Kategorie: Angst

  • Ich will einfach nur verbittert sein. Und mich vor allem im Recht fühlen.

    Ich will einfach nur verbittert sein. Und mich vor allem im Recht fühlen.

    Ich frage mich dann, weshalb ich hier überhaupt sitze, morgens um 5 Uhr.

    Auf manches reagiere ich extrem. Warum das so ist? – Keine Ahnung!

    Meistens Kränkungen oder Kritik.

    Kränkt mich jemand anderes oder fühle ich mich gekränkt? Macht mich etwas wütend oder bin ich wütend?

    Das macht einen Unterschied.

    Entweder gebe ich die Schuld anderen. Oder ich bin verantwortlich.

    Das ist schon ein Mist mit dieser schlechten Laune

    Ich sitze eingekauert hier, blinzle giftig ins Zimmer während ich ganz flach atme. Ich will einfach nur grimmig und verbittert sein. Und vor allem — ich will mich im Recht fühlen. 

    Und jetzt?

    Was bringt mir das?

    Was erwarte ich mir davon?

    Der, über den du ich mich so ärgere, weiß noch nicht mal was davon.

    Und das ärgert mich noch umso mehr.

    Eine Wut ergibt die nächste.

    Was habe ich eigentlich für ein Scheiß Problem?

    Jeden Morgen frage ich mich, wozu mein Leben eigentlich gut ist und was ich noch damit anfangen soll. 

    Und habe nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung … 

    … meistens.

    Dann denke ich an meine Frau und die Kinder. An spazieren im Schnee. Ans Karten spielen bei Kerzenschein. Daran, daß wir gemeinsam einschlafen und aufwachen können, ohne uns irgendwelche Gedanken machen zu müssen. Ans Streiten und wieder vertragen. Ans Lieben und geliebt werden. An lachen, weinen und vertrauen …

    Daran, daß es uns ziemlich gut geht.

    Und ich Idiot sitze hier und vergeude meine Zeit, indem ich mich über ein Gestern ärgere, das es doch gar nicht mehr gibt.

    Bringt mir das heute irgendetwas? Hat es mir irgendwann schon mal irgendetwas gebracht, außer noch wütender zu sein?

    Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, … ich war kein einziges Mal wütend, während ich das hier geschrieben habe.

    Einen schönen Montag

  • Aber alles hinschmeißen? Dafür habe ich zu viel Angst.

    Aber alles hinschmeißen? Dafür habe ich zu viel Angst.

    Aber alles hinschmeißen? Dafür habe ich zu viel Angst.

    „Ich drehe mich nur noch im Kreis. Ich habe Bauchkrämpfe und mein Auge zuckt ständig. Ich könnte jeden Morgen heulen und alles hinschmeißen. Und ich weiß noch nicht mal, warum“

    Das war die Antwort, die ich vor fast 20 Jahren einem Psychologen gegeben habe.

    Wut und Angst waren nie meine besten Ratgeber. Aber sie haben mich zu meinem „Heute“ geführt.

    Ich war wütender auf mich selbst als auf andere. Ich hatte doch einen guten Job. Die Leute waren auch nicht verkehrt. Das Geld war ok, tolle Stadt, Karriere … usw. 

    Mein Problem war. Es war absolut nicht das, was ich machen wollte. („Aber wer macht das schon“, dachte ich)

    Und jeden Tag zuckte mein Auge mehr.

    Ich war nur noch wütend auf mich

    • Das ich keine Entscheidung treffen konnte.
    • Das ich nichts verändere.
    • Das ich nicht herausfinde, was ich wirklich wollte.
    • …

    Also habe ich mich hingesetzt und alles aufgeschrieben. All die Wut und Angst. Und auch meine Hoffnungen und Wünsche.

    Einfach schreiben.

    • Darüber, wovor ich Angst habe.
    • Weshalb ich wütend bin.
    • Was schlimmstenfalls passieren könnte, wenn ich gehe.
    • Was mit mir passiert, wenn ich nichts tue.
    • Was „die anderen“ darüber denken. …
    • …
    Nicht was ich damals geschrieben habe – aber es passt ganz gut zum Thema

    Am nächsten Tag habe ich mir alles geschriebene nochmal angesehen. Meine Entscheidung war klar.

    Nichts wie weg hier!


    Ich lese immer wieder, es gibt so etwas wie einen „Writer’s Block“ – eine Schreibblockade. Für mich war das damals eher ein „Life Block“. 

    Ich hatte das Gefühl, irgendetwas müsse sich ändern. Die große Frage war: WAS?

    Ich habe meinen „Life Block“ noch oft gespürt. Immer haben mir die gleichen Ideen geholfen.

