Kategorie: Veränderung

  • Das letzte Wort

    Das letzte Wort

    Gehen wir zum lachen und lieben in den Keller? Vergraben wir uns in dem Bewusstsein, eh nichts ändern zu können?
    Sonnen wir uns in unserem Nichtwissen? Verschließen wir uns zu Hause in unserer Ignoranz?

    Oder nehmen wir mal die alte Regenjacke namens Neugier, gehen vor die Tür und riskieren nass zu werden?
    Die Jacke und die etwas zu klein gewordenen Stiefel namens Mut.

    Kein Wunder, das sie nicht mehr so gut passen. Wir hatten die Sachen zuletzt als Kinder an.

    Denk daran:
    Regen tut nicht weh und du bist Wasserdicht

    Geh raus! Geh los! Fang an!

  • So will ich doch nicht die ganze Zeit leben.

    So will ich doch nicht die ganze Zeit leben.

    Ich kann es nicht mehr hören. Auf fast jedem Seminar, in Ratgebern und Selbshilfebüchern … 

    „Lebe so, als würdest du morgen sterben.“

    Ich kann die Ratschläge nicht mehr hören. 

    Was weiß denn ich, was ich tun würde, wenn ich morgen stürbe. Wahrscheinlich möchte ich mit meiner Familie zusammen sein und die letzten Stunden genießen. 

    Aber ich will doch nicht die ganze Zeit so leben, als würde ich morgen sterben.

    Viel lieber lebe ich so, als wäre heute mein erster Tag auf der Welt.

    Und nein, ich habe auch keine Lust, meine eigene Grabrede zu verfassen.

    Was hab ich davon? 

    Ich habe da ein paar andere Ideen:

    Was wäre, wenn ich ab sofort mein Leben so lebe, als würde ich nie sterben?

    Fühlt sich gar nicht so schlecht an.

    Ich probiere es mal aus.

    Und sollte es nicht funktionieren, dann muss ich mir eben wegen meiner Grabrede etwas einfallen lassen 😉

    —

    In einem anderen Gedanken sehe ich mich als Romanfigur. Als jemand in einer Geschichte. Mein Leben ist wie in einem Buch begrenzt durch den Einband – Anfang und Ende. Aber wie die Charaktere im Buch habe ich keine Angst davor, das das Buch irgendwann ein Ende hat. Oder hate Captain Ahab mal gesagt:

    „Hoffentlich ist das Buch noch nicht zu Ende“?

    Nein, er hat keine Angst das er die letzte Seite erreicht. Ich weiß, das ich irgendwann sterben werde. Ich weiß, das ich das beste aus meinem Leben herausholen will, Ich weiß, das ich so lange und so gut leben möchte, wie es nur geht.

    Dafür brauche ich keine Grabrede oder mir auszumalen, das ich morgen sterbe.

    Und so sollte es bei mir sein. Ich lebe das Buch meines Lebens, begrenzt von seinen Umschläge, seinem Anfang und seinem Ende.

    Ich kann nur die Momente dazwischen leben, die Momente, die mein Leben ausmachen.

    Es macht für mich keinen Sinn darüber zu hirnen, was sich außerhalb dieser Seiten befindet, sei es vor meiner Geburt oder nach meinem Tod. Und ich möchte mir auch keine Sorgen machen, wie lang das Buch ist oder ob es eine Comic oder ein Epos ist. 

    Das einzige, was zählt, ist, dass ich es zu einer guten Geschichte machen möchte.

    „Es kommt sehr viel darauf an, ob man das Leben verlängert oder das Sterben.“

    — Lucius Annaeus Seneca

  • 2 Minuten, die dein Leben verändern / und meines auch

    2 Minuten, die dein Leben verändern / und meines auch

    Montag Morgen und ich habe schon den Geschmack von nassem Eisen im Mund.

    Du bist eigentlich noch gar nicht richtig auf der Arbeit, aber dein Puls geht schon über die 100. Du wärst am liebsten irgendwo anders. Dein Hemd ist unter den Achseln schon nass und du denkst dir 

    Alles ist besser, als hier zu sein.

    Wie soll ich überhaupt durch diese Woche kommen?

    Es sind die einfachen Dinge, die alles verändern.

    Keine Angst, das dauert keine 2 Minuten. Und im schlimmsten Fall, fühlst du dich wie vorher. Im besten Fall ändert es dein Leben.

    Atme lange ein…

    Atme aus und seufze.

    Nimm dir einen Moment Zeit, um dich auf dich selbst einzustellen, während sich deine Welt weiter dreht.

