Kategorie: Leichtigkeit

  • Wenn es nur eine Sache in meinem Leben gäbe, nach der ich Leben müsste …

    Wenn es nur eine Sache in meinem Leben gäbe, nach der ich Leben müsste …

    Ich wollte immer der Schlauste, Beste, Tollste im Raum sein. Der Schnellste, Stärkste oder zumindest der Witzigste. 

    War das falsch?

    How knows?

    Wie sieht mein Leben aus, von außen betrachtet?

    Es liegen schon über 16.000 Tage hinter mir. Und je weniger ich weiß, wie viele noch kommen, möchte ich lieber einfach mal Neues suchen und machen, meine Lieben lieben und es mir gut gehen lassen. 

    Ich möchte ein Liebender Neugieriger sein, oder ein neugierig Liebender.

    Mir geht es darum, alles zu tun für die Menschen die ich liebe – UND für mich. Es geht darum, mir Zeit an einen zufälligen Dienstag zu nehmen, um meiner Frau Kaffee ans Bett zu bringen, einkaufen zu gehen oder meinen Kids was vorzulesen.

    Ich brauche keine großartige Vision meiner Zukunft. Alles was ich brauche, sind die nächsten 5 Minuten. Und die nächsten. Und die danach. Und so weiter.

    „Wenn ich einen coolen Tag hatte, dann bin ich zufrieden“

    Und wenn ich das an den meisten Tagen meines Lebens sagen kann, ist es, glaube ich, kein schlechtes Leben.

    Wie die meisten anderen möchte ich auch Erfolg haben und ich möchte, dass meine Arbeit einen Sinn hat. Ich möchte viel Geld verdienen, um mir und uns Dinge zu gönnen und ein bisschen vermeindliche Sicherheit. Aber damit das passiert, ist es viel besser, wenn ich mich zu 100 Prozent darauf konzentriere, wer oder was direkt vor mir liegt, anstatt mich von allem um mich herum ablenken zu lassen.

    • Dieser eine nächste, beste Satz, den ich schreibe in den nächsten 5 Minuten
    • Das kurze Gespräch in voller Aufmerksamkeit mit meiner Frau
    • Diese Email
    • Das Streicheln meines Hundes, in diesem Moment.
    • Meinen Kindern so gut wie möglich zuhören die nächsten 5 Minuten
    • …

    Die Leute sagen immer, „du kannst dir nicht immer nur das beste raus suchen“

    Wer sagt das?

    Natürlich nehme ich mir immer das Beste raus. 

    Weshalb sollte ich mir die beste Erdbeere für zum Schluss aufheben. Wer weiß, ob ich mich dann nicht schon überfressen habe.

    Keiner von uns kann sagen, was morgen ist. Aber ich verwette meinen Hintern darauf, dass jede Welt, in der wir morgen leben, von denen entworfen wird, die die Disziplin haben, nicht bei jedem DingDong, Bing, Tweet und Post zu springen und zu rennen.

    „Das ist nicht so einfach mein Freund!“

    Was wäre, wenn es so einfach wäre?

    Schöne Grüße für ein neugieriges Leben

  • Das letzte Wort

    Das letzte Wort

    Gehen wir zum lachen und lieben in den Keller? Vergraben wir uns in dem Bewusstsein, eh nichts ändern zu können?
    Sonnen wir uns in unserem Nichtwissen? Verschließen wir uns zu Hause in unserer Ignoranz?

    Oder nehmen wir mal die alte Regenjacke namens Neugier, gehen vor die Tür und riskieren nass zu werden?
    Die Jacke und die etwas zu klein gewordenen Stiefel namens Mut.

    Kein Wunder, das sie nicht mehr so gut passen. Wir hatten die Sachen zuletzt als Kinder an.

    Denk daran:
    Regen tut nicht weh und du bist Wasserdicht

    Geh raus! Geh los! Fang an!

  • So will ich doch nicht die ganze Zeit leben.

    So will ich doch nicht die ganze Zeit leben.

    Ich kann es nicht mehr hören. Auf fast jedem Seminar, in Ratgebern und Selbshilfebüchern … 

    „Lebe so, als würdest du morgen sterben.“

    Ich kann die Ratschläge nicht mehr hören. 

    Was weiß denn ich, was ich tun würde, wenn ich morgen stürbe. Wahrscheinlich möchte ich mit meiner Familie zusammen sein und die letzten Stunden genießen. 

    Aber ich will doch nicht die ganze Zeit so leben, als würde ich morgen sterben.