    Meine 12 Werkzeuge gegen „Life Block“

    1. Darüber schreiben. Jeden Morgen. Gleich als erstes. Mindestens 30 Minuten ohne Pause. Für mich ein mentaler Scheibenwischer.
    2. Mich mehr zu bewegen. Draußen ist besser als drinnen (Sauerstoff). Aber drinnen ist besser als gar nicht. Einfach anfangen. Warte nicht, bis du irgendein Buch über das Joggen oder Wandern gelesen hast und deine neuen Schuhe von Amazon geliefert werden. Fang sofort an. Und wenn es nur 5 Minuten sind.
    3. Dankbar zu sein für das, was ist.
    4. Kaffee
    5. Lesen. Egal was. Tauch in andere Leben ein. Hol dir Ideen. Lies auch mal in einer anderen Sprache. Aber bitte keine Zeitung oder irgendwelche „News“.
    6. Meditieren. Gib deinem Geist Zeit. Lass deinen wirren Gedanken Raum sich „abzusetzen“. Wie in einem aufgewühlten Teich der irgendwann klar wird, wenn man ihn in Ruhe lässt.
    7. Früher aufstehen (am besten, jeden Tag zur gleichen Zeit). Mach ein kleines Ritual daraus. Du hast deinen ersten Erfolg schon hinter dir wenn du jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehst. (Nur 30 Minuten jeden Tag 182 Stunden. Das sind fast 23 Arbeitstage a 8 Stunden)
    8. Mehr trinken. Wasser. Kein Zucker. Keine Kohlensäure. Das Trinken ist eine der „Meta Einflussfaktoren“, die auf alles andere Positiv einwirken.
    9. Ehrlich zu mir zu sein (auch wenn es weh tut). Wenn ich fett und unbeweglich bin – bin ich fett und unbeweglich.
    10. Mit jemandem reden, der kein „skin in the game“ hat. Deine Lieben heißen „deine Lieben“, weil sie dich lieben und lieb zu dir sind. Veränderungen sind aber nicht immer „lieb“. (Was meinst du, wie dein Partner reagiert auf die Idee: „Schatzi, ich habe ein Jobangebot. Sind nur knapp 400km.)
    11. Inspiration suchen: Was ich, wie, verändern kann. Romane, Bücher, Zeitschriften, inspirierende Webseiten (Medium, The Browser …), ich lese in meinen alten Texten. Hier einige Menschen, die mir immer wieder Inspiration und Mut geben.
    12. Jeden Tag 10 Ideen aufschreiben. Ich überlege mir jeden Tag 10 Ideen zu irgendeinem Thema (Inspiriert von James Altucher). Ich trainiere meinen Ideenmuskel jeden Tag. Bei mir sind das mindestens 3.650 Ideen pro Jahr. Und wenn auch nur 1 % davon gut sind, sind das genug Ideen, die es wert sind, weiter verfolgt zu werden (so ist auch dieser Text entstanden).

    Ideas are like rabbits. You get a couple, learn how to handle them, and pretty soon you have a dozen. 
    — John Steinbeck

    Ich habe wahrscheinlich immer noch jeden Tag eine kleine „Lebeblockade“. 

    Aber die oben genannten 12 Ideen haben im Grunde jede Veränderung hervorgebracht, die ich jemals gemacht habe.

    Die folgenden Menschen/Mentoren/Autoren helfen mir dabei. Ihre Gedanken und Ideen lese ich gerne zuerst, wenn mich das Gefühl überkommt, es muss etwas passieren. Das sind lange nicht alle, aber diese tauchen immer wieder in meinem Kopf auf.

    Meine Frau, Gerald Hüther, Jocko Willink, Shawn Achor, Jordan Peterson, David Goggins, Eckard Tolle, Jürgen Singer, Neil Gaiman, Cherryl Strayed, Mo Gawdat, Seth Godin, Gary Vaynerchuck, Roland Kopp Wichmann, Gunter Dück, Derek Sivers, Caysey Neistat, Ryan Holiday, Joe Rogan, Kyle Cease, James Altucher, Naval Ravikant, Charles Bukowski, Hunter S. Thompson, John Steinbeck…

    vielen Dank

  • Die Frage, die mich mein Leben lang beschäftigt.

    Die Frage, die mich mein Leben lang beschäftigt.

    Die Frage nach dem „was tun“ — die Suche nach „etwas Neuem“ beschäftigt mich mein ganzes Leben.

    Warum ist das so? Was will ich damit erreichen?

    Und was ist, wenn ich es gefunden habe. Will ich denn überhaupt „meine Erfüllung“ finden.

    Was soll ich denn mit meinem Leben „anfangen“, wenn ich Sie gefunden habe? 

    Anfangen???

    Wann fange ich an, mit meinem Leben etwas anzufangen?

    Woran merke ich, dass ich tue, was ich tun will? 

    Die Themen, über die ich oft nachdenke und schreibe, sind:

    • Wie findest du das, was du liebst?
    • Wie kann ich meine Erfüllung finden?

    Ich suche Sie immer in etwas Neuem. Ich stelle mir vor, dass es eine Tätigkeit ist.

    • ist es überhaupt eine Tätigkeit?
    • ist es denn etwas Neues?

    Nimm die Linien aus deiner Vergangenheit und führe sie in die Zukunft weiter. Sie kreuzen sich immer nur am Punkt deines jetzigen Lebens. Sie lassen sich nicht in der Vergangenheit korrigieren und nicht in der Zukunft.

    All diese Gedanken und Gefühle – wozu?

    Um wieder alles hinzuschmeißen. Mich zu fragen, weshalb ich das alles tue. Es bringt doch nichts. Was will ich damit bezwecken? Was soll das alles und was soll denn dabei herauskommen? 

    Ich kann doch jederzeit alles tun, was ich will. Weshalb fällt mir keine Aufgabe ein, der ich jetzt nachgehen kann? Weshalb das ganze hin und her? Das Nachdenken, Meditieren, Schreiben, über das Leben und was ich damit anfange. Ich drehe mich nicht nur im Kreis, ich drehe mich auf der Stelle im Kreis …

    Und jetzt? Besser mal wieder ablenken von zu vielen Gedanken und Gefühlen … 

    — Kaffee, Essen, Internet, Einkaufen … 

    Ich möchte mir doch einfach nur klarer über mich selbst werden. 

