalb du am Morgen aufstehst.
Ich bin jetzt 45, und eine Sache, die mich echt überrascht hat ist: Wie viel von mir selbst ich jeden Tag Neu entdecke, wenn ich danach Suche. Wenn ich offen bleibe und meinen Kalender nicht voll mit Terminen, Dingen und Aufgaben knalle, die ich eigentlich gar nicht mehr will.
Da gibt es Teile in mir, die ich noch gar nicht kannte. Und diese Teile haben etwas zu sagen. Meine Aufgabe ist es nur hinzuhören.
Wer hätte gedacht, dass da noch andere ICHs in mir leben.
Das ist manchmal schön, manchmal traurig und manchmal beängstigend.
Denn das Loslassen fällt mir nicht immer leicht. Meine Hände sind solange schon zu Fäusten geballt, dass sie das Gefühl des Entspannens erst noch lernen müssen.
Und dann plötzlich merkst du, dass du dich von Dingen entfernt hast, die dir einst lieb und teuer waren. Bei denen du die Zeit und alles um dich herum vergessen hast. Das es da Menschen gibt, denen es egal ist, wie erfolgreich oder vielbeschäftigt du bist.
Wenn sich also der ein oder andere darüber ärgert, was aus mir geworden ist, dann tut es mir wirklich leid.
Ich bin zum ersten mal auf dieser Welt. Ich wachse und übe noch. Und ich habe noch absolut keine Ahnung, wie dieses Ding namens Leben überhaupt funktioniert.
Kennst du das Gefühl? Du wirst morgens wach und denkst dir:
„Ha, cool. Heute ist dein Geburtstag. Und irgendwie hast du das Gefühl, es ist alles ok. Klar, hier und da gibt es immer ein paar Baustellen. Wenn ich lange genug danach suche, finde ich immer was. Aber alles in allem ist es doch eigentlich ein ganz nettes Ding – dieses Leben.“
Was wäre, wenn der Weg zurück zu Freude und Sinn in unserem Leben nicht darin besteht, uns selbst neu zu erfinden und etwas anderes zu tun …?
Sondern einfach mal nichts tun, lange genug, um langsamer zu werden, um genau diese Freude und Sinn besser hören, sehen und fühlen zu können.
Ich glaube nicht, dass es uns an Bedeutung und Sinn fehlt. Viel zu oft meinen wir, wir müssten was verändern, um glücklich und zufrieden zu werden.
Was wäre, wenn wir in der Hektik unseres Lebens einfach den Überblick verloren und vergessen haben, was dieser Sinn ist? Was DEIN Sinn ist.
Nicht der von irgendjemandem anderen. Nicht der, der in tollen schlauen Büchern steht und auf kleinen Zettelchen in chinesischem Gebäck.
Zurücklehnen statt immer nach vorne hetzen.
Wir wollen immer machen und handeln. Immer irgendwo hin oder von irgendwas weg. Es gibt immer ein neues ICH zu erreichen, zu dem wir werden wollen oder ein altes Ich das wir hinter uns lassen möchten.
Was, wenn wir uns von Zeit zu Zeit bewusst zurücklehnen?
Zurück mit einem Gefühl von warmer Gelassenheit und dem Gedanken „alles ist ok“. Wir müssen hier nichts beweisen.
Alles kann, nichts muss.
Das genau dieser Moment einfach ist, was er ist und nicht das, was er vielleicht sein könnte.
Die Italiener haben dafür einen Satz:
Il dolce far niente. Es bedeutet „die Süße des Nichtstuns“.
Ich habe da ein Bild vor Augen: Die Art von Gefühl, das man empfindet, wenn man im ausgehendem Sommer in einem kleinen italienischen Dorf in einem Cafe sitzt, einen Kaffee schlürft und einfach den Tag und das Leben beobachtet. Das Zeitgefühl verlangsamt sich und du bewunderst einfach das Leben für seine Einfachheit und möchtest nur lächeln.