    Viel lieber lebe ich so, als wäre heute mein erster Tag auf der Welt.

    Und nein, ich habe auch keine Lust, meine eigene Grabrede zu verfassen.

    Was hab ich davon? 

    Ich habe da ein paar andere Ideen:

    Was wäre, wenn ich ab sofort mein Leben so lebe, als würde ich nie sterben?

    Fühlt sich gar nicht so schlecht an.

    Ich probiere es mal aus.

    Und sollte es nicht funktionieren, dann muss ich mir eben wegen meiner Grabrede etwas einfallen lassen 😉

    —

    In einem anderen Gedanken sehe ich mich als Romanfigur. Als jemand in einer Geschichte. Mein Leben ist wie in einem Buch begrenzt durch den Einband – Anfang und Ende. Aber wie die Charaktere im Buch habe ich keine Angst davor, das das Buch irgendwann ein Ende hat. Oder hate Captain Ahab mal gesagt:

    „Hoffentlich ist das Buch noch nicht zu Ende“?

    Nein, er hat keine Angst das er die letzte Seite erreicht. Ich weiß, das ich irgendwann sterben werde. Ich weiß, das ich das beste aus meinem Leben herausholen will, Ich weiß, das ich so lange und so gut leben möchte, wie es nur geht.

    Dafür brauche ich keine Grabrede oder mir auszumalen, das ich morgen sterbe.

    Und so sollte es bei mir sein. Ich lebe das Buch meines Lebens, begrenzt von seinen Umschläge, seinem Anfang und seinem Ende.

    Ich kann nur die Momente dazwischen leben, die Momente, die mein Leben ausmachen.

    Es macht für mich keinen Sinn darüber zu hirnen, was sich außerhalb dieser Seiten befindet, sei es vor meiner Geburt oder nach meinem Tod. Und ich möchte mir auch keine Sorgen machen, wie lang das Buch ist oder ob es eine Comic oder ein Epos ist. 

    Das einzige, was zählt, ist, dass ich es zu einer guten Geschichte machen möchte.

    „Es kommt sehr viel darauf an, ob man das Leben verlängert oder das Sterben.“

    — Lucius Annaeus Seneca

  • Es war nicht immer leicht mit dir …

    Es war nicht immer leicht mit dir …

    … aber ich sehe es gar nicht ein, dass ich durch das alles, was hier gerade passiert, so gar nichts dazu lerne.

    Ein „interessantes“ Jahr mit viel Raum fürs jammern, beschweren, wütend und traurig sein.

    Ich reihe mich jetzt aber nicht in die Schlange derjenigen ein, die meinen, ihr Brot falle immer nur auf die Butterseite.

    Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, in allem Gutes, Sinnvolles und Positives zu suchen.

    Hat es funktioniert?

    … zum Teil.

    Was ist mir dieses Jahr leichter gefallen? Was ist besser gelaufen?

    1. „Nein“ sagen ist (nicht) leicht

      Für eins ist eine solche Pandemie gut. Wir können leichter „Nein“ sagen. Wir können Corona als Ausrede hernehmen. Als Grund, ohne schlechtes Gewissen Nein zu sagen. Richtig oder falsch – Gut oder schlecht. Stress entsteht hauptsächlich dadurch, dass ich versuche, zu viele Dinge zu tun, und dann nicht zufrieden bin, wenn ich sie nicht gut hinbekomme. Oder wenn ich Dinge tue, die ich eigentlich gar nicht tun will. Um das zu ändern, muss ich lernen, Nein zu sagen. Und das geht nunmal besser, mit einem Grund. Um meine beste Arbeit abliefern zu können, muss ich meine Aufmerksamkeit auch darauf richten können.

    2. Fokus ist (nicht) leicht

      Wir leben in einer Welt mit mehr Ablenkung als jemals zuvor. Mit dem Smartphone und unseren Aktivitätstrackern tragen wir die Ablenkungen sogar mit uns herum. Die Goldfisch-Aufmerksamkeitsspanne beträgt 9 Sekunden. Wir liegen seit einigen Jahren bei 8. Ich habe das Gefühl, das es mir in dieser Zeit leichter fällt, mich zu konzentrieren. Viele unwichtige Dinge ausblenden. Mehr Zeit für mich und meine Lieben. Früher aufstehen. In den 2-3 Stunden am frühen Morgen bekomme ich mehr geschafft als früher an einem ganzen Tag.

