Aber alles hinschmeißen? Dafür habe ich zu viel Angst.

Aber alles hinschmeißen? Dafür habe ich zu viel Angst.

„Ich drehe mich nur noch im Kreis. Ich habe Bauchkrämpfe und mein Auge zuckt ständig. Ich könnte jeden Morgen heulen und alles hinschmeißen. Und ich weiß noch nicht mal, warum“

Das war die Antwort, die ich vor fast 20 Jahren einem Psychologen gegeben habe.

Wut und Angst waren nie meine besten Ratgeber. Aber sie haben mich zu meinem „Heute“ geführt.

Ich war wütender auf mich selbst als auf andere. Ich hatte doch einen guten Job. Die Leute waren auch nicht verkehrt. Das Geld war ok, tolle Stadt, Karriere … usw. 

Mein Problem war. Es war absolut nicht das, was ich machen wollte. („Aber wer macht das schon“, dachte ich)

Und jeden Tag zuckte mein Auge mehr.

Ich war nur noch wütend auf mich

  • Das ich keine Entscheidung treffen konnte.
  • Das ich nichts verändere.
  • Das ich nicht herausfinde, was ich wirklich wollte.

Also habe ich mich hingesetzt und alles aufgeschrieben. All die Wut und Angst. Und auch meine Hoffnungen und Wünsche.

Einfach schreiben.

  • Darüber, wovor ich Angst habe.
  • Weshalb ich wütend bin.
  • Was schlimmstenfalls passieren könnte, wenn ich gehe.
  • Was mit mir passiert, wenn ich nichts tue.
  • Was „die anderen“ darüber denken. …
Nicht was ich damals geschrieben habe – aber es passt ganz gut zum Thema

Am nächsten Tag habe ich mir alles geschriebene nochmal angesehen. Meine Entscheidung war klar.

Nichts wie weg hier!


Ich lese immer wieder, es gibt so etwas wie einen „Writer’s Block“ – eine Schreibblockade. Für mich war das damals eher ein „Life Block“. 

Ich hatte das Gefühl, irgendetwas müsse sich ändern. Die große Frage war: WAS?

Ich habe meinen „Life Block“ noch oft gespürt. Immer haben mir die gleichen Ideen geholfen.

Meine 12 Werkzeuge gegen „Life Block“

  1. Darüber schreiben. Jeden Morgen. Gleich als erstes. Mindestens 30 Minuten ohne Pause. Für mich ein mentaler Scheibenwischer.
  2. Mich mehr zu bewegen. Draußen ist besser als drinnen (Sauerstoff). Aber drinnen ist besser als gar nicht. Einfach anfangen. Warte nicht, bis du irgendein Buch über das Joggen oder Wandern gelesen hast und deine neuen Schuhe von Amazon geliefert werden. Fang sofort an. Und wenn es nur 5 Minuten sind.
  3. Dankbar zu sein für das, was ist.
  4. Kaffee
  5. Lesen. Egal was. Tauch in andere Leben ein. Hol dir Ideen. Lies auch mal in einer anderen Sprache. Aber bitte keine Zeitung oder irgendwelche „News“.
  6. Meditieren. Gib deinem Geist Zeit. Lass deinen wirren Gedanken Raum sich „abzusetzen“. Wie in einem aufgewühlten Teich der irgendwann klar wird, wenn man ihn in Ruhe lässt.
  7. Früher aufstehen (am besten, jeden Tag zur gleichen Zeit). Mach ein kleines Ritual daraus. Du hast deinen ersten Erfolg schon hinter dir wenn du jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehst. (Nur 30 Minuten jeden Tag 182 Stunden. Das sind fast 23 Arbeitstage a 8 Stunden)
  8. Mehr trinken. Wasser. Kein Zucker. Keine Kohlensäure. Das Trinken ist eine der „Meta Einflussfaktoren“, die auf alles andere Positiv einwirken.
  9. Ehrlich zu mir zu sein (auch wenn es weh tut). Wenn ich fett und unbeweglich bin – bin ich fett und unbeweglich.
  10. Mit jemandem reden, der kein „skin in the game“ hat. Deine Lieben heißen „deine Lieben“, weil sie dich lieben und lieb zu dir sind. Veränderungen sind aber nicht immer „lieb“. (Was meinst du, wie dein Partner reagiert auf die Idee: „Schatzi, ich habe ein Jobangebot. Sind nur knapp 400km.)
  11. Inspiration suchen: Was ich, wie, verändern kann. Romane, Bücher, Zeitschriften, inspirierende Webseiten (Medium, The Browser …), ich lese in meinen alten Texten. Hier einige Menschen, die mir immer wieder Inspiration und Mut geben.
  12. Jeden Tag 10 Ideen aufschreiben. Ich überlege mir jeden Tag 10 Ideen zu irgendeinem Thema (Inspiriert von James Altucher). Ich trainiere meinen Ideenmuskel jeden Tag. Bei mir sind das mindestens 3.650 Ideen pro Jahr. Und wenn auch nur 1 % davon gut sind, sind das genug Ideen, die es wert sind, weiter verfolgt zu werden (so ist auch dieser Text entstanden).

Ideas are like rabbits. You get a couple, learn how to handle them, and pretty soon you have a dozen. 
— John Steinbeck

Ich habe wahrscheinlich immer noch jeden Tag eine kleine „Lebeblockade“. 

Aber die oben genannten 12 Ideen haben im Grunde jede Veränderung hervorgebracht, die ich jemals gemacht habe.

Die folgenden Menschen/Mentoren/Autoren helfen mir dabei. Ihre Gedanken und Ideen lese ich gerne zuerst, wenn mich das Gefühl überkommt, es muss etwas passieren. Das sind lange nicht alle, aber diese tauchen immer wieder in meinem Kopf auf.

Meine Frau, Gerald Hüther, Jocko Willink, Shawn Achor, Jordan Peterson, David Goggins, Eckard Tolle, Jürgen Singer, Neil Gaiman, Cherryl Strayed, Mo Gawdat, Seth Godin, Gary Vaynerchuck, Roland Kopp Wichmann, Gunter Dück, Derek Sivers, Caysey Neistat, Ryan Holiday, Joe Rogan, Kyle Cease, James Altucher, Naval Ravikant, Charles Bukowski, Hunter S. Thompson, John Steinbeck…

vielen Dank

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