    Nimm dir einen Moment, um deine Aufmerksamkeit auf deine Nase zu lenken.

    Fühlt sie sich warm oder kalt an?

    Atme ein, rümpfe deine Nase, und atme aus, um sie wieder zu entspannen.

    Noch mal: Atme ein, um die Nase zu rümpfen… Und ausatmen, um loszulassen.

    Fühle, wie deine Nase weicher wird.

    Entspann deine Wangen.

    Lassen deine Ohren sich entspannen, während du die Welt da draußen ausschaltest und dich auf dich selbst einstellst.

    Bring dein Bewusstsein zu deinen Augen.

    Einatmen…

    Atme sanft aus und schließe die Augen für drei Atemzüge.

    Drei zwei eins…

    Mach die Augen auf, aber halte sie entspannt.

    Fühle, wie sich deine Augenlider mit jedem sanften Blinzeln verbinden.

    Lösen alle Verspannungen in den Muskeln um die Augen.

    Löse die Seiten deines Gesichts, die Schläfen und Ohren.

    Einatmen… Ausatmen…

    Fühle und entspanne den Raum zwischen deinen Augenbrauen.

    Bringen dein Bewusstsein nach oben in die Oberfläche deines Kopfes und in deine Haarwurzeln.

    Fühle ein Kribbeln auf deinem Rücken.

    Atme mit jedem Atemzug die ruhige Energie der Entspannung vom Gesicht bis in den Rest deines Körpers ein.

    Lass deinen Atem und deine Gedanken los und konzentriere dein gesamtes Bewusstsein auf diese Entspannung und dieses Bewusstsein.

    Lass alles an dir vorbeiziehen wie schwebende Wolken am Himmel. Hinter allen Wolken ist immer – Blau.

    Fühle alles in Zeitlupe

    Wiederhole in Gedanken: „Meine Gedanken und Ängste definieren mich nicht.“

    Einatmen und Ausatmen.

    Loslassen.

    Schließe ein letztes Mal deine Augen.

    Bedanke dich bei dir und dem Leben

    Öffne deine Augen und lass alles noch kurz nachwirken.

  • Nackt um die Flammen

    Nackt um die Flammen

    Du kennst das vielleicht.

    Viele von uns benehmen sich so, als wären Sie in Ihrem letzten Kapitel angekommen ohne zu wissen wieviele Seiten ihr Buch eigentlich hat. Dann gibt es andere, die lesen (leben) die gleiche Seite ihres Buches jeden verdammten Tag – wieder und wieder. Manche lesen sich sich die alten Seiten wehmütig durch – wieder und wieder oder grübeln darüber nach, was auf den folgenden Seiten geschrieben wird.

    Dann gibt es einige wenige, die nehmen ihr Buch in die Hand, übergießen es mit Öl und werfen es ins Feuer. Sie befreien die anderen Insassen und erschießen die Wärter.

    Und wenn das Feuer heiß und hoch und für alle zu sehen brennt, ziehen Sie sich nackt aus und tanzen johlend um die Flammen.

    Manchmal musst du bereit sein, dein Leben, das du geplant hattest, loszuwerden, um das Leben zu leben, das auf dich wartet. Zumindest hat uns das Joseph Campell gesagt.

    Tief in dir, weißt du, was zu tun ist. Du denkst den lieben langen Tag darüber nach. Deine Gedanken gehen vor und zurück, nach links und nach rechts. Du kaust alle möglichen Folgen durch. Stellst dir deine Zukunft vor – 

    wie sie wäre, wenn sein würde, was sein könnte.

    Jetzt liegst du in deinem Bett und es ist Zeit, schlafen zu gehen. Und passiert ist – Nichts.

    Du hast den ganzen Tag gewartet. Auf diesen einen Moment. Diesen Augenblick des Mutes. Deine ganze Energie des Tages explodiert in dieser einen Sekunde. 

    Eine Entscheidung

    Und wir?: „NaJa, morgen ist ja auch noch ein Tag. Und wenn nicht morgen, dann aber bestimmt nächste Woche oder an Neujahr.

    Aber dann wirklich“

    Du merkst schon, eigentlich spreche ich hier von mir. Ich bin ein „Serien Grübler“ der viel öfter nackt um die Flammen tanzen würde.

  • Wie Schmerz und Angst helfen

    Wie Schmerz und Angst helfen

    Ich schaffe es nicht.
    Ich kann nicht aufhören, daran zu denken?
    Ich kann meine Angst nicht einfach wegschieben?