    3. Geduld ist (nicht) leicht

      – „Bestelle vor 17:00 Uhr und bekomme deinen Scheiß schon am nächsten Tag geliefert.“
      – „Schlucke das hier, für sofortige Besserung“.
      – „Klicke hier und alles wir sofort gut“
      … Ich will alles, sofort und gleich.

      Liebe … braucht Zeit – Erfolg … braucht Zeit – Besser werden … braucht Zeit

      „Talent ist die Fähigkeit zu üben.“ – Malcolm Gladwell

      Wir fangen nicht damit an, brillant zu sein. Wir beginnen bei „mittelmäßig“. Dann gehen wir zu „nicht schlecht“. Dann zu „OK“. Irgendwann werden wir „gut“. Bis wir eines Tages dann bei „ausgezeichnet“ ankommen. Und gelegentlich sind wir „großartig“.

    4. Gesundheit ist (nicht) leicht

      Es gab kein Jahr, in dem ich mich mehr bewegt habe. Mehr Spaziergänge, mehr Kilometer, mehr Kalorien, mehr Höhenmeter …

    5. Liebe ist (nicht) leicht

    „Ich liebe, was ich tue.“ Aber um herauszufinden, was ich liebe, muss ich eben auch Dinge tun, die ich vielleicht (noch) nicht liebe. Bevor ich etwas oder jemanden geliebt habe, gab es ja auch immer eine Zeit, in der noch keine Liebe war.

    Bevor ich zum Beispiel meine Frau geliebt habe, gab es ja auch eine Zeit, in der ich Sie noch nicht geliebt habe. Früher habe ich das Schreiben gehasst. Meine Orthographie und Grammatik haben sich nie davon erholt ;-). Heute liebe ich das schreiben und was es mit mir macht. Wenn mir vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, das ich morgens um 5 gerne und gut gelaunt aufstehe um zu schreiben … 

    Das ist nicht immer einfach und leicht. Das hat niemand gesagt. Etwas zu lieben kostet auch Schweiß, Dreck und Tränen. Wut gehört genauso dazu wie manchmal zu leiden.

    “ The object of life’s journey is not to arrive at the grave safely, in a well-preserved body, but rather to skid in sideways, totally worn out shouting holy shit, what a ride.”
    — Mavis Leyrer.

    6. Leben ist (nicht) leicht

    An ein paar Dingen möchte ich noch weiter arbeiten.

    Menschlichkeit, Respekt, Wertschätzung, Verständnis, Dankbarkeit.

    Trotzdem von meiner Seite schon mal „Danke“ Corona

  • Ich liebe und achte dich.

    Ich liebe und achte dich.

    mein lieber Freund,

    Ich verdiene meinen Lebensunterhalt als Headhunter und jemand der gerne schreibt und liest.

    Darüberhinaus bin ich nachdenklich und manchmal etwas zurückhaltend.

    Ich denke über die Worte nach, die ich zu Papier bringe. Und ich denke darüber nach, wie die Person die Wörter liest, die ich zu Papier gebracht habe.

    Ich würde mal sagen, dasselbe gilt für jeden, der etwas Kreatives tut. Sei es ein Möbelstück bauen, ein Bild aufnehmen oder in deinem Fall Verpackungen zu entwickeln.

    In diesem Sinne war, nachdem ich gestern dein Profil angesehen habe, eines außerordentlich offensichtlich: Ich würde dich gerne abwerben.

    Als jemand, der die Menge an Gedanken kennt, die sich jemand macht, wenn er sich verändert. Sich für einen neuen Job und darüber hinaus für ein neues Leben entscheidet. Möchte ich mich schon jetzt bei dir fürs Lesen dieser Zeilen bedanken.

    Ja. Ich kann dir einen Job anbieten. Darüber hinaus möchte ich dir aber versprechen, dass du als Mensch für mich im Vordergrund stehst. Und ich dich mit genau der gleichen Menge an Gedanken, Sorgfalt und guten Absichten behandeln möchte, wie du das selbst tun würdest.

    Abschließend möchte ich Folgendes schreiben:

    Solltest du Interesse haben, dich selbst noch mal „Neu“ zu machen. Neue Wege, Menschen und Produkte kennenzulernen. Dann komm gerne mit einem kurzen Signal auf mich zu.

    Mach die Welt immer etwas schöner und besser, mein Freund.

    Cheers, Thimo

  • Das Ende

    Das Ende

    Was haben wir nicht alles schon gehört, gelesen und gesehen. Im Leben geht´s immer um das Ende.

    Kindheit, Schule, Job, Beziehung, Freundschaft … Leben?