It is not the task, which is hard. It is the „clutter“, the „things and thoughts“ in our heads. Most of our tasks are simple. The hard thing is to define:
What is our task and what is not?
Instead of going from complex to the simple, try to start with zero and ask:
What are the minimum numbers of steps to completion?
What are the minimum steps to xyz?
What is the concrete physical next actionable step?
Focus and clarity are the new superpowers.
Because what you want is completion. You want a solution!!!
„Mit dem Kerl stimmt doch was nicht. Der hat doch was genommen. Wie kann man denn in der aktuellen Lage glücklich sein?
Du hast gefälligst zu leiden, wir alle anderen auch. Oder nimmt wenigstens etwas mehr Rücksicht und behalt deine komische Zufriedenheit für dich...“
Der Mut, glücklich und zufrieden zu sein beinhaltet leider ab und zu auch den Mut, nicht gemocht zu werden.
Und es wird immer Menschen geben, die dich das was du tust oder wie du es tust, nicht mögen.
Es gibt zwei Wege, glücklich zu sein.
Eigentlich gibt es nur einen.
Du „wirst“ glücklich: Du probierst Dinge aus. Du denkst nach und fühlst in dich hinein. Wie haben es andere gemacht? Du rennst herum und versuchst mit aller Gewalt „Glücklich zu werden“. Muss ja irgendwann klappen.
Oder du „bist“ jetzt einfach mal glücklich: Du entscheidest dich einfach schon jetzt glücklich zu sein (egal ,was du tust). Einfach mal ausprobieren. Du kannst es ja jederzeit wieder sein lassen.
„Jaja Thimo. Du und deine komischen Ideen. Wenn es doch nur so einfach wäre“
Und du hast ja recht. Ich habe absolut keine Ahnung, ob das für irgendjemanden anderen funktioniert. Deswegen will ich ja nur, dass du es mal ausprobierst. Was soll schlimmstenfalls passieren?
Nur mal angenommen, du würdest mir für einen Tag glauben. Du stehst morgen früh aus deinem Bett auf. Du setzt einen Fuß nach dem anderen auf den Fußboden. Du streckst dich und schaust aus dem Fenster. Und plötzlich fällt dir irgendetwas ein. Ein Gedanke, manchmal eine Sorge oder etwas, das du noch erledigen muss, aber keine Lust darauf hast.
Du hast jetzt zwei Möglichkeiten.
In dem Moment, in dem du deine Füße auf den Boden aufsetzt, triff einfach eine Entscheidung.
Weitermachen wie bisher
Die kleine Entscheidung treffen: Ich übernehme jetzt mal die Verantwortung über mein Leben und treffe die Entscheidung: Glücklich sein – mehr ist es wirklich nicht.
PS Deine Sorgen, Ängste, Nöte usw werden mit Sicherheit nicht weniger. Aber dir geht es mit Sicherheit besser dabei.
PPS Für die, die nicht bis morgen früh warten wollen. Du kannst es auch jetzt ausprobieren.
Was machst du, wenn du an der Spitze angekommen bist? Wenn du dort oben auf der Spitze deines Berges stehst?
Du musst aufpassen. Weil du dort sehr wahrscheinlich alleine stehen wirst. Es könnte auch ziemlich kalt dort oben werden. Meistens weht ein eisiger Wind.
Und es gibt nur noch eine Richtung, in die es dann noch gehen kann.
Also nimm dir lieber etwas mehr Zeit beim Aufstieg und genieße die Zeit.
Was hilft es dir, wenn du schnell oben bist? Was bedeutet es für den Rest deines Lebens?
Ich habe beschlossen, dass ich erst am Tag vor meinem Tod ganz oben ankommen möchte. Ob ich das hinbekomme??
Keine Ahnung! 🤷♂️
Beim Radfahren geht es mir ähnlich. Diese wundervollen kleinen Tritte den Berg hinauf. Die stetige Anstrengung und das schöne Gefühl, auf dem Weg zu sein.
Ich muss nie zurückschauen. Ich weiß, das schönste Stück ist gerade jetzt, in diesem einen Moment.