    Ich mache die Augen zu, senke langsam den Kopf und stelle mir Fragen:

    „Wo kommt diese Angst her“?

    • Wie fühlt sie sich eigentlich an?
    • Wo genau fühle ich dieses Gefühl – das ich Angst nenne?
    • Fühlt sich das für alle Menschen gleich an?
    • Wer hat mir beigebracht, so zu fühlen?
    • Woher weiß ich, das dieses Gefühl Angst ist?

    Wovor genau habe ich Angst?

    Ich fühle jetzt, in diesem Moment Schmerzen. Die gleichen Schmerzen, die mich schon viele mal unters Messer geführt haben.

    Nichts Schlimmes, kein Drama – eigentlich.

    Und trotzdem ist da jedes Mal – ANGST

    Angst davor, das es dieses mal anders ist. Das es vielleicht schlimmer wird.

    Das ich – … was eigentlich?

    Wozu sind meine Angst und der Schmerz gut?

    • Zeit mit mir und für mich selbst
    • Klarheit in Denken, Spüren und Fühlen
    • Die wirklich wichtigen Dinge kommen ans Tageslicht
    • Entscheidungen zu treffen
    • Wunsch und Wahrheit zu unterscheiden

    Meine erste Reaktion auf Schmerz ist: „Geh weg“ oder „warum schon wieder ich“. Diese Wünsche helfen mir aber leider nicht. 

    Ich versuche, dem Schmerz seinen Raum zu geben. Ihn als Besucher zu sehen. Als jemandem, der mir vielleicht helfen kann.

    Moments of pain are moments of truth Suffering is the Moment wehen we can no longer deny reality.

    Das ist der Grund, warum ich öffentlich darüber schreibe. Es hilft mir, Wunsch und Wirklichkeit zu unterscheiden. Ich bin dann ehrlich zu mir selbst. Mein Leiden ist real. Ich habe zwar immer noch den Wunsch „hör auf“, aber ich erkenne es als Wunsch. In dem Moment, in dem ich schreibe, MUSS ich mir Zeit nehmen. 

    Diese Zeit hilft mir, hinter meine Wünsche zu schauen. Hinter diesen Wünschen liegt meine Wahrheit.

    Wenn wir beschäftigt sind, können wir nur schwer zwischen Wunsch und Wahrheit unterscheiden. Wir laufen automatisch und fremdgesteuert durch die Weltgeschichte. Unterscheiden nicht mehr zwischen wichtig und richtig, unwichtig und falsch.

    Das braucht Zeit und Raum zu denken, zu spüren und zu fühlen.

    Ich sage also mal wieder „Hallo“ zu meinem Freund dem Schmerz. Er hilft mir, die Dinge wieder in MEINE Reihenfolge zu setzen.

  • Gebt mir mein Leben zurück

    Gebt mir mein Leben zurück

    Was war ich stolz, als ich vor 20 Jahren dem Rauchen aufgehört habe, über Nacht. Und bis heute keine Zigarette mehr angefasst. Und keinen Drang danach.

    Aber es hat sich ein neuer Feind in mein Leben geschlichen. 

    • Morgens nach dem aufstehen
    • Auf dem Weg ins Badezimmer
    • Unterwegs mit dem Hund
    • Manchmal sogar Nachts
    • Beim Frühstück, Mittag- und Abendessen
    • Auf dem Klo und an der Kaffeemaschine
    • An der Ampel (und während der Fahrt)
    • Auf der Couch
    • …

    Ich habe 30.000 Kontakte auf meinem Iphone und jetzt zum dritten Mal meine Nummer gewechselt. Irgendwas ist immer. Aber flüchten bringt nichts.

    Ich fühle mich fremdgesteuert und wie die lebende ToDo Liste von anderen Leuten.

    Bitte nicht falsch verstehen. Ich liebe das, was ich tue. Aber ich liebe es nur, solange ich die Dinge tun kann, die ICH für richtig halte. Solange ich alles im griff habe.

    Aber Nein…

    Ich checke lieber 200 mal am Tag mein Handy und meine Mails.

    Ich habe mitgezählt. Sogar jetzt, wo ich das hier schreibe, spüre ich den Drang zu „checken“.

    Ich wünschte, ich könnte sagen, ich hab das im Griff und die volle Kontrolle über meine Gewohnheiten. 

    Es ist nicht so.

    E-Mails, Telefon und Co. an sich sind ja nicht schlecht. Es sind einfach Werkzeuge. 

    Und doch tut es mir in dem Ausmaß nicht mehr gut. Anstatt mir zu helfen – schadet es mir.