    Wenn im Film der Held seinen Helm ablegt. Der Gegner ist besiegt. Die Welt ist gerettet. Der Abspann läuft.

    Wir schauen nur auf die epischen Übergänge – mit Pauken und Trompeten. Menschen erfinden sich neu. Starten in ein neues Leben. Sie lassen alles hinter sich. Erblühen, gehen auf, ein neuer Stern …

    Nicht mehr und nicht weniger als ein neues ICH.

    Solche Übergänge wollen wir sehen. So etwas wollen wir auch. 

    „Bitte hier 5 Euro einwerfen und eines der neuen Leben auswählen – vielen Dank.“

    Was ist mit den kleinen Enden, die das Leben mit sich bringt?

    Wenn wir einen Job erledigt haben. Wir nach dem Joggen die Schuhe ausziehen und uns wohlig erschöpft unter die Dusche stellen. Den Kunden gewonnen oder den Auftrag geholt haben. Mit unseren Kindern gelacht und mit unserem Partner getanzt haben. 

    ????

    Wenn wir einen tollen Abend mit Freunden ausklingen lassen. Wir stehen gemeinsam in der Küche, machen den Abwasch und sind der Meinung, dass wir das viel öfter machen sollten.

    Wenn wir jemanden in den Arm nehmen. Oder einfach mal sagen „Danke Mama, Papa“.

    Ich möchte viel mehr die kleinen Dinge feiern. Die Momente, die früher unbemerkt an mir vorbei gegangen sind. Die ich als selbstverständlich hingenommen habe. Die mir kaum aufgefallen sind – auf meiner Jagt nach den großen Zielen.

    Anstelle der großen Events, die eh nur alle paar Jahre auftauchen, bin ich lieber stolz, glücklich und dankbar wie Bolle – für jeden einzelnen kleinen Tag. So beschissen, wie er manchmal auf läuft – irgendwas Gutes ist doch immer dabei gewesen.

    Zumindest habe ich ihn überlebt und morgen kommt hoffentlich ein neuer.

    Ein Ende, das auch meist ein Anfang ist.

  • Ich weiß genau, warum ich das tue

    Ich weiß genau, warum ich das tue

    „Wozu bist du gedacht?“

    Ich habe gelernt…

    Vom Buddhismus habe ich gelernt: „alles ist unbeständig“. Dass mein Leiden dadurch entsteht, dass ich mich zu sehr an Dinge klammere die ich mag, und zu stark ablehne was ich nicht mag. Dass ich den „Schwankungen meines Geistes“ gegenüber gleichmütig begegnen kann, indem ich Sie ruhig beobachte und nicht bewerte.

    Von den Stoikern habe ich gelernt, mich im Kopf auf das Schlimmste vorzubereiten. Glück in Einfachheit, Leichtigkeit und Tugend zu finden. Und das ich das was gestern war, akzeptiere.

    Von meiner Familie habe ich gelernt dankbar zu sein, auch für Widrigkeiten. Dass alles im Leben Teil einer Reise und Entwicklung ist. Dass ich unendlich dankbar für „mein Heute“ sein darf und mich jeden Tag für das glücklich sein entscheiden kann. Dass alles was zählt, aus Liebe und Beziehungen besteht.

    Von meiner Frau habe ich gelernt, die Dinge anzunehmen wie sie sind. Mich nicht in Gejammer zu verlieren. Glücklich und dankbar zu sein für das was ich habe. Nicht zu viel Zeit in meinem Kopf zu verbringen, sondern mehr in Herz und Bauch.

    Von meinen Kindern habe ich gelernt, dass jeder Mensch sein eigenes Leben hat. Eigene Meinungen und Gefühle. Jeder hat seinen eigenen Wert und dass wir niemanden über den anderen stellen sollten. Dass jeder Mensch gleich wertvoll ist.

    Vom Leben und der Natur habe ich gelernt, dass die beiden es besser wissen als unser kleines Selbst. Alles was wir tun müssen ist, auf diese beiden Ratgeber zu hören.

    Aus meinen Rückschlägen habe ich gelernt, dass man aus jeder Krise gestärkt und verwandelt hervorgehen kann. Dass ich in der Lage bin, mich von einer Sekunde auf die andere zu verändern, einfach in dem ich mich dafür entscheide. Die schlimmsten Erfahrungen haben mich zu dem Menschen gemacht haben der ich heute bin.

    Und das ich wirklich sagen kann: „Ich, möchte nichts ändern“.

