Schlagwort: Stille

  • Vom genau hinsehen

    Vom genau hinsehen

    Was passiert, wenn du genauer hinsiehst?

    Stell dir vor, du stehst mit einem Freund in der Küche und schaust mit ihm aus dem Fenster. Er sieht, wie auf der Straßenseite gegenüber der Nachbar gerade den Müll hinaus stellt. Genauso gut könnte er aber auch sein eigenes Spiegelbild in der Fensterscheibe betrachten. Sich Gedanken machen, was die Ärztin zu der kleinen dunklen Stelle an seinem Nacken gesagt hat, die schon seit Wochen sein Denken belastet.

    Nur weil du den Nachbarn und seinen Müll siehst, bedeutet das nicht, dass alle Welt dein Denken und Fühlen teilt.

    Was siehst du, wenn du diesen Text liest?

    • Siehst du die Buchstaben, die Worte und Sätze?
    • Siehst du das Schwarz und Weiß?
    • Die Werbung am Rand
    • Die Uhr in deinem Browser
    • Die Finger, die auf der Tastatur ruhen
    • Die schwarzen Ränder deines Displays
    • Die Spiegelung deines Gesichts, die Falten deiner Stirn auf der Glasscheibe deines Geräts.
    • Die Ränder deiner Brille, die immer leicht schief auf deiner Nasenspitze sitzt.
    • …

    Was siehst du wirklich bei deinem Blick in die Welt? Wenn du beginnst, genau hinzusehen? Ohne direkt deine Schubladen zu öffnen.

    Da ist noch eine ganze Welt.

  • Meine Qual, den Mund zu halten

    Meine Qual, den Mund zu halten

    In meinem ersten Job habe ich viel Zeit mit dem Inhaber im Auto verbracht. Stundenlang habe ich versucht, ein Gespräch in Gang zu bringen. Ich konnte die Stille nicht aushalten. Ich hatte Bauchkrämpfe aus Angst vor der Stille.

    Heute kann ich zumindest für 30 Minuten meditieren oder meine Aufmerksamkeit still auf eine Sache richten. Aber es ist noch jedes Mal anstrengend.

    „Darüber muss ich nachdenken. Es wäre leichtfertig und fahrlässig, wenn ich darauf jetzt sofort antworte.“

    Die Worte sagte mal ein Kunde zu mir, als wir über den Preis verhandelt haben. Wann immer es geht, erinnere ich mich an seine Worte.

    Wir haben gelernt, auf alles eine Antwort zu haben. Oder zumindest den Raum nach einer Frage mit Worten zu füllen.

    Was wir nicht gelernt haben ist, diesem Drang zu widerstehen.

    Manche Gespräche sind einfach zu wichtig, als das wir Sie nur mit Worten füllen.

    Nutze die Macht der Pause. Gerade wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Nimm dir heraus, dir die Zeit zu nehmen…

    … um nichts zu tun.

    Mir kommen Dutzende Dinge in den Kopf, an die ich noch denken muss (Einkaufen, Kinder, Frau, Kunde A, B, C …).
    Ich schreibe Sie oft auf oder spreche Sie aufs Smartphone, um den Kopf frei zu kriegen.

    Mit einem Mund voller Worte lässt sich schwer nachdenken.

    In meinem Job habe ich es täglich mit lebensverändernden Entscheidungen zu tun.
    Wenn ein Mensch sich für einen neuen Job entscheidet, ist das ein emotionaler und wichtiger Moment. Es geht um nichts weniger als um ein zukünftiges Leben.

    Das sollten wir Wertschätzen und berücksichtigen.

    Lass bei den wichtigen Entscheidungen des Lebens öfter mal auf „Pause“ drücken.

    • Warum denke ich gerade diesen Gedanken?
    • Gibt es noch andere?
    • Was passiert, wenn ich jetzt über diesen Gedanken nachdenke?
    • Wie fühle ich mich beim Denken dieses Gedankens?
    • Warum fühle ich mich so?
    • Wo kommt dieser Gedanke her?
    • Gibt es etwas, das mich beeinflusst, was ich bisher noch nicht gesehen habe?
    • Was erhoffe ich mir von dieser oder jener Situation?
    • Warum reagiere ich so auf diese Situation oder diesen Menschen.

    Sei Still und lerne deine andere Seite kennen

  • Es ist wirklich so einfach

    Es ist wirklich so einfach

    Du denkst nach, in Stille und Dunkelheit.

    Das erste Mal seit Jahren – schenkst du deinen Gefühlen und Gedanken – Zeit.

    Du erlaubst dir, wirklich über Dich und dein Leben nachzudenken.