    Ich habe beschlossen, dass zu ändern.

    In meinem Fall, hängt mein unbewusstes Handy checken mit einem besonders unangenehmen Gefühl zusammen…

    Angst!

    Die Angst…

    • etwas zu verpassen
    • es anderen nicht Recht zu machen
    • jemanden zu verärgern
    • einen Auftrag zu verlieren/nicht bekommen
    • Zeit zu verlieren
    • …

    Dem Drang ist am schwersten zu widerstehen, wenn ich das Gefühl habe, woanders zu sein.

    Dieser kognitive Juckreiz tritt in kaum wahrnehmbaren Wellen der Angst auf, die durch unbeantwortete Fragen ausgelöst werden. 

    • Wartet in meinem Posteingang etwas Wichtiges auf mich?
    • Hat vielleicht doch jemand angerufen?
    • Was, wenn irgendetwas passiert ist?
    • Mit den Kids alles in Ordnung?

    Gute Nachrichten? Oder schlechte? Vielleicht würde ein kurzer Blick den Juckreiz ja beenden? Schon während ich dies schreibe, verspüre ich den Drang … nur ganz kurz mal nachsehen…

    Wir benutzen die Technik aus dem gleichen Grund wie Drogen … um dem Alltag zu entfliehen

    Was tun?

    Die Auslöser bekämpfen.

    Ich habe die Apps, die mich ständig jucken, auf den dritten Screen meines iPhones verbannt.

    Meine Apple Watch zeigt NUR noch die Zeit und meine Bewegung. Mein Handy liegt nachts in einem anderen Zimmer. Keine Erinnerungen für eingehende Mails. Ich checke nur noch zu bestimmten Zeiten. Keine direkte Erreichbarkeit mehr für Anrufe. Wenn etwas wirklich dringend ist, bitte eine SMS (keine Whatsapp & Co). Im Büro habe ich eine „Garderobe“ für mein Iphone eingerichtet, an der ich es abgebe, wie eine Jacke. Ich verfasse Mails ohne in meinen Posteingang zu schauen. Facebook habe ich vom Handy gelöscht.

    Ob es funktioniert? 

    Wir werden sehen.

    In 5 Jahren wird es wohl neben Raucherzonen auch Handy Zonen geben. Dort stehn dann im Winter die ganzen Süchtigen unter einem Heizpilz und starren in das blaue Licht. Während drin die Familie sitzt und mit dem Essen wartet. 

    Ob ich dabei stehe? …

    Wir werden sehen.

  • Diese Entscheidung wird dein Leben verändern

    Diese Entscheidung wird dein Leben verändern

    Für jeden kommt irgendwann dieser eine Moment.

    Wir alle haben irgendwann diese Gedanken. Diese eine Entscheidung. Diese Mail. Den einen Anruf. Oder dieses eine Gespräch.

    „Chef, das wars. Ich bin raus.“

    In meinem Fall, waren es sogar zwei Gespräche. Das Erste mit meinem Chef und das Zweite mit meiner Frau.

    Die Antwort von beiden habe ich noch heute im Kopf.

    „Hmmm“

    Schon interessant, wie viel Information in so einem kleinen Laut steckt.

    Kurz zurück zu „meinem Moment“. 

    Dieser eine Moment, indem du über dein altes und dein neues Leben entscheidest. Lässt du deinen alten Film weiterlaufen. Oder startest du einen neuen?

    Ein neuer Film mit neuen Menschen, neuen Möglichkeiten und der Chance, endlich mein „volles Potential“ endlich zu entfalten???

    Mit allen Risiken, den Kosten und dem ganzen Aufwand drum herum.

    Denn eins ist sicher: Diese eine Entscheidung wird mein Leben komplett verändern. Und leider gibt mir niemand eine Garantie für grüneres Gras und ein glücklicheres Leben.

    Dieser „neue Film“ hat nur einen kurzen Trailer, eine kleine Vorschau zu bieten. Und die habe ich selbst in meinem Kopf gedreht. Sie hat nur einen Hauptdarsteller und der Rest ist ziemlich grau und unbekannt.

    Die Alternative?

    Ich lebe weiterhin meinen alten Film. Der ist zwar langweilig und fad, aber er läuft ja schon so lange. Und jetzt den Kinosaal verlassen … wäre irgendwie schade für das Geld, das ich ausgegeben habe … oder?

    Was ist dein Film?

  • Wenn ich dürfte wie ich wollte

    Wenn ich dürfte wie ich wollte

    Wie wäre es, etwas anderes zu machen, als du jetzt tust? Hast du mal darüber nachgedacht?