    Meine Aufgabe ist es, herauszufinden, was diese Essenz in meinem Leben ist und dabei glücklich zu sein.

    Nur so kann ich anderen bei der gleichen Reise helfen.

    Danke an meine Lehrer – ich hoffe, ich darf noch viel lernen.

    Thimo Müller am 02.09.2020

  • Kennst du deinen Auslieferungszustand?

    Kennst du deinen Auslieferungszustand?

    Kennst du deinen Auslieferungszustand?

    Heute Morgen habe ich einen alten Artikel gefunden den ich vor über drei Jahren geschrieben und irgendwie vergessen habe.
    Was hat sich in diesen drei Jahre verändert?
    Was ist seit dem alles passiert?

    Eigentlich erstaunlich wenig – und das macht mir Angst.
    Sollen die nächsten drei Jahre genauso ablaufen?

    Hier der Text aus 2017:


    „In zwei Tagen bin ich 41

    Geburtstage, Urlaube, Beerdigungen, Weihnachten, Neujahr sind solche Tage. Zeiten, an denen ich über mich nachdenke. Mich in meinen Werkszustand versetze.
    Nein, nicht mit Alkohol oder Drogen.

    Tage, an denen ich hinterfrage. An denen ich mir vorstelle, ich würde noch mal geboren. Einfach so – fertig auf die Welt kommen, um nochmal von vorne anzufangen.

    Was würde ich genauso machen?
    Wo würde ich eine andere Abzweigung nehmen?
    Was mache ich anders?

    Zu selten denke ich über mich und mein Leben nach.
    Zu oft abgelenkt von Dingen, auf die ich keinen Einfluss habe.

    Ich bin doch nicht auf die Welt gekommen, um Emails zu schreiben oder ToDo Listen abzuhaken. Um morgens schon Bauchschmerzen vor dem Tag zu haben.

    Ich finde diesen Zustand morgens um 4:47, in eine Decke gehüllt, bei einer Tasse Kaffee. Oder beim Spaziergang mit unserem Hund, wenn die Sonne aufgeht. Ich sehe ihn oft in meinen Kindern, wenn Sie gedankenverloren spielen.

    Je öfter ich den Zustand suche und ihm mit Achtsamkeit begegne, desto einfacher finde ich ihn wieder.

    Wie fühlt es sich an?

    Ein Gefühl, als könntest du unter Wasser atmen. Du würdest schwerelos auf dem Boden eines angenehm kühlen Sees sitzen, während du deine Gedanken, Sorgen und Nöte als Luftblasen nach oben verschwinden siehst. In absoluter Stille, besteht alles um dich herum aus den gleichen Farben. Du frierst nicht, du denkst nicht, du bist nur.

    In diesen Augenblicken fühle ich, dass alles klar wird. Das alles einen Sinn hat. Das alles gut so ist – weil es so sein soll. Das wir genau dafür gemacht und gedacht wurden.

    Ich bin hier – um zu leben …

    … und nicht um vor irgendetwas Angst zu haben.

    Meine Werkseinstellung ist „Glücklich“ und „Zufrieden“.

  • Sprezzatura

    Sprezzatura

    „Ich mag ja eine unkomplizierte Vorgehensweise. Aber das wäre wirklich etwas zu einfach und schnell, oder? ;-).“

    Die Worte eines meiner Lieblingskunden haben mich dazu gebracht, über das Thema „Leichtigkeit“ nachzudenken.

    Ist das Talent, Arbeitsscheue, Hochstapelei, Kunst … oder was steckt dahinter?

    „Manchmal dauert es viele Jahre,
    um eines Tages über Nacht erfolgreich zu sein.“
    (Willy Meurer)

    Die Italiener nennen das Sprezzatura

    Sie sind Erfinder und Großmeister dieser Disziplin, die Engländer tun so, als hätten sie nie davon gehört und die Deutschen denken an italienisches Gebäck.

    SPREZZATURA – DIE KUNST, SCHWIERIGE DINGE EINFACH AUSSEHEN ZU LASSEN

    Der Begriff soll auf Baldassare Castiglione, Graf von Novilara, Höfling, Diplomat und Schriftsteller in der Zeit der Renaissance zurückgehen.

    Eigenschaft eines perfekten Höflings und empfiehlt stets „eine gewisse Art von Lässigkeit anzuwenden, die die Kunst verbirgt und bezeigt, dass das was man tut oder sagt, anscheinend mühelos und fast ohne Nachdenken zustande gekommen ist“.