    Aber werde ich das?

  • So will ich doch nicht die ganze Zeit leben.

    So will ich doch nicht die ganze Zeit leben.

    Ich kann es nicht mehr hören. Auf fast jedem Seminar, in Ratgebern und Selbshilfebüchern … 

    „Lebe so, als würdest du morgen sterben.“

    Ich kann die Ratschläge nicht mehr hören. 

    Was weiß denn ich, was ich tun würde, wenn ich morgen stürbe. Wahrscheinlich möchte ich mit meiner Familie zusammen sein und die letzten Stunden genießen. 

    Aber ich will doch nicht die ganze Zeit so leben, als würde ich morgen sterben.

    Viel lieber lebe ich so, als wäre heute mein erster Tag auf der Welt.

    Und nein, ich habe auch keine Lust, meine eigene Grabrede zu verfassen.

    Was hab ich davon? 

    Ich habe da ein paar andere Ideen:

    Was wäre, wenn ich ab sofort mein Leben so lebe, als würde ich nie sterben?

    Fühlt sich gar nicht so schlecht an.

    Ich probiere es mal aus.

    Und sollte es nicht funktionieren, dann muss ich mir eben wegen meiner Grabrede etwas einfallen lassen 😉

    —

    In einem anderen Gedanken sehe ich mich als Romanfigur. Als jemand in einer Geschichte. Mein Leben ist wie in einem Buch begrenzt durch den Einband – Anfang und Ende. Aber wie die Charaktere im Buch habe ich keine Angst davor, das das Buch irgendwann ein Ende hat. Oder hate Captain Ahab mal gesagt:

    „Hoffentlich ist das Buch noch nicht zu Ende“?

    Nein, er hat keine Angst das er die letzte Seite erreicht. Ich weiß, das ich irgendwann sterben werde. Ich weiß, das ich das beste aus meinem Leben herausholen will, Ich weiß, das ich so lange und so gut leben möchte, wie es nur geht.

    Dafür brauche ich keine Grabrede oder mir auszumalen, das ich morgen sterbe.

    Und so sollte es bei mir sein. Ich lebe das Buch meines Lebens, begrenzt von seinen Umschläge, seinem Anfang und seinem Ende.

    Ich kann nur die Momente dazwischen leben, die Momente, die mein Leben ausmachen.

    Es macht für mich keinen Sinn darüber zu hirnen, was sich außerhalb dieser Seiten befindet, sei es vor meiner Geburt oder nach meinem Tod. Und ich möchte mir auch keine Sorgen machen, wie lang das Buch ist oder ob es eine Comic oder ein Epos ist. 

    Das einzige, was zählt, ist, dass ich es zu einer guten Geschichte machen möchte.

    „Es kommt sehr viel darauf an, ob man das Leben verlängert oder das Sterben.“

    — Lucius Annaeus Seneca

  • Nackt um die Flammen

    Nackt um die Flammen

    Du kennst das vielleicht.

    Viele von uns benehmen sich so, als wären Sie in Ihrem letzten Kapitel angekommen ohne zu wissen wieviele Seiten ihr Buch eigentlich hat. Dann gibt es andere, die lesen (leben) die gleiche Seite ihres Buches jeden verdammten Tag – wieder und wieder. Manche lesen sich sich die alten Seiten wehmütig durch – wieder und wieder oder grübeln darüber nach, was auf den folgenden Seiten geschrieben wird.

    Dann gibt es einige wenige, die nehmen ihr Buch in die Hand, übergießen es mit Öl und werfen es ins Feuer. Sie befreien die anderen Insassen und erschießen die Wärter.

    Und wenn das Feuer heiß und hoch und für alle zu sehen brennt, ziehen Sie sich nackt aus und tanzen johlend um die Flammen.

    Manchmal musst du bereit sein, dein Leben, das du geplant hattest, loszuwerden, um das Leben zu leben, das auf dich wartet. Zumindest hat uns das Joseph Campell gesagt.

    Tief in dir, weißt du, was zu tun ist. Du denkst den lieben langen Tag darüber nach. Deine Gedanken gehen vor und zurück, nach links und nach rechts. Du kaust alle möglichen Folgen durch. Stellst dir deine Zukunft vor – 

    wie sie wäre, wenn sein würde, was sein könnte.

    Jetzt liegst du in deinem Bett und es ist Zeit, schlafen zu gehen. Und passiert ist – Nichts.

    Du hast den ganzen Tag gewartet. Auf diesen einen Moment. Diesen Augenblick des Mutes. Deine ganze Energie des Tages explodiert in dieser einen Sekunde. 

    Eine Entscheidung

    Und wir?: „NaJa, morgen ist ja auch noch ein Tag. Und wenn nicht morgen, dann aber bestimmt nächste Woche oder an Neujahr.

    Aber dann wirklich“

    Du merkst schon, eigentlich spreche ich hier von mir. Ich bin ein „Serien Grübler“ der viel öfter nackt um die Flammen tanzen würde.

  • Wie Schmerz und Angst helfen

    Wie Schmerz und Angst helfen

    Ich schaffe es nicht.
    Ich kann nicht aufhören, daran zu denken?
    Ich kann meine Angst nicht einfach wegschieben?

    Ich mache die Augen zu, senke langsam den Kopf und stelle mir Fragen:

    „Wo kommt diese Angst her“?