„Anything worthwhile takes a long time“ sagt die tolle @debbiemillman
Da hättest du aber vorher mal jemanden fragen sollen. Jemanden, der sich auskennt – mit dem Leben.Jemanden der weiß, wie es nicht geht. Der hätte dir schon gesagt, dass das nicht so einfach geht. Der hätte dich schön davon überzeugt, es lieber sein zu lassen. Genau wie es alle anderen auch sein lassen. Weil sie sich ja auskennen – mit dem Leben.
Lass dir nicht von Leuten raten, dich nicht zu trauen, nur weil sie sich selbst nicht trauen.
Aber wehe dir, du wagst einen ersten Schritt. Und wehe, der Schritt passt jemandem nicht. Und wehe, der Schritt passt jemandem nicht, der sich selbst nicht getraut hat, mal einen ersten Schritt zu gehen.
Dann tun andere plötzlich einen ersten Schritt – Sie wissen es besser, und hauen drauf. Sie treten zu. Immer auf den, der den allerersten Schritt gewagt hat.
Wo kämen wir denn da hin? Wenn jeder einfach so sein Leben in die Hand nehmen würde. Wenn jeder tun würde, wonach ihm gerade der Sinn steht.
Nur die wenigsten Menschen trauen sich, dir zu sagen das du dich trauen darfst.
Du kannst davon ausgehen, dass sobald du beherzt und voller Mut einen ersten Schritt wagst, es immer anderen geben wird, die dazu eine Meinung haben werden. Es wird immer die Zuschauer am Straßenrand geben. Die einen jubeln, die anderen buhen dich aus. Das tun Sie aber auch, wenn du nichts tust.
Also kannst du genauso gut etwas tun.
„Es ist immer einfach, bis dir jemand sagt, das es schwer ist und dieser jemand recht haben will.“
Ich bin verletzlich. Voller Angst und Scham. Wütend, manchmal hilflos und überwältigt.
Trotzdem nehme meinen Schild runter. Lege meine Rüstung ab. Vertraue anderen, mir selbst und dem Leben.
Ich öffne mich und erzähle von mir.
Erfahrungen, Fehler, Gefühle, Ideen … Dinge, die mir wichtig sind.
Aus meinem Inneren.
Ein Stück ICH
Ich mache mich verletzlich und angreifbar.
Warum?
Um mir und anderen zu zeigen, dass es gar nicht so schwer ist.
Das LEBEN
Ich muss nicht immer die Fäuste oben behalten. Es ist ziemlich anstrengend, immer in „Hab Acht Stellung“ zu leben.
Sobald ich meine Verteidigung sinken lasse, passieren die schönsten Dinge. Ich werde jeden Tag überrascht. Nicht immer positiv. Aber selbst diese Dinge helfen mir auf meinem Weg.
„Ich betrete jeden Tag die Arena.
Jeden Tag stehe ich auf und gehe in die Dunkelheit.Ich stehe auf, ohne zu wissen was kommt.Ich entscheide mich – für diesen einen Tag.
Und ich lasse mich nicht von anderen abhalten.Nicht von denen, die nicht auf dem Spielfeld stehen.Die nur auf den Rängen sitzen und zuschauen. Und erst Recht nicht von mir selbst.“
Jedes Jahr, gleich am Jahresanfang, schreibe ich eine Liste. So wie man das eben macht. Meine Ziele, Visionen, Purpose, Bestimmung und so weiter. Dann denke ich mir „was ein Quatsch“, vergesse Sie oder schmeiße sie irgendwann weg.
Warum? Es stehen zu viele Dinge darauf. Es kommen auch immer wieder die gleichen Sachen auf. Oder ich habe im Februar schon wieder andere, neue Ideen und ich ärgere mich darüber, das ich nicht „bei der Sache“ bleiben kann.
Nach dem Motto: „Langsam musst du doch mal wissen, was du willst. Du kannst doch nicht ständig neue Säue durch den Ort jagen. Irgendwann musst du doch mal ankommen.“
Muss ich das?