    „Zur Anmut gehören Beiläufigkeit, Ungekünsteltheit, Nonchalance, Sprezzatura; und wenn sie in Begleitung ihrer Schwester, der Demut, auftritt, ist sie unbesiegbar.“

    Was nach Selbstbewusstsein & Leichtigkeit aussieht, hat oft eine lange Geschichte.

    Der geschulte Beobachter sieht Sprezzatura als Zeichen, dass jemand seinen Job kennt und kann. Er hat ein solches Maß an Meisterschaft erreicht, dass er Anstrengung verbergen und schwierige Dinge einfach aussehen lassen kann.

    Für das ungeübte Auge ist er einfach talentiert oder faul oder beides.

    Beide Beobachter sehen das selbe. Aber jeder mit einer anderen Interpretation.

    Wenn du also das nächste Mal jemanden siehst, der seinen Job mit aller Leichtigkeit vollführt, denk daran, das er wahrscheinlich viele Jahre Dreck, Staub, Schweiß und Blut investiert hat – nur damit es einfach aussieht.

    Ich für mich, habe ich endlich ein Wort gefunden, das mich und meine Wesenszüge etwas beschreiben hilft.

  • Stell dir vor es würde reichen, der zu sein der du bereits bist?

    Stell dir vor es würde reichen, der zu sein der du bereits bist?

    Ich bin so angestrengt damit beschäftigt jemand zu werden, das ich nicht merke, dass ich bereits jemand bin.

    Dieses ständige nachdenken, über mich, meine Gefühle, mein Denken und wieder nur über mich.
    Wo will ich hin? Was will ich sein? Was bin ich? Was soll werden? …

    Und manchmal der Gedanke:

    Stell dir vor es würde reichen, der zu sein der du bereits bist?

    Stell dir vor du jagst nach Dingen, die du bereits in dir trägst. Die Teil deines Auslieferungszustandes sind. Du schaust ständig nach vorne anstatt zu dir. Du hörst auf andere statt in dich hinein. Du planst, zielst, hetzt, suchst nach Erfüllung, Visionen und Glückseligkeit.

    Während ich neben mir stehe, suche ich etwas im Außen das es nur in Innen geben kann.

    Ich suche nach Dingen, ohne zu wissen, was „Die Dinge“ sind.
    Ich habe keine Antwort auf die Frage: „was will ICH?“
    oder „wie sieht mein ideales Leben aus?“.

    Meine Gedanken springen zwischen „früher und bald“ hin zu „irgendwann oder nie“.

    Vor lauter denken und planen und grübeln vergesse ich das Sein. Das geschehen lassen.

    Das Leben in diesem einen Moment.

    Du bist nicht der, der du warst sowenig wie du der bist der du irgend wann sein wirst.

    Ich sage mir „ich bin es nicht Wert“. Doch niemand weiß, das ICH „es nicht Wert bin“ (außer mir).

    Stell dir vor, du wärst gut so wie du bist. Du hättest alles, was du brauchst um zu leben. Mit den Herausforderungen deines Lebens kommst du klar. Einfach indem du deinen Gefühlen vertraust. Deinen inneren tiefen Gefühlen …

    • „Tief in meinem Herzen weiß ich, welche Entscheidung ich treffen muss…“
    • „Mein Bauchgefühl sagt mir …“
    • „Irgendwie weiß ich, alles wird gut“
    • „Irgendetwas in mir, sagt mir …“

    Scheinbar gibt es da einen Ort. Einen Ort tief in mir. Einen Ort, an dem ein anderes „Ich“ wohnt. Wesentlich schlauer und weiser. Nichts kann dieses Ich verletzten oder aus der Ruhe bringen. Es befindet sich in einem geschützten Raum. Ein Ich, das gelassen dort sitzt und wartet das Ich zuhöre.

    Warum muss „tief in uns“ ein Ort sein, den wir uns nur von außen ansehen? Den wir nur ab und zu besuchen?

    Was wäre, wenn wir ab sofort dort leben könnten „Tief in uns“?

    Wenn wir leben, lieben handeln könnten – aus diesem Ort — aus diesem Ich heraus?

    Darauf zu vertrauen, das das Leben uns zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Antworten und Lösungen liefert.

    Dass du sie dir selbst lieferst. Das sich dein Weg vor dir entfaltet – während du ihn gehst.

    Kein richtig, kein falsch, kein gut, kein schlecht.

    Dein erfülltes Leben ist ein Leben ohne Reue.

    Thimo Müller