Denk bloß nicht nach

Wenn du nachdenkst, hast du ein Problem.

Nachdenken führt dazu, das du zukünftig noch mehr Zeit zum Nachdenken hast.

Eine Meinungen zu haben, macht dich verwundbar.
Auch wenn du sorgsam darüber nachgedacht hast.
Insbesondere wenn es sich um eine andere Meinung handelt.

Mal angenommen, es gibt ein Problem im Unternehmen, für das du arbeitest. Für den kommenden Tag ist ein Meeting dazu einberufen.

Du könntest dir jetzt zwei Stunden Zeit nehmen, um dich intensiv mit dem Problem auseinanderzusetzen. Es abzuwägen und durchzukauen. Dir andere Meinungen anzuhören. Es von allen Seiten zu betrachten, um schlussendlich zu einer Lösung zu kommen. Oder zumindest der Lösung einen Schritt näher zu sein.

Die Risiken:

a) Du kommst zu einer anderen Schlussfolgerung als die anderen (die nicht nachgedacht haben)
b) Du kommst zu dem gleichen Ergebnis (und hast zwei Stunden mit nachdenken vergeudet)

Mal angenommen, du stehst also in dem Meeting auf und trittst vor. Du präsentierst deine Meinung und riskierst etwas.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass du als Unruhestifter und Querulant abgestempelt wirst.

Warum? Weil niemand anderes sich die Arbeit gemacht hat.

Du wirst auch niemanden von deiner Meinung überzeugen können.

Wenn du erwartest, das auch nur irgendjemand mit dem Kopf nickt und sagt: „Klar, das klingt gut. Danke das du darüber nachgedacht hast“ – liegst du falsch.

Wenn die andern so einfach zu überzeugen wären, würde das ja so aussehen, als hätten Sie Ihren Job nicht gemacht. Es würde der Eindruck entstehen, sie ließen sich leicht von anderen Argumenten überzeugen, was wieder bedeuten würde, das sie nicht genug über die eigene Meinung nachgedacht haben.

Stattdessen zeigen Sie (die Nichtnachdenker), dass sie bereits über Ihre Überlegungen und Argumente nachgedacht haben und sich eine andere Meinung gebildet haben (was sie ja nicht getan haben). Sie werden Gründe finden, weshalb deine Meinung nicht die Richtige sein kann.

Anstatt sich an Fakten zu halten, reagieren sie mit „Bullshit Bingo“ – Fakten tauchen selten in einer Widerlegung auf.

Dinge wie:

  • „du berücksichtigst nicht das ganze Bild
  • „wenn das so einfach wäre“
  • oder das es nicht mit dem strategischen Plan übereinstimmt (den niemand kennt)
  • oder Sie nennen jemanden (der nicht im Raum ist) als Grund: „Das habe ich auch gedacht, aber Karl, oh nein, der möchte, dass es so gemacht wird.“

Wenn Du hier jetzt zu weit gehst, wirst du einfach beim nächsten Meeting nicht mehr eingeladen. Weil jeder nun weiß, dass du dir die Arbeit machst. Und das würde ja bedeutet, dass er durch deine Einladung gezwungen ist, über die Dinge nachzudenken, Argumente zu finden usw.

Kurz gesagt, dich einzuladen bedeutet mehr Arbeit für alle anderen.

Was wiederum bedeutet, das du weniger Zeit in Meetings verbringst und mehr Zeit hast nachzudenken.

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