    Über dein Sein
    über vergangenes
    über die Zukunft
    über das jetzt

    Je länger, desto mehr Gedanken fallen von dir ab. Denken und Fühlen werden klarer.

    „Meine Gedanken setzen sich am Boden ab. Wie das Wasser in einem See, das sich beruhigt nach dem Sturm.“

    Irgendwann ist da nur noch … Nichts, Klarheit, Stille

    Und du triffst eine Entscheidung – eine Vereinbarung mit dir selbst.

    Einen feierlichen Eid.

    „Eigentlich ganz einfach“, denkst du dir.

    „Aber etwas so Einfaches, kann doch keine solche Wirkung in meinem Leben haben?“

    Trotzdem merkst du, es hat sich genau in diesem Moment etwas verändert.

    Und es ist wirklich so einfach.

    Du veränderst dein Ich von einer Sekunde auf die andere.

    Du alleine hast die Macht, dein Leben innerhalb eines Atemzuges zu verändern. Und das, so oft du willst

    Die Welt um dich herum weiß nichts davon.
    Es sind nur du und dein Schwur.
    Dein Eid, auf ein neues Leben.

    DEIN neues Leben.

    Eine Entscheidung mit einer solchen Intensität. Du hast das Gefühl, das sie sich in deine Seele graviert.
    Das sie stärker ist als alle deine Gewohnheiten und Gedanken.

    Am Anfang ist es nur eine Entscheidung – die aber die Kraft hat, dein Leben zu verändern.

    DEIN neues Leben

    So einfach

    Ein Eid zwischen dir und deinem Sein.

    In voller Vorfreude auf dein neues Leben.

    Thimo

  • An was ich nie gedacht habe (#339)

    An was ich nie gedacht habe (#339)

    Ich habe mein Leben damit verbracht, mir erfolgreiche Gewohnheiten anzueignen. Automatismen, die mir helfen besser, fitter, gesünder zu werden.

    • Sport
    • Ausreichend Wasser
    • Früh aufstehen
    • Meditation
    • Lesen
    • Schreiben
    • …

    An was ich nie gedacht habe – nutzlose Gewohnheiten
    rückgängig zu machen – insbesondere meine Denkgewohnheiten.

    Sie schränken mich ein – und ich merke es nicht mal. Meistens sind es Sätze und Muster, die mir ständig in den Sinn kommen:

    • Ich weiß, was das Richtige ist
    • Ich weiß, was ich mag
    • Ich weiß, was heute passieren wird
    • Ich weiß, was zu tun ist
    • ich weiß. das ich das nicht kann
    • Ich weiß, ich weiß, ich weiß

    Meine Herausforderung: Merken wann diese Denkmuster auftauchen.

    Und dann testweise „weiß“ durch „weiß nicht“ ersetze?

    Dann bewege ich mich ins Unbekannte. Dann werden die Dinge spannend. Und dann passieren interessante Dinge.

    Ich merke, dass mein erster Gedanke selten mein bester Gedanke ist. Mein erster Gedanke ist immer der eines anderen.

    Es sind immer Gedanken, die ich bereits kenne. Die ich über ein Thema gehört oder gelesen habe. Immer die allgemeine Weisheit.

    Nur wenn ich mich konzentriere, mich herausnehme, geduldig bin und alle Teile meines Geistes ins Spiel bringe, komme ich zu neuen, manchmal originellen Ideen.

    Ich gebe meinem Hirn, Geist, Herz und Bauch die Möglichkeit, Assoziationen und Verbindungen herzustellen und mich zu überraschen. Oft sind selbst diese Ideen noch nicht sehr gut. Ich brauche dann mehr Zeit, um darüber nachzudenken, Fehler zu machen, sie zu erkennen, und sie korrigieren.

    Ich muss meine Impulse aussitzen, meinen Wunsch besiegen, meinen Job für erledigt zu erklären und mit dem nächsten ToDo weiter zu machen.

    Es ist normal, zu zweifeln und zu hinterfragen. Probleme und Schwierigkeiten führen immer zu Lösungen. Die Frage ist, was machst du mit ihnen? Unterdrückst Du sie, lenkst du von Ihnen ab oder tust du so, als ob sie nicht existieren?

    Oder gehst du offen damit um? Direkt, ehrlich, mutig? Wenn Du dich dazu entschließt, wirst du feststellen, dass die Antworten nicht auf Twitter, YouTube oder sogar in der Süddeutschen zu finden sind.

    Die Antworten findest du nur in Einsamkeit und Stille – ohne Ablenkung, ohne Erwartung und Gruppenzwang.