    So richtig meine ich? Wirklich ernsthaft und ungestört darüber nachgedacht?

    • Wie sieht dein idealer Tag aus?
    • Was passiert die Woche über?
    • Was tust du?
    • Wie fühlt es sich an?
    • Wo befindest du dich?
    • Mit wem?
    • Was läuft gut, was nicht?

    Wenn du es dir wirklich frei ausmalen könntest. Wenn du die Erlaubnis der Gesellschaft und deiner Lieben hättest.

    Wenn du rein gar nichts zu befürchten hättest.

    Was würdest du tun? Was würdest du nicht mehr tun?

    Du erwartest doch eigentlich gar nicht, dass deine Träume in Erfüllung gehen, oder?

    „Es sind ja doch nur Träume“.

    „Wenn man mich lassen würde“

    „Wo kämen wir denn hin, wenn jeder tun und lassen könnte, was er wollte?“

    Egal was du denkst … du hast immer recht.

  • Ich weiß genau, warum ich das tue

    Ich weiß genau, warum ich das tue

    „Wozu bist du gedacht?“

    Ich habe gelernt…

    Vom Buddhismus habe ich gelernt: „alles ist unbeständig“. Dass mein Leiden dadurch entsteht, dass ich mich zu sehr an Dinge klammere die ich mag, und zu stark ablehne was ich nicht mag. Dass ich den „Schwankungen meines Geistes“ gegenüber gleichmütig begegnen kann, indem ich Sie ruhig beobachte und nicht bewerte.

    Von den Stoikern habe ich gelernt, mich im Kopf auf das Schlimmste vorzubereiten. Glück in Einfachheit, Leichtigkeit und Tugend zu finden. Und das ich das was gestern war, akzeptiere.

    Von meiner Familie habe ich gelernt dankbar zu sein, auch für Widrigkeiten. Dass alles im Leben Teil einer Reise und Entwicklung ist. Dass ich unendlich dankbar für „mein Heute“ sein darf und mich jeden Tag für das glücklich sein entscheiden kann. Dass alles was zählt, aus Liebe und Beziehungen besteht.

    Von meiner Frau habe ich gelernt, die Dinge anzunehmen wie sie sind. Mich nicht in Gejammer zu verlieren. Glücklich und dankbar zu sein für das was ich habe. Nicht zu viel Zeit in meinem Kopf zu verbringen, sondern mehr in Herz und Bauch.

    Von meinen Kindern habe ich gelernt, dass jeder Mensch sein eigenes Leben hat. Eigene Meinungen und Gefühle. Jeder hat seinen eigenen Wert und dass wir niemanden über den anderen stellen sollten. Dass jeder Mensch gleich wertvoll ist.

    Vom Leben und der Natur habe ich gelernt, dass die beiden es besser wissen als unser kleines Selbst. Alles was wir tun müssen ist, auf diese beiden Ratgeber zu hören.

    Aus meinen Rückschlägen habe ich gelernt, dass man aus jeder Krise gestärkt und verwandelt hervorgehen kann. Dass ich in der Lage bin, mich von einer Sekunde auf die andere zu verändern, einfach in dem ich mich dafür entscheide. Die schlimmsten Erfahrungen haben mich zu dem Menschen gemacht haben der ich heute bin.

    Und das ich wirklich sagen kann: „Ich, möchte nichts ändern“.

    Meine Aufgabe ist es, herauszufinden, was diese Essenz in meinem Leben ist und dabei glücklich zu sein.

    Nur so kann ich anderen bei der gleichen Reise helfen.

    Danke an meine Lehrer – ich hoffe, ich darf noch viel lernen.

    Thimo Müller am 02.09.2020

  • Sprezzatura

    Sprezzatura

    „Ich mag ja eine unkomplizierte Vorgehensweise. Aber das wäre wirklich etwas zu einfach und schnell, oder? ;-).“

    Die Worte eines meiner Lieblingskunden haben mich dazu gebracht, über das Thema „Leichtigkeit“ nachzudenken.

    Ist das Talent, Arbeitsscheue, Hochstapelei, Kunst … oder was steckt dahinter?

    „Manchmal dauert es viele Jahre,
    um eines Tages über Nacht erfolgreich zu sein.“
    (Willy Meurer)

    Die Italiener nennen das Sprezzatura

    Sie sind Erfinder und Großmeister dieser Disziplin, die Engländer tun so, als hätten sie nie davon gehört und die Deutschen denken an italienisches Gebäck.