Wer sagt das?
Außerdem kann ich die Worte Purpose, Bestimmung, Sinn und Zweck nicht leiden. Irgendwie bedeuten Sie für mich, dass ich irgendwo in der Zukunft etwas finden werde, was mich glücklich macht.
Und bis dahin soll ich bitte schön unglücklich sein, oder was?
„Ich bezahle mit Unglück heute und bekomme dafür Glück und Zufriedenheit morgen?“.
Wir machen uns da etwas vor.
Wir meinen, wir müssten irgendwelche „Gebühren zahlen“ — eine Art Eintritt für eine Fahrt, an deren Ende wir an einem Ort abgesetzt werden, der uns glücklich macht. Auf dem „mein großer Lebenszweck“ steht. Ein Ort, an dem wir dann glücklich und zufrieden auf unser schweres Leben und unser Leiden zurück schauen und … sterben.
Oder aber…
Ich nutze meine Zeit, um jetzt glücklich zu sein.
Ich weiß noch immer nicht, was mein Zweck, Purpose und meine Bestimmung sind. Ich fürchte, ich werde es nie erfahren.
Eigentlich macht mich das sogar ziemlich glücklich.
Vielleicht kann ich zwischen heute und dem Tag, an dem ich sterbe, noch ein bisschen was erleben. Noch ein paar Sachen ausprobieren. Neu Dinge und Leute kennen lernen, alte verlernen.
Und wenn ich es nicht tue – wenn ich auch morgen sterbe – ist das auch OK (denke ich).
Was bedeutet das alles, wenn wir tot sind? Ich kann mich doch genauso gut dafür entscheiden, jetzt glücklich zu sein.
Übrigens: Ray Kroc hat mit 50 noch Milchshakes verkauft. Dann stolperte er über zwei Brüdern mit dem Nachnamen McDonald. Er kaufte McDonalds, als er 52 war.
Stan Lee (Marvel) erfand Spiderman mit 44. Ich habe also noch ein halbes Jahr Zeit, bis ich 45 werde.
Arianna Huffington, Huffington Post, 55 Jahre
Mir geht es immer weniger um „Was will ich?“ und immer mehr um „wer bin ich?“
Weniger um „wohin will ich?“ und mehr darauf konzentrieren, „wo Ich mich befinde“
Ziele, Visionen und Bestimmungen sind wie eine schwere Rüstung für mich. Ich bin unbeweglich. Komme nur schwer aus ihr heraus. Kann kaum nach allen Seiten sehen und spüre nichts mehr.
Ich möchte mich einfach JETZT entscheiden, wer ich bin, und dann diese Person sein
… nehme ich mittlerweile als Kompliment und bedanke mich. Ist nämlich gar nicht so einfach.
Nur mal angenommen, mein Leben wäre wirklich einfach? Wie würde es aussehen?
Wenn ich mich nicht genügend anstrenge, ist es das dann nicht wert?
Wenn ich nicht auf Anschlag fahre?
Wenn mich etwas keine Überwindung kostet?
Kann ich mein Leben nicht locker und einfach nehmen?
Könnte ich doch mal ausprobieren, oder?
Wenn es mit „locker und einfach“ nicht funktionierten sollte, kann ich immer noch die harte und verbissene Tour wählen.
Das schöne daran: Wenn ich Dinge locker nehme habe ich mehr Energie übrig.
Für die Schläge, die mir das Leben ab und zu austeilt
Für die wirklich wichtigen Sachen
Um mehr Dinge noch lockerer zu nehmen
Und wenn ich dann noch tue, was mir Spass macht, bekomme ich Energie sogar „for free on top“.
Warum also nicht das ganze einfach mal eine Woche ausprobieren?
Mein Problem: ich bin so mit der Anstrengung „verdrahtet“ das ich vergesse, das es auch einfach gehen könnte.
Klingt verrückt …
… aber es ist anstrengend, die Dinge leicht und locker zu nehmen. Zumindest am Anfang.
