„Da machst du es dir aber leicht“

… nehme ich mittlerweile als Kompliment und bedanke mich. Ist nämlich gar nicht so einfach.

Nur mal angenommen, mein Leben wäre wirklich einfach? Wie würde es aussehen?

Wenn ich mich nicht genügend anstrenge, ist es das dann nicht wert?

Wenn ich nicht auf Anschlag fahre?

Wenn mich etwas keine Überwindung kostet?

Kann ich mein Leben nicht locker und einfach nehmen?

Könnte ich doch mal ausprobieren, oder? 

Wenn es mit „locker und einfach“ nicht funktionierten sollte, kann ich immer noch die harte und verbissene Tour wählen.

Das schöne daran: Wenn ich Dinge locker nehme habe ich mehr Energie übrig. 

  • Für die Schläge, die mir das Leben ab und zu austeilt
  • Für die wirklich wichtigen Sachen
  • Um mehr Dinge noch lockerer zu nehmen

Und wenn ich dann noch tue, was mir Spass macht, bekomme ich Energie sogar „for free on top“.

Warum also nicht das ganze einfach mal eine Woche ausprobieren?

Mein Problem: ich bin so mit der Anstrengung „verdrahtet“ das ich vergesse, das es auch einfach gehen könnte.

Klingt verrückt …

… aber es ist anstrengend, die Dinge leicht und locker zu nehmen. Zumindest am Anfang.

Es fällt mir einfacher, beschäftigt zu sein. Von Projekt zu Projekt hetzen und von Aufgabe zu Aufgabe.

Aber es funktioniert doch oft genug, das ich einfach locker bleibe. Oft genug, um es noch was länger auszuprobieren.

Mein Ziel: Je älter ich werde, desto einfacher möchte ich es mir machen.

Warum?: Weil es dem Leben/meinen Kindern/meiner Frau … egal ist ob ich „vielbeschäftigt“ bin.

Weil das Leben zu kurz und zu schön ist, um verbissen und einfach nur vielbeschäftigt zu sein.

Mein Leben hat es verdient, belohnt zu werden.

Mein Leben hat es verdient, gelebt zu werden. 

Ob ich es verbissen oder locker sehe, ist ihm herzlich egal.

Das tolle: Ich kann jederzeit entscheiden.

Ob mir etwas schwer fällt oder nicht, liegt nicht immer in meiner Macht, das ist mir auch klar.

Es leicht zu nehmen schon.

Das heißt nicht, das ich mich vor den unangenehmen Sachen verstecke.

Auch nicht, das ich mir alles Rosarot anmale.

Aber es gibt da so einen Punkt. Einen kleinen Moment, in dem ich mich entscheiden kann …

„Nimms locker“

Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus, proportional zu meiner Einstellung dazu.

Erfolg soll sich an der Anzahl der unangenehmen Gespräche und Tätigkeiten messen lassen die man bereit ist, auf sich zu nehmen.

Das bedeutet aber nicht, das ich diese Dinge krampfhaft angehen muss, oder?

Anders gesprochen: Mein Leben besteht zu 1/3 daraus, mich selbst und meine Erfüllung zu suchen und zu 2/3 mich selbst und meine Erfüllung zu erschaffen. Und zu 100% daraus, die Dinge nicht zu Ernst zu nehmen.

Es ist nie zu spät dafür. Ich kann jeden Tag wieder neu damit anfangen.

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