    SPREZZATURA – DIE KUNST, SCHWIERIGE DINGE EINFACH AUSSEHEN ZU LASSEN

    Der Begriff soll auf Baldassare Castiglione, Graf von Novilara, Höfling, Diplomat und Schriftsteller in der Zeit der Renaissance zurückgehen.

    Eigenschaft eines perfekten Höflings und empfiehlt stets „eine gewisse Art von Lässigkeit anzuwenden, die die Kunst verbirgt und bezeigt, dass das was man tut oder sagt, anscheinend mühelos und fast ohne Nachdenken zustande gekommen ist“.

    „Zur Anmut gehören Beiläufigkeit, Ungekünsteltheit, Nonchalance, Sprezzatura; und wenn sie in Begleitung ihrer Schwester, der Demut, auftritt, ist sie unbesiegbar.“

    Was nach Selbstbewusstsein & Leichtigkeit aussieht, hat oft eine lange Geschichte.

    Der geschulte Beobachter sieht Sprezzatura als Zeichen, dass jemand seinen Job kennt und kann. Er hat ein solches Maß an Meisterschaft erreicht, dass er Anstrengung verbergen und schwierige Dinge einfach aussehen lassen kann.

    Für das ungeübte Auge ist er einfach talentiert oder faul oder beides.

    Beide Beobachter sehen das selbe. Aber jeder mit einer anderen Interpretation.

    Wenn du also das nächste Mal jemanden siehst, der seinen Job mit aller Leichtigkeit vollführt, denk daran, das er wahrscheinlich viele Jahre Dreck, Staub, Schweiß und Blut investiert hat – nur damit es einfach aussieht.

    Ich für mich, habe ich endlich ein Wort gefunden, das mich und meine Wesenszüge etwas beschreiben hilft.

  • Es ist wirklich so einfach

    Es ist wirklich so einfach

    Du denkst nach, in Stille und Dunkelheit.

    Das erste Mal seit Jahren – schenkst du deinen Gefühlen und Gedanken – Zeit.

    Du erlaubst dir, wirklich über Dich und dein Leben nachzudenken.

    Über dein Sein
    über vergangenes
    über die Zukunft
    über das jetzt

    Je länger, desto mehr Gedanken fallen von dir ab. Denken und Fühlen werden klarer.

    „Meine Gedanken setzen sich am Boden ab. Wie das Wasser in einem See, das sich beruhigt nach dem Sturm.“

    Irgendwann ist da nur noch … Nichts, Klarheit, Stille

    Und du triffst eine Entscheidung – eine Vereinbarung mit dir selbst.

    Einen feierlichen Eid.

    „Eigentlich ganz einfach“, denkst du dir.

    „Aber etwas so Einfaches, kann doch keine solche Wirkung in meinem Leben haben?“

    Trotzdem merkst du, es hat sich genau in diesem Moment etwas verändert.

    Und es ist wirklich so einfach.

    Du veränderst dein Ich von einer Sekunde auf die andere.

    Du alleine hast die Macht, dein Leben innerhalb eines Atemzuges zu verändern. Und das, so oft du willst

    Die Welt um dich herum weiß nichts davon.
    Es sind nur du und dein Schwur.
    Dein Eid, auf ein neues Leben.

    DEIN neues Leben.

    Eine Entscheidung mit einer solchen Intensität. Du hast das Gefühl, das sie sich in deine Seele graviert.
    Das sie stärker ist als alle deine Gewohnheiten und Gedanken.

    Am Anfang ist es nur eine Entscheidung – die aber die Kraft hat, dein Leben zu verändern.

    DEIN neues Leben

    So einfach

    Ein Eid zwischen dir und deinem Sein.

    In voller Vorfreude auf dein neues Leben.

    Thimo

  • An was ich nie gedacht habe (#339)

    An was ich nie gedacht habe (#339)

    Ich habe mein Leben damit verbracht, mir erfolgreiche Gewohnheiten anzueignen. Automatismen, die mir helfen besser, fitter, gesünder zu werden.

    • Sport
    • Ausreichend Wasser
    • Früh aufstehen
    • Meditation
    • Lesen
    • Schreiben
    • …

    An was ich nie gedacht habe – nutzlose Gewohnheiten
    rückgängig zu machen – insbesondere meine Denkgewohnheiten.

    Sie schränken mich ein – und ich merke es nicht mal. Meistens sind es Sätze und Muster, die mir ständig in den Sinn kommen:

    • Ich weiß, was das Richtige ist
    • Ich weiß, was ich mag
    • Ich weiß, was heute passieren wird
    • Ich weiß, was zu tun ist
    • ich weiß. das ich das nicht kann
    • Ich weiß, ich weiß, ich weiß

    Meine Herausforderung: Merken wann diese Denkmuster auftauchen.