Es fällt mir einfacher, beschäftigt zu sein. Von Projekt zu Projekt hetzen und von Aufgabe zu Aufgabe.
Aber es funktioniert doch oft genug, das ich einfach locker bleibe. Oft genug, um es noch was länger auszuprobieren.
Mein Ziel: Je älter ich werde, desto einfacher möchte ich es mir machen.
Warum?: Weil es dem Leben/meinen Kindern/meiner Frau … egal ist ob ich „vielbeschäftigt“ bin.
Weil das Leben zu kurz und zu schön ist, um verbissen und einfach nur vielbeschäftigt zu sein.
Mein Leben hat es verdient, belohnt zu werden.
Mein Leben hat es verdient, gelebt zu werden.
Ob ich es verbissen oder locker sehe, ist ihm herzlich egal.
Das tolle: Ich kann jederzeit entscheiden.
Ob mir etwas schwer fällt oder nicht, liegt nicht immer in meiner Macht, das ist mir auch klar.
Es leicht zu nehmen schon.
Das heißt nicht, das ich mich vor den unangenehmen Sachen verstecke.
Auch nicht, das ich mir alles Rosarot anmale.
Aber es gibt da so einen Punkt. Einen kleinen Moment, in dem ich mich entscheiden kann …
„Nimms locker“
Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus, proportional zu meiner Einstellung dazu.
Erfolg soll sich an der Anzahl der unangenehmen Gespräche und Tätigkeiten messen lassen die man bereit ist, auf sich zu nehmen.
Das bedeutet aber nicht, das ich diese Dinge krampfhaft angehen muss, oder?
Anders gesprochen: Mein Leben besteht zu 1/3 daraus, mich selbst und meine Erfüllung zu suchen und zu 2/3 mich selbst und meine Erfüllung zu erschaffen. Und zu 100% daraus, die Dinge nicht zu Ernst zu nehmen.
Es ist nie zu spät dafür. Ich kann jeden Tag wieder neu damit anfangen.
Ich frage mich dann, weshalb ich hier überhaupt sitze, morgens um 5 Uhr.
Auf manches reagiere ich extrem. Warum das so ist? – Keine Ahnung!
Meistens Kränkungen oder Kritik.
Kränkt mich jemand anderes oder fühle ich mich gekränkt? Macht mich etwas wütend oder bin ich wütend?
Das macht einen Unterschied.
Entweder gebe ich die Schuld anderen. Oder ich bin verantwortlich.
Das ist schon ein Mist mit dieser schlechten Laune
Ich sitze eingekauert hier, blinzle giftig ins Zimmer während ich ganz flach atme. Ich will einfach nur grimmig und verbittert sein. Und vor allem — ich will mich im Recht fühlen.
Und jetzt?
Was bringt mir das?
Was erwarte ich mir davon?
Der, über den du ich mich so ärgere, weiß noch nicht mal was davon.
Und das ärgert mich noch umso mehr.
Eine Wut ergibt die nächste.
Was habe ich eigentlich für ein Scheiß Problem?
Jeden Morgen frage ich mich, wozu mein Leben eigentlich gut ist und was ich noch damit anfangen soll.
Und habe nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung …
… meistens.
Dann denke ich an meine Frau und die Kinder. An spazieren im Schnee. Ans Karten spielen bei Kerzenschein. Daran, daß wir gemeinsam einschlafen und aufwachen können, ohne uns irgendwelche Gedanken machen zu müssen. Ans Streiten und wieder vertragen. Ans Lieben und geliebt werden. An lachen, weinen und vertrauen …
Daran, daß es uns ziemlich gut geht.
Und ich Idiot sitze hier und vergeude meine Zeit, indem ich mich über ein Gestern ärgere, das es doch gar nicht mehr gibt.
Bringt mir das heute irgendetwas? Hat es mir irgendwann schon mal irgendetwas gebracht, außer noch wütender zu sein?
Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, … ich war kein einziges Mal wütend, während ich das hier geschrieben habe.