    • Wie fühlt sie sich eigentlich an?
    • Wo genau fühle ich dieses Gefühl – das ich Angst nenne?
    • Fühlt sich das für alle Menschen gleich an?
    • Wer hat mir beigebracht, so zu fühlen?
    • Woher weiß ich, das dieses Gefühl Angst ist?

    Wovor genau habe ich Angst?

    Ich fühle jetzt, in diesem Moment Schmerzen. Die gleichen Schmerzen, die mich schon viele mal unters Messer geführt haben.

    Nichts Schlimmes, kein Drama – eigentlich.

    Und trotzdem ist da jedes Mal – ANGST

    Angst davor, das es dieses mal anders ist. Das es vielleicht schlimmer wird.

    Das ich – … was eigentlich?

    Wozu sind meine Angst und der Schmerz gut?

    • Zeit mit mir und für mich selbst
    • Klarheit in Denken, Spüren und Fühlen
    • Die wirklich wichtigen Dinge kommen ans Tageslicht
    • Entscheidungen zu treffen
    • Wunsch und Wahrheit zu unterscheiden

    Meine erste Reaktion auf Schmerz ist: „Geh weg“ oder „warum schon wieder ich“. Diese Wünsche helfen mir aber leider nicht. 

    Ich versuche, dem Schmerz seinen Raum zu geben. Ihn als Besucher zu sehen. Als jemandem, der mir vielleicht helfen kann.

    Moments of pain are moments of truth Suffering is the Moment wehen we can no longer deny reality.

    Das ist der Grund, warum ich öffentlich darüber schreibe. Es hilft mir, Wunsch und Wirklichkeit zu unterscheiden. Ich bin dann ehrlich zu mir selbst. Mein Leiden ist real. Ich habe zwar immer noch den Wunsch „hör auf“, aber ich erkenne es als Wunsch. In dem Moment, in dem ich schreibe, MUSS ich mir Zeit nehmen. 

    Diese Zeit hilft mir, hinter meine Wünsche zu schauen. Hinter diesen Wünschen liegt meine Wahrheit.

    Wenn wir beschäftigt sind, können wir nur schwer zwischen Wunsch und Wahrheit unterscheiden. Wir laufen automatisch und fremdgesteuert durch die Weltgeschichte. Unterscheiden nicht mehr zwischen wichtig und richtig, unwichtig und falsch.

    Das braucht Zeit und Raum zu denken, zu spüren und zu fühlen.

    Ich sage also mal wieder „Hallo“ zu meinem Freund dem Schmerz. Er hilft mir, die Dinge wieder in MEINE Reihenfolge zu setzen.

  • Eigentlich weißt du doch, dass das hier nicht gut für dich ausgeht, oder?

    Eigentlich weißt du doch, dass das hier nicht gut für dich ausgeht, oder?

    Wir lieben Heldengeschichten. Es gibt keinen Ausweg, und trotzdem schafft es unser Held irgendwie. Er kommt heil aus der Sache raus. Sogar stärker. Manchmal sogar mehrmals.

    Und DU???

    Du wirst deine Familie nie wieder sehen. Keinen Blick mehr in die Sonne werfen können. Kein einziger Atemzug mehr.

    Irgendwann kommt der Moment.

    Und soviel ich weiß, gilt das für uns alle …

    Irgendwann!

    Wir werden sterben.

    Kein „Sieg“ wird uns retten.
    Kein Akt der Gnade des Feindes.

    Das Leben lässt hier nicht mit sich handeln.
    Wir können keine Zugeständnisse machen, die uns doch noch vom Haken lassen.

    Wir kommen hier nicht lebend raus.

    Und trotzdem stelle ich mir jeden Tag die Frage:

    „Was werde ich tun?“

    Nicht nur: „Wie werde ich meinen letzten Momenten begegnen? Wie werde ich sterben? Werde ich jammern und heulen oder einfach abtreten im Wissen gut gelebt zu haben?

    Sondern auch:

    Was werde ich in der Zwischenzeit tun? Wie werde ich zwischen „heute und bald“ leben? Was für ein Mensch werde ich sein?

    Wer kann ich noch alles sein und werden?

    Ist es meine Lebensaufgabe, Emails zu beantworten und Todo Listen zu führen?

    Wenn ich nicht aufpasse, wird es immer etwas geben, das wichtiger ist…

    • als mit meinem Sohn die Hausaufgaben zu machen.
    • als meiner Tochter zuzuhören, welche Pferde sie toll findet.
    • als unserem ältesten beim Fußball zuzusehen.
    • als mich auch um mich selbst zu kümmern.
    • als meinen Eltern einfach mal „Danke“ zu sagen („Danke Mama und Papa“).
    • als meiner Frau zu sagen, „Ich liebe dich“.

    Solange ich lebe.

    Was hast du in Kopf, Herz und Bauch? Welchen Plan im Herzen, welchen Wunsch im Kopf, welches Ziel vor Augen?

    Wenn du nicht aufpasst, bleibt es dabei. Urplötzlich ist es vorbei.

    Schreib doch einfach noch mal Geschichte.

    Deine alte ist eh vorbei.

    Wenn du Glück hast, ist noch genügend Tinte im Füller.

  • Das Ende

    Das Ende

    Was haben wir nicht alles schon gehört, gelesen und gesehen. Im Leben geht´s immer um das Ende.

    Kindheit, Schule, Job, Beziehung, Freundschaft … Leben?

