An was ich nie gedacht habe (#339)

Ich habe mein Leben damit verbracht, mir erfolgreiche Gewohnheiten anzueignen. Automatismen, die mir helfen besser, fitter, gesünder zu werden.

  • Sport
  • Ausreichend Wasser
  • Früh aufstehen
  • Meditation
  • Lesen
  • Schreiben

An was ich nie gedacht habe – nutzlose Gewohnheiten
rückgängig zu machen – insbesondere meine Denkgewohnheiten.

Sie schränken mich ein – und ich merke es nicht mal. Meistens sind es Sätze und Muster, die mir ständig in den Sinn kommen:

  • Ich weiß, was das Richtige ist
  • Ich weiß, was ich mag
  • Ich weiß, was heute passieren wird
  • Ich weiß, was zu tun ist
  • ich weiß. das ich das nicht kann
  • Ich weiß, ich weiß, ich weiß

Meine Herausforderung: Merken wann diese Denkmuster auftauchen.

Und dann testweise „weiß“ durch „weiß nicht“ ersetze?

Dann bewege ich mich ins Unbekannte. Dann werden die Dinge spannend. Und dann passieren interessante Dinge.

Ich merke, dass mein erster Gedanke selten mein bester Gedanke ist. Mein erster Gedanke ist immer der eines anderen.

Es sind immer Gedanken, die ich bereits kenne. Die ich über ein Thema gehört oder gelesen habe. Immer die allgemeine Weisheit.

Nur wenn ich mich konzentriere, mich herausnehme, geduldig bin und alle Teile meines Geistes ins Spiel bringe, komme ich zu neuen, manchmal originellen Ideen.

Ich gebe meinem Hirn, Geist, Herz und Bauch die Möglichkeit, Assoziationen und Verbindungen herzustellen und mich zu überraschen. Oft sind selbst diese Ideen noch nicht sehr gut. Ich brauche dann mehr Zeit, um darüber nachzudenken, Fehler zu machen, sie zu erkennen, und sie korrigieren.

Ich muss meine Impulse aussitzen, meinen Wunsch besiegen, meinen Job für erledigt zu erklären und mit dem nächsten ToDo weiter zu machen.

Es ist normal, zu zweifeln und zu hinterfragen. Probleme und Schwierigkeiten führen immer zu Lösungen. Die Frage ist, was machst du mit ihnen? Unterdrückst Du sie, lenkst du von Ihnen ab oder tust du so, als ob sie nicht existieren?

Oder gehst du offen damit um? Direkt, ehrlich, mutig? Wenn Du dich dazu entschließt, wirst du feststellen, dass die Antworten nicht auf Twitter, YouTube oder sogar in der Süddeutschen zu finden sind.

Die Antworten findest du nur in Einsamkeit und Stille – ohne Ablenkung, ohne Erwartung und Gruppenzwang.

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