    Und dann testweise „weiß“ durch „weiß nicht“ ersetze?

    Dann bewege ich mich ins Unbekannte. Dann werden die Dinge spannend. Und dann passieren interessante Dinge.

    Ich merke, dass mein erster Gedanke selten mein bester Gedanke ist. Mein erster Gedanke ist immer der eines anderen.

    Es sind immer Gedanken, die ich bereits kenne. Die ich über ein Thema gehört oder gelesen habe. Immer die allgemeine Weisheit.

    Nur wenn ich mich konzentriere, mich herausnehme, geduldig bin und alle Teile meines Geistes ins Spiel bringe, komme ich zu neuen, manchmal originellen Ideen.

    Ich gebe meinem Hirn, Geist, Herz und Bauch die Möglichkeit, Assoziationen und Verbindungen herzustellen und mich zu überraschen. Oft sind selbst diese Ideen noch nicht sehr gut. Ich brauche dann mehr Zeit, um darüber nachzudenken, Fehler zu machen, sie zu erkennen, und sie korrigieren.

    Ich muss meine Impulse aussitzen, meinen Wunsch besiegen, meinen Job für erledigt zu erklären und mit dem nächsten ToDo weiter zu machen.

    Es ist normal, zu zweifeln und zu hinterfragen. Probleme und Schwierigkeiten führen immer zu Lösungen. Die Frage ist, was machst du mit ihnen? Unterdrückst Du sie, lenkst du von Ihnen ab oder tust du so, als ob sie nicht existieren?

    Oder gehst du offen damit um? Direkt, ehrlich, mutig? Wenn Du dich dazu entschließt, wirst du feststellen, dass die Antworten nicht auf Twitter, YouTube oder sogar in der Süddeutschen zu finden sind.

    Die Antworten findest du nur in Einsamkeit und Stille – ohne Ablenkung, ohne Erwartung und Gruppenzwang.

  • Ich schäme mich und habe Angst

    Ich schäme mich und habe Angst

    Ja, es fällt mir immer noch schwer. Jedes Mal.

    Dieser kurze Moment, bevor ich auf „veröffentlichen“ klicke.

    • Was denken die anderen?
    • Wie kommt es an?
    • Hoffentlich ist niemand anderer Meinung.
    • Was, wenn mich jemand dafür angreift?
    • Du hast doch eh nichts zu sagen.
    • Wer bist du denn schon?
    • Wer sollte das lesen?
    • Wem sollte das was bringen?
    • …

    „Wofür du dich heute am meisten schämst, wovor du am meisten Angst hast, wird das sein, was Sie mit Stolz, Anerkennung und einem Lächeln auf dem Gesicht auf deiner Beerdigung erzählen.“
    –Ich

    Wenn wir abliefern werden wir gerichtet.
    Wenn wir machen, werden wir bewertet.
    Wenn wir handeln, können wir scheitern.
    Wenn wir „werden“ wollen, wird es immer Menschen geben, die schon „sind“.
    Wenn wir Gas Geben, wird es immer Leute geben, die uns bremsen wollen.
    Wenn wir die das Kinn nach vorne Strecken, die Brust raus drücken und die Schultern zurücknehmen, gibt es immer jemanden mit eingezogenem Kopf, der uns schräg ansieht.

    Wenn du bereit bist, die Hosen runter zu lassen, wird es immer Leute geben, die lachen (oder eine Meinung zu deiner Unterhose haben).

    Ehrlichkeit bringt immer Feinde auf die Welt.

    Der Affe zu dem du dich heute vielleicht machst, kann morgen schon den bewundernden Applaus bekommen.

    Spielst du auf dem Spielfeld oder stehst du als Zuschauer daneben?

    Der Preis, auf dem Spielfeld zu stehen und zu spielen ist dein mögliches Scheitern und das bewertet werden derer, die als Zuschauer am Rand stehen.

    Lass mal wieder die Möglichkeit hinzufallen zu deinem neuen Normal werden.

    Steh halt wieder auf, Klopf den Dreck ab und schlag deinen Kragen hoch.

    Und bitte, gib einen Scheiß darauf ob dich jemand beim hinfallen gesehen hat.

    Denk daran: Versagen ist nur ein Ereignis – Angst ist nur ein Gefühl – Keine Person.

    ——

  • Es ist nicht schwer, (du hast einfach nur Schiss)

    Es ist nicht schwer, (du hast einfach nur Schiss)

    Die allermeisten Dinge, die wir so vor haben, sind nicht schwer.
    Sie liegen irgendwo auf einer Skala zwischen „einfach“, „locker“, „easy“ und „hat’n bisschen gedauert, aber ich hab’s hinbekommen“.

    Aber wirklich schwer???

    Die meisten Dinge, die du für schwer hältst, sind in Wahrheit einfach nur anstrengend.

    OK, Stabhochsprung, oder jonglieren, dabei tue ich mich echt schwer. Aber wenn man es kann, war es auch nicht viel schwerer als andere Dinge (Jonglieren bekomme ich hin, hat ca. 20 Minuten gedauert, Stabhochsprung steht noch auf meiner Liste).

    Konkret darüber nachgedacht fallen mir kaum Dinge ein, die wirklich schwer sind.

    • Firma gründen: Eine Unterschrift, ein paar Euro, das wars.
    • Programmieren lernen: Eine App downloaden und jeden Tag ein paar Minuten investieren und du bist weiter als die meisten.
    • Einen Blog starten: WordPress in 5 Minuten eingerichtet.
    • Eine neue Sprache lernen: Siehe Programmieren.
    • Einen Job finden: Einen guten Headhunter gesucht 😉
    • …

    Was es uns schwer macht ist, das wir uns sagen das es schwer ist. Und darin sind wir echt gut.

    Was es uns noch schwerer macht, ist die Angst vor der Veränderung und davor, was die „anderen“ sagen.
    Wir könnten auf die Schnauze fallen oder ausgelacht werden.

    Am Ende des Tages geht es doch immer nur um den nächsten konkreten Schritt.

    OK, es gibt ein paar Ausnahmen:

    • Ein Kind auf die Welt zu bringen (wurde mir gesagt).
    • Eltern zu sein (wobei es so schwer auch wieder nicht ist)
    • Hundert Liegestütz (ok, das ist echt schwer)
    • Der Umgang mit Verlust, Schmerz und Ungerechtigkeit ist schwierig.
    • In einem anderen Land geboren zu sein, in dem kein Zugang zu den unglaublichen Möglichkeiten besteht, die wir hier haben.
    • …

    Wenn ihr also nicht in eine der oben stehenden Kategorien fallt, dann hört auf zu sagen „es ist schwer“.

    Der nächste Schritt ist immer leicht.
    Und der danach auch.

    „Klar Thimo, du hast leicht reden“.

    „Jo, habe ich. Ist ganz einfach“.

  • Warum du dich nicht ausruhen kannst? (Blog_dreihundertachtundzwanzig)

    Warum du dich nicht ausruhen kannst? (Blog_dreihundertachtundzwanzig)

    „Du kannst dich nicht mehr darauf ausruhen, dass die Zeit es schon richten wird.
    Glaub mir, unsere Dusche tropft seit Monaten – die Zeit hat hier gar nichts gerichtet.
    „

    • Was kannst du?
    • Worin bist du gut?
    • Worin möchtest du mal gut sein?

    Das meiste, was du mal gelernt hast, braucht kein Mensch mehr.
    Du musst anfangen dich mal wieder wirklich infrage zu stellen.

    „Ist das noch gut, oder kann das weg?“

    Wenn du mehr als einmal in der Woche in der IT Abteilung deiner Firma anrufen musst, fehlen dir möglicherweise die technischen Fähigkeiten.
    Leider werden genau diese Fähigkeiten überall gesucht und sogar vorausgesetzt.

    Wenn du der Meinung bist, dein Chef erkennt schon deinen Wert, hast du dich geschnitten.
    Die Leute haben viel zu viel um die Ohren.

    • Meine Firma gibt es schon über hundert Jahre!
    • Es gibt keinen, der meinen Job machen kann!
    • Ich ganz Dicke mit dem Chef!
    • Asien ist doch weit weg!
    • Leute wie ich, werden immer gebraucht!
    • 45 ist noch kein Alter.
    • Wenn ich will, kann ich noch mal richtig Gas geben!
    • Was sollen die den ohne mich machen?
    • Dieser ganze Social Media Kram setzt sich eh nicht durch.
    • Ich bekomme doch jede Woche neue Jobangebote.
    • …

    Frag dich mal in einer ruhigen Minute:

    Was wird hier im Job wirklich von mir erwartet? Weshalb bin ich hier? Was sind die konkreten Ergebnisse, die ich für mein Unternehmen liefere?
    Wenn du hier Schwierigkeiten hast, solltest du dir Gedanken machen.


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