    Wenn im Film der Held seinen Helm ablegt. Der Gegner ist besiegt. Die Welt ist gerettet. Der Abspann läuft.

    Wir schauen nur auf die epischen Übergänge – mit Pauken und Trompeten. Menschen erfinden sich neu. Starten in ein neues Leben. Sie lassen alles hinter sich. Erblühen, gehen auf, ein neuer Stern …

    Nicht mehr und nicht weniger als ein neues ICH.

    Solche Übergänge wollen wir sehen. So etwas wollen wir auch. 

    „Bitte hier 5 Euro einwerfen und eines der neuen Leben auswählen – vielen Dank.“

    Was ist mit den kleinen Enden, die das Leben mit sich bringt?

    Wenn wir einen Job erledigt haben. Wir nach dem Joggen die Schuhe ausziehen und uns wohlig erschöpft unter die Dusche stellen. Den Kunden gewonnen oder den Auftrag geholt haben. Mit unseren Kindern gelacht und mit unserem Partner getanzt haben. 

    ????

    Wenn wir einen tollen Abend mit Freunden ausklingen lassen. Wir stehen gemeinsam in der Küche, machen den Abwasch und sind der Meinung, dass wir das viel öfter machen sollten.

    Wenn wir jemanden in den Arm nehmen. Oder einfach mal sagen „Danke Mama, Papa“.

    Ich möchte viel mehr die kleinen Dinge feiern. Die Momente, die früher unbemerkt an mir vorbei gegangen sind. Die ich als selbstverständlich hingenommen habe. Die mir kaum aufgefallen sind – auf meiner Jagt nach den großen Zielen.

    Anstelle der großen Events, die eh nur alle paar Jahre auftauchen, bin ich lieber stolz, glücklich und dankbar wie Bolle – für jeden einzelnen kleinen Tag. So beschissen, wie er manchmal auf läuft – irgendwas Gutes ist doch immer dabei gewesen.

    Zumindest habe ich ihn überlebt und morgen kommt hoffentlich ein neuer.

    Ein Ende, das auch meist ein Anfang ist.

  • Von Wertesäuen, Angst, Scham und Verletzlichkeit

    Von Wertesäuen, Angst, Scham und Verletzlichkeit

    Oft erinnere mich an meine wirklichen Werte nur, wenn ich Geburtsanzeigen lese oder auf dem Friedhof stehe. Wenn Menschen geboren werden oder sterben – stehen meine Werte kurz vor meiner Tür. In Zeiten größter Freude und größten Leids klopfen diese Werte an. Sie wollen mir sagen, was mir wirklich wichtig ist. Meine Aufgabe ist es nur, die Tür aufzumachen, sie hereinzubitten, ihnen Tee und Gebäck zu reichen und zuzuhören.

    Welcher deiner Werte hält einen Schlag in die Fresse aus?

    Es gibt viele „Wertchen“, die uns den ganzen Tag begleiten. Viele „hätte, könnte, sollte“ Werte, die sich gut anhören und gerade en Vougue sind. 

    Wertesäue, die durch ein oberflächliches Social Media Dorf getrieben werden, weil sie klicks und likes (und Geld) bringen.

    Doch jeder von uns hat und braucht mindestens einen dominanten Wert. Etwas, um das er sich dreht. Etwas, das Ihm Orientierung im ganz normalen Chaos gibt. 

    Dieser Wert glänzt und strahlt – nach innen und nach außen. Er wärmt uns und bringt unser Leben in eine Richtung.

    Jeder von uns hat mindestens einen dieser Werte. Ob wir diese Werte Leben steht auf einem ganz anderen Blatt geschrieben.

    Aber eins ist sicher: Leben wir sie nicht, werden wir nach den Werten anderer Leben. Wir werden Mitläufer und Mitschwimmer, ohne zu wissen, woher und wohin.

    Was sind deine Werte?

    Schau dir deine Geschichten an. Was hast du erlebt. Aus welchen Geschichten hast du gelernt? Was waren die Scheidepunkte deines Lebens? Wo hast du Staub und Dreck gefressen, gelitten und geheult?

    Bei was gehst du unter die Decke? Wovor hast du Angst?

    Verletzlichkeit, Scham, Liebe, Wut, Treue, Angst, Mut … Wo deine Emotionen liegen, liegen auch deine Werte.

    Aber Achtung: Wir sprechen hier nicht von „politisch korrekten“ Werten. Nicht darum, was „man“ für gut halten soll. Nur weil sich gerade ein Wert gut anhört, ist es noch lange nicht deiner. 

    Manchmal ändern sich Werte.

    Zumindest in der Reihenfolge. Geht es mir gut, steht meine Gesundheit nicht mehr auf Platz eins. Leide ich und liege voller Selbstmitleid in meinem Bett, ohne die Kraft aufzustehen, sieht das schon wieder anders aus. Geht es meiner Frau oder den Kindern schlecht, wird alles andere unwichtig und es gibt nur einen Wert.

    Trotzdem durchziehen „Werte-Themen“ mein Leben. Wie Gerüche, die einen ständig begleiten. Manchmal stärker, manchmal unbemerkt. Aber sie sind da. Sie prägen uns. Unsere Aufgabe ist es, herauszufinden, welche das sind.

    Welche Werte das bei mir sind?

    Wenn ich mir meine Geschichte(n) ansehe, wird mir klar, um was es geht.

    Die Suche nach dem „Neu“ und „Anders“ Unzählige Hobbys, Sportarten, Autos, Motorräder, Fahrräder, Jacken und Schuhe, Jobs, Unternehmen und Ideen. Früher dachte ich, es sei ein Fluch. Ein Fehler im „System Thimo“. Ich komme einfach Nie an. Bin ständig auch der Suche. Kaum ist etwas da, ist es schon alt. Nur wenige Dinge bleiben in meinem Leben.

    Und genau das ist es, was mir hilf – mich zu verstehen.

    Geht das anders, einfacher, besser, schöner …?

    Die Suche an sich ist einer meiner stärksten Werte. Die Suche nach dem Neuen, dem Besseren, dem Anderen. Wozu? Um das maximale aus meinem Leben herauszuholen. In der Zeit, in der wir hier sind. Von der niemand weiß, wie lange noch. 

    Manchmal weiß ich gar nicht wonach ich Suche.

    Das ist selbst für mich schwer zu verstehen. Ich gehe dann durch den Tag und nehme alle Eindrucke auf, die mir begegnen. Ich prüfe und wäge ständig ab. Interessant/Uninteressant – Wichtig/Unwichtig – Berührt mich/Nicht – Regt mich auf/lässt mich kalt …

    Manche Menschen und Dinge sind nur kurz da und schnell vergessen. Manche begleiten mich für eine Zeit, manche bleiben ein Leben und werden zu einer Liebe.

    Es ist eine Art Vorbereitung. Ein Training für ein Leben, das immer gerade jetzt beginnt. Ein fahren auf Sicht im Nebel des Lebens, in dem sich niemand richtig auskennt. Scheinwerfer, die alles abtasten, um hier und da hängen zu bleiben – um zu spüren und fühlen – um Richtung zu geben.

    Was sind deine Werte, die dich zu dem Menschen machen, der du jetzt bist?

    Was sind deine Leuchttürme und Anker, die dir Richtung und halt geben?

  • Gebt mir mein Leben zurück

    Gebt mir mein Leben zurück

    Was war ich stolz, als ich vor 20 Jahren dem Rauchen aufgehört habe, über Nacht. Und bis heute keine Zigarette mehr angefasst. Und keinen Drang danach.

    Aber es hat sich ein neuer Feind in mein Leben geschlichen. 

    • Morgens nach dem aufstehen
    • Auf dem Weg ins Badezimmer
    • Unterwegs mit dem Hund
    • Manchmal sogar Nachts
    • Beim Frühstück, Mittag- und Abendessen
    • Auf dem Klo und an der Kaffeemaschine
    • An der Ampel (und während der Fahrt)
    • Auf der Couch
    • …

    Ich habe 30.000 Kontakte auf meinem Iphone und jetzt zum dritten Mal meine Nummer gewechselt. Irgendwas ist immer. Aber flüchten bringt nichts.

    Ich fühle mich fremdgesteuert und wie die lebende ToDo Liste von anderen Leuten.

    Bitte nicht falsch verstehen. Ich liebe das, was ich tue. Aber ich liebe es nur, solange ich die Dinge tun kann, die ICH für richtig halte. Solange ich alles im griff habe.

    Aber Nein…

    Ich checke lieber 200 mal am Tag mein Handy und meine Mails.

    Ich habe mitgezählt. Sogar jetzt, wo ich das hier schreibe, spüre ich den Drang zu „checken“.

    Ich wünschte, ich könnte sagen, ich hab das im Griff und die volle Kontrolle über meine Gewohnheiten. 

    Es ist nicht so.

    E-Mails, Telefon und Co. an sich sind ja nicht schlecht. Es sind einfach Werkzeuge. 

    Und doch tut es mir in dem Ausmaß nicht mehr gut. Anstatt mir zu helfen – schadet es mir.

    Ich habe beschlossen, dass zu ändern.

    In meinem Fall, hängt mein unbewusstes Handy checken mit einem besonders unangenehmen Gefühl zusammen…

    Angst!

    Die Angst…

    • etwas zu verpassen
    • es anderen nicht Recht zu machen
    • jemanden zu verärgern
    • einen Auftrag zu verlieren/nicht bekommen
    • Zeit zu verlieren
    • …

    Dem Drang ist am schwersten zu widerstehen, wenn ich das Gefühl habe, woanders zu sein.

    Dieser kognitive Juckreiz tritt in kaum wahrnehmbaren Wellen der Angst auf, die durch unbeantwortete Fragen ausgelöst werden. 

    • Wartet in meinem Posteingang etwas Wichtiges auf mich?
    • Hat vielleicht doch jemand angerufen?
    • Was, wenn irgendetwas passiert ist?
    • Mit den Kids alles in Ordnung?

    Gute Nachrichten? Oder schlechte? Vielleicht würde ein kurzer Blick den Juckreiz ja beenden? Schon während ich dies schreibe, verspüre ich den Drang … nur ganz kurz mal nachsehen…

    Wir benutzen die Technik aus dem gleichen Grund wie Drogen … um dem Alltag zu entfliehen

    Was tun?

    Die Auslöser bekämpfen.

    Ich habe die Apps, die mich ständig jucken, auf den dritten Screen meines iPhones verbannt.

