Wir haben uns lange nicht geschrieben

Ein Erklärungsversuch

Mein lieber Freund.
Du wolltest wissen, wie es mir geht.

Wir haben lange nicht geschrieben.

Wenn man sich zu viele Gedanken macht, fehlen eben diese an anderen Stellen.

Zu viele Gedanken lähmen mich.

Ich bekomme sie nicht zu fassen.
Manchmal sind es einfach zu viele.
Vor lauter Gedanken spüre ich meine Gefühle nicht mehr.

Seit Monaten wache ich im Dunkeln auf, mit dem Gefühl auf, etwas tun zu müssen?
Manchmal sitze ich dann einfach nur in meinem Sessel und trinke Kaffee. In Ruhe, Stille und Frieden.

Bis die Gedanken wieder meinen Kopf übernehmen.

„Du musst etwas tun“
„Los, arbeite“
„Die Welt könnte morgen untergehen“
„Du musst Geld verdienen“
„Du musst besser werden“

Ich suche dann ständig nach einem Grund, warum ich hier bin.
Es muss doch etwas geben, für das ich gemacht und gedacht wurde?

Was aber wäre, wenn es gar keinen Grund dafür gibt?
Was wäre, wenn alles gut so ist, wie es ist?

Wenn du jetzt hier wärst, würdest du mich fragen:
„Was verspürst du gerade bei diesem Gedanken?“

Ich spüre Ungeduld, Wut und Angst, nicht das zu finden, wonach ich Suche. Das ich die Dinge nicht mehr „im Griff“ habe.
Meine Gefühle kämpfen gerade mit dem jungen Gedanken, dass doch alles Gut ist, wie es ist.

Was wäre, wenn ich ab sofort alles auf mich zukommen lasse?

Ich kann an dem was kommt, nichts ändern.

Was wäre, wenn ich mich im Sessel der Zufriedenheit zurücklehne und warte, was mir das Leben so anbietet?

Im Vertrauen, das ich mich best möglich vorbereitet habe. Das alles in mir steckt, um mit den Anliegen meiner Welt umzugehen. Und falls es einmal nicht reichen sollte, kann ich es entweder lernen oder es eben akzeptieren und weiter gehen.

Mein lieber Freund, während ich darüber nachdenke und dir schreibe, bemerke ich, wie sich meine Gedanken „klären“. Es ist, als würde sich Dreck in aufgewirbeltem Wasser absetzen. Es entsteht ein Gefühl der Zufriedenheit und Ruhe in mir. Es fließt vom Kopf in meine Brust und meinen Bauch.

Einzig die Frage: „Kann das wirklich so sein?“ beschäftigt mich noch.

Was meinst du, sollen wir diese Idee weiter führen?

Eine Antwort auf „Wir haben uns lange nicht geschrieben“

  1. Wäre eine gute Idee, wenn man sich auf eine gemeinsame Basis verständigt. Und das wäre, das Leben stellt uns Aufgaben und wir arbeiten an einer Lösung. Am Ende jeder Aufgabe steht dann die Auswertung der Lösung, war sie gut oder falsch, meint, sie hat nicht zum Ziel geführt.
    Beispiel: Am Montag den 27.07 ist Arzttermin, reine Routineuntersuchung. Soll ich nun hingehen, trotz der Pandemie oder nicht. Mein Bauch sagt nein, zu viel Stress und die Möglichkeit der Infektion und das nur wegen einer Routineuntersuchung? Mein Kopf analysiert folgende Lösung. Natürlich gehe ich dahin, ist ja nur Routine aber man kann ja auch etwas Neues finden. Ist die Untersuchung gelaufen und wurde nichts Neues gefunden, dann heißt das, Angst Ade, es ist ja alles okay. Wird was gefunden, dann heißt das, ohne den Routinebesuch hätte man es erst viel später gefunden und wo möglich wäre so wertvolle Zeit verloren gegangen. Mein Bauch sagt klasse, wenn keine Infektion auftauchen sollte und was gibt es zur Zeit schlimmeres? Und da ich nicht zur Routineuntersuchung gegangen bin und sie verschoben habe, bin ich erstmal fein raus. Welche Lösung war nun richtig, die im Kopf oder die im Bauch? Und über den Gedankenaustausch lernt man doch viel, oder?

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