    Meine Apple Watch zeigt NUR noch die Zeit und meine Bewegung. Mein Handy liegt nachts in einem anderen Zimmer. Keine Erinnerungen für eingehende Mails. Ich checke nur noch zu bestimmten Zeiten. Keine direkte Erreichbarkeit mehr für Anrufe. Wenn etwas wirklich dringend ist, bitte eine SMS (keine Whatsapp & Co). Im Büro habe ich eine „Garderobe“ für mein Iphone eingerichtet, an der ich es abgebe, wie eine Jacke. Ich verfasse Mails ohne in meinen Posteingang zu schauen. Facebook habe ich vom Handy gelöscht.

    Ob es funktioniert? 

    Wir werden sehen.

    In 5 Jahren wird es wohl neben Raucherzonen auch Handy Zonen geben. Dort stehn dann im Winter die ganzen Süchtigen unter einem Heizpilz und starren in das blaue Licht. Während drin die Familie sitzt und mit dem Essen wartet. 

    Ob ich dabei stehe? …

    Wir werden sehen.

  • Diese Entscheidung wird dein Leben verändern

    Diese Entscheidung wird dein Leben verändern

    Für jeden kommt irgendwann dieser eine Moment.

    Wir alle haben irgendwann diese Gedanken. Diese eine Entscheidung. Diese Mail. Den einen Anruf. Oder dieses eine Gespräch.

    „Chef, das wars. Ich bin raus.“

    In meinem Fall, waren es sogar zwei Gespräche. Das Erste mit meinem Chef und das Zweite mit meiner Frau.

    Die Antwort von beiden habe ich noch heute im Kopf.

    „Hmmm“

    Schon interessant, wie viel Information in so einem kleinen Laut steckt.

    Kurz zurück zu „meinem Moment“. 

    Dieser eine Moment, indem du über dein altes und dein neues Leben entscheidest. Lässt du deinen alten Film weiterlaufen. Oder startest du einen neuen?

    Ein neuer Film mit neuen Menschen, neuen Möglichkeiten und der Chance, endlich mein „volles Potential“ endlich zu entfalten???

    Mit allen Risiken, den Kosten und dem ganzen Aufwand drum herum.

    Denn eins ist sicher: Diese eine Entscheidung wird mein Leben komplett verändern. Und leider gibt mir niemand eine Garantie für grüneres Gras und ein glücklicheres Leben.

    Dieser „neue Film“ hat nur einen kurzen Trailer, eine kleine Vorschau zu bieten. Und die habe ich selbst in meinem Kopf gedreht. Sie hat nur einen Hauptdarsteller und der Rest ist ziemlich grau und unbekannt.

    Die Alternative?

    Ich lebe weiterhin meinen alten Film. Der ist zwar langweilig und fad, aber er läuft ja schon so lange. Und jetzt den Kinosaal verlassen … wäre irgendwie schade für das Geld, das ich ausgegeben habe … oder?

    Was ist dein Film?

  • Warum 100 einfacher ist als 98

    Warum 100 einfacher ist als 98

    Eins ist sicher: Ein Schwur hinterlässt Narben. Du wirst es nicht mehr allen Recht machen können. Du schlägst einen Pflock tief in die Erde. Einen Anker, der dich hält, der dir hilft, gegen den Wind zu stehen. 

    • Welche Linien ziehst du im Leben?
    • Welchen Eid leistest du?
    • Welche Schwüre hast du geschworen?
    • Wo ist dein „Point of no Return“?
    • Wofür stehst du ein?
    • Wo gibst du niemals nach?
    • Welche Grundsätze lebst du?

    Es ist einfacher, sich zu 100 Prozent an seine Grundsätze zu halten, als sie nur zu 98 Prozent zu befolgen. 

    Deine Grenze ist nur so lange mächtig, solange du sie nicht überschreitest. Gehst du einmal darüber, wirst du es wieder tun. 

    Entscheide, wofür du stehst. Und dann stehe die ganze Zeit dafür. 

    “Willpower is for people who are still uncertain about what they want to do.” — Helia

    Sich nur zum Teil zu verpflichten funktioniert nicht. Du wirst jedes Mal aufs Neue entscheiden müssen, wie du handelst.

    Ist die Entscheidung getroffen, sind die Sorgen vorbei.

    Bis dahin musst du dich immer auf deine Willenskraft verlassen. Und davon ist nachmittags meist nicht mehr viel da.

    Und mach deine Grundsätze nicht von anderen abhängig. Du musst die volle Macht darüber haben, sie auch zu befolgen. Sobald andere Menschen ins Spiel kommen, wirst du immer die Schuld bei Ihnen suchen.

    Welche Entscheidungen triffst du?

  • Wenn ich dürfte wie ich wollte

    Wenn ich dürfte wie ich wollte

    Wie wäre es, etwas anderes zu machen, als du jetzt tust? Hast du mal darüber nachgedacht?

    So richtig meine ich? Wirklich ernsthaft und ungestört darüber nachgedacht?

    • Wie sieht dein idealer Tag aus?
    • Was passiert die Woche über?
    • Was tust du?
    • Wie fühlt es sich an?
    • Wo befindest du dich?
    • Mit wem?
    • Was läuft gut, was nicht?

    Wenn du es dir wirklich frei ausmalen könntest. Wenn du die Erlaubnis der Gesellschaft und deiner Lieben hättest.

    Wenn du rein gar nichts zu befürchten hättest.

    Was würdest du tun? Was würdest du nicht mehr tun?

    Du erwartest doch eigentlich gar nicht, dass deine Träume in Erfüllung gehen, oder?

    „Es sind ja doch nur Träume“.

    „Wenn man mich lassen würde“

    „Wo kämen wir denn hin, wenn jeder tun und lassen könnte, was er wollte?“

    Egal was du denkst … du hast immer recht.

  • Er verbrennt deine Tage

    Er verbrennt deine Tage

    „Flow bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit, die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder auch Funktionslust“ Wikipedia

    Es gibt da einen hässlichen Cousin des „Flows“. Von dem wird nicht so oft gesprochen. Und doch kommt dieser dunkle Verwandte öfter zu Besuch. Auf einmal steht er vor der Tür und kommt hinein – ohne anzuklopfen.

    Er hält dich ständig beschäftigt mit seinen Terminen, Alarmen und Erinnerungen. Er hat youtube, twitter, Facebook und Co. erfunden.

    Seine einzige Aufgabe ist es, deine Tage zu verbrennen.

    Er hält dich davon ab, dein Projekt zu beenden. Dein Bewegungsziel für den Tag zu erreichen. Die wichtigsten Aufgaben des Tages zu erledigen.

    Er wiegt dich in Sicherheit und sagt dir, dass alles gut ist, wie es ist und das du die Dinge ruhig mal schleifen lassen kannst. Und plötzlich wirst du wach, und 10 Jahre sind vergangen.

    „und ich sehe Ihn tanzen und lachen – er ernährt sich von deinen Jahren – und du merkst es nicht mal“

    Sein Motto:
    Bloß nicht den Moment und dadurch dein Leben genießen.

    Unser Leben ist echt kurz – glaub mir.
    Eben waren unsre Kinder noch im Kindergarten, oder wurden gerade eingeschult. Und morgen sagen sie dir, das Sie ausziehen oder schreiben dir auf Twitter, das du ein Arschloch bist. (wie gerade die Tochter von Trump Beraterin Conway auf Twitter )

    Was mir hilft?

    Ich habe eine Superkraft: Ich kann meine Zeit verlangsamen.

    „Aber du kannst dich doch hier nicht hinsetzen und die Augen zu machen. Was sollen den die anderen (dein hässlicher Cousin) denken“.

    Während ich hier sitze und schreibe, kann ich meine Zeit verlangsamen. Einfach, indem ICH mich dafür entscheide. Es klappt nicht immer und ich kann sie auch nur ein bisschen verlangsamen – aber ich bekomme es hin – immer öfter.

    …wenn ich entscheide, jetzt zum Hörer zu greifen und meine Frau und die Kinder anzurufen, um Ihnen zu sagen, das ich Sie liebe.

    …wenn ich das nächste Mal mit meinen Eltern zusammen bin.

    …wenn ich sitze, wenn ich stehe oder gehe.

    Dann kann ich fühlen, dass ich alles aus diesen Momenten herausgeholt habe.


    Bild unslplash Caleb Shong@yourmatecaleb

  • Kennst du deinen Auslieferungszustand?

    Kennst du deinen Auslieferungszustand?

    Kennst du deinen Auslieferungszustand?

    Heute Morgen habe ich einen alten Artikel gefunden den ich vor über drei Jahren geschrieben und irgendwie vergessen habe.
    Was hat sich in diesen drei Jahre verändert?
    Was ist seit dem alles passiert?

    Eigentlich erstaunlich wenig – und das macht mir Angst.
    Sollen die nächsten drei Jahre genauso ablaufen?

    Hier der Text aus 2017:


    „In zwei Tagen bin ich 41

    Geburtstage, Urlaube, Beerdigungen, Weihnachten, Neujahr sind solche Tage. Zeiten, an denen ich über mich nachdenke. Mich in meinen Werkszustand versetze.
    Nein, nicht mit Alkohol oder Drogen.

    Tage, an denen ich hinterfrage. An denen ich mir vorstelle, ich würde noch mal geboren. Einfach so – fertig auf die Welt kommen, um nochmal von vorne anzufangen.

    Was würde ich genauso machen?
    Wo würde ich eine andere Abzweigung nehmen?
    Was mache ich anders?

    Zu selten denke ich über mich und mein Leben nach.
    Zu oft abgelenkt von Dingen, auf die ich keinen Einfluss habe.

    Ich bin doch nicht auf die Welt gekommen, um Emails zu schreiben oder ToDo Listen abzuhaken. Um morgens schon Bauchschmerzen vor dem Tag zu haben.

    Ich finde diesen Zustand morgens um 4:47, in eine Decke gehüllt, bei einer Tasse Kaffee. Oder beim Spaziergang mit unserem Hund, wenn die Sonne aufgeht. Ich sehe ihn oft in meinen Kindern, wenn Sie gedankenverloren spielen.

    Je öfter ich den Zustand suche und ihm mit Achtsamkeit begegne, desto einfacher finde ich ihn wieder.

    Wie fühlt es sich an?

    Ein Gefühl, als könntest du unter Wasser atmen. Du würdest schwerelos auf dem Boden eines angenehm kühlen Sees sitzen, während du deine Gedanken, Sorgen und Nöte als Luftblasen nach oben verschwinden siehst. In absoluter Stille, besteht alles um dich herum aus den gleichen Farben. Du frierst nicht, du denkst nicht, du bist nur.

    In diesen Augenblicken fühle ich, dass alles klar wird. Das alles einen Sinn hat. Das alles gut so ist – weil es so sein soll. Das wir genau dafür gemacht und gedacht wurden.

    Ich bin hier – um zu leben …

    … und nicht um vor irgendetwas Angst zu haben.

    Meine Werkseinstellung ist „Glücklich“ und „